AdUnit Billboard
Sportfliegerclub - Mit der Winde in die Höhe katapultiert / Untergehende Sonne bietet die Kulisse für Segler und ihre atemberaubenden Loopings, Rollen und Turns

Kunstfiguren in den Abendhimmel gezaubert

Von 
dk
Lesedauer: 
Die Mitglieder des Sportfliegerclubs genießen das Segeln im Abendrot. © Schöniger

Den längsten Tag des Jahres und den astronomischen Beginn des Sommers wollten die Segelflieger vom Sportfliegerclub Hockenheim würdig begehen. Eine größere Gruppe traf sich am frühen Abend, um die untergehende Sonne über Hockenheim aus der Luft zu erleben. Gekommen waren überwiegend jüngere Vereinsmitglieder, aber auch ein paar alte Hasen. Einige Frauen waren auch darunter. Segelfliegen ist keineswegs nur ein Männersport.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Segelflugzeuge wurden an den Start gerollt und die leistungsstarke, dieselbetriebene, 320 PS starke Seilwinde am anderen Ende der 900 Meter langen Start- und Landebahn in Position gebracht. Jedes der beiden ausgezogenen über tausend Meter langen Kunststoffseile zieht nacheinander ein Segelflugzeug in weniger als einer Minute auf Ausklinkhöhe. Ohne Zweifel ist dies die umweltfreundlichste Startart. Mit einem mit Pflanzenöl betriebenen Rückholfahrzeug werden die auf Seiltrommeln aufgespulten Seile wieder zum Startpunkt ausgezogen.

Schleppflugzeug im Einsatz

Auch das Schleppflugzeug DA40 wurde gebraucht, denn einige der Piloten wollten ihre Fertigkeiten im Segelkunstflug demonstrieren. Die schwache Abendthermik hätte bei einem Windenstart keine größeren Höhen ermöglicht. Der kunstflugtaugliche Doppelsitzer ASK21 wurde mehrmals an dem rund 50 Meter langen Schleppseil auf 1200 Meter geschleppt. Die abgespulten Kunstflugprogramme konnten von den Zuschauern bewundert werden. Loopings, Rollen und Turns und weniger bekannte atemberaubende Kunstflugfiguren wurden an den leuchtenden Abendhimmel gezaubert.

Inzwischen war die Sonne an den Horizont gewandert und präsentierte ein überwältigendes, langanhaltendes Abendrot. Die rötliche Färbung des Himmels entsteht durch die Streuung des Sonnenlichts. Wenn das Sonnenlicht durch die Atmosphäre auf die Erde trifft, werden die einzelnen Lichtstrahlen an den Gas-, Staub- und Wasserteilchen in der Atmosphäre gestreut. Je energiereicher das Licht, desto stärker ist die Streuung. Blaues Licht ist kurzwellig und energiereich. Es wird deshalb stärker gestreut. Nur das energieärmere orangefarbene und rote Licht wird sichtbar.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Bis zur bürgerlichen Dämmerung

Nun standen Windenstarts an. Alle wollten in die Luft. Mit Schlepphöhen von 350 bis 400 Metern über dem Flugplatz konnte die Piloten ein paar Kreise ziehen und im fast lautlosen Gleitflug das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne bewundern. Bis zum Ende der Dämmerung wurden 28 Windenstarts durchgeführt. Zwei erfahrene Windenfahrer lösten sich nacheinander ab. Die letzten Landungen erfolgten kurz nach 22 Uhr. Fliegen nach Sichtflugregeln ist bis zum Ende der „bürgerlichen Dämmerung“ erlaubt, also bis zu einer halben Stunde nach Sonnenuntergang.

Die Flugzeuge mussten noch gewaschen und in die große Halle eingeräumt werden. Bordbücher mussten geschrieben und Gerätschaften aufgeräumt werden. Schließlich wurde es Zeit für einen gemeinsamen Imbiss und ein Feierabendbier. Ein erlebnisreicher und beeindruckender Abend ging zu Ende. Allen die dabei waren, wird er in guter Erinnerung bleiben. dk

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1