Mitbestimmung

Jugendgemeinderat fehlen Kandidaten

Wahl findet mangels Bewerbungen nicht statt

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mm
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Da erreicht der Jugendgemeinderat trotz vieler Schwierigkeiten die Verwirklichung seines großen Ziels, bringt mit seinem Einsatz mit dem Skatepark einen seit Langem geäußerten, inzwischen 370 000 Euro teueren Wunsch zur Umsetzungsreife – und findet trotzdem nicht genügend Nachfolger. Die für den Zeitraum vom 28. November bis 3. Dezember vorgesehene Wahl des Nachwuchsparlaments fällt aus, weil nur sieben junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren kandidieren wollten, es aber zwölf Sitze gibt. Mit dieser Situation und ihren Konsequenzen befasste sich der amtierende Jugendgemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend.

Denkbar wäre, dass die Jugendgemeinderäte kommissarisch im Amt bleiben bis zu einem späteren Wahltermin. Das sei aber nur auf freiwilliger Basis möglich, die Amtszeit laufe definitiv aus, erläuterte Sabine Seip vom Fachbereich Soziales, Bildung, Kultur und Sport der Stadtverwaltung, die den Jugendgemeinderat betreut. Es könne auch eine Arbeitsgruppe gegründet werden – gerade im Hinblick auf die Einweihungsfeier des Skateparks im kommenden Juni oder Juli. Über einen möglichen weiteren Wahltermin oder Weitermachen müssten sich der Gemeinderat und Oberbürgermeister Marcus Zeitler noch verständigen.

Seit 2010 noch nie vorgekommen

Die Bewerbungsfrist lief am vergangenen Freitag ab, ohne dass zumindest so viele Interessierte wie es Mandate gibt, sich im Rathaus gemeldet hatten. „Den Jugendgemeinderat gibt es jetzt seit 2010, eine solche Situation hatten wir noch nie“, blickte Sabine Seip zurück. Bei der Wahl 2018 hatte es zumindest zwölf Kandidaten gegeben.

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Benno Lerch, der dem Jugendgemeinderat bereits seit 2014 angehört und dessen stellvertretender Vorsitzender ist, kann sich vorstellen, dass die Medienpräsenz durch die Eröffnung des Skateparks das Interesse an einer Kandidatur und damit die Chancen auf eine Wahl erhöht.

Fachbereichsleiter Daniel Ernst hofft, dass das Projekt Skatepark einen würdigen Abschluss findet, dafür sei es erforderlich, dass zumindest einige Mitglieder noch an Bord bleiben. „Das sind wir alle auch ein Stück weit den Spendern und Sponsoren schuldig.“ Sabine Seip brachte andere Formen der Beteiligung in die Diskussion, etwa ein Jugendforum.

Allgemeiner Trend

„Wir haben einiges gemacht“, verwies Vorsitzender Philipp Kramberg auf das Arbeitspensum des Jugendgemeinderats, das offenbar nicht ausreichend wahrgenommen worden sei. So stelle sich die Frage, wie der Bekanntheitsgrad bis zur nächsten Wahl gesteigert werden kann. „Ihr habt viel gemacht und wart präsent“, attestierte Daniel Ernst den Mitgliedern. Es sei ein allgemeiner Trend, dass sich Jugendliche anders orientierten und nicht in Gremien engagieren. Das habe auch die Rücksprache mit dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis gezeigt, bestätigte Sabine Seip.

Einen Jugendbeirat, in dem auch Erwachsene aus jugendbezogenen Bereichen mitwirken, favorisieren die Jugendgemeinderäte nicht. Einen „Tag der Jugend“ sieht Isra Salameh als gutes Mittel, das Gremium bekannter zu machen und eine Wahl zu ermöglichen. Sebastian Schrepp regte an, über mehrere kleinere Projekte und Präsenz in den sozialen Medien den Bekanntheitsgrad zu steigern. Nun soll zunächst geklärt werden, wer weiterzumachen bereit ist. mm