Im Interview - Tobias Fuchs und Fabian Volkenand gründeten 2020 ihre eigene Firma „Speedy Rugs“ / Teppiche für Kinder mit bekannten Rennstrecken / Shop ist online Mit dem Spielzeugauto über den Hockenheimring kurven

Von 
Vanessa Schwierz
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Die jungen Geschäftsführer Fabian Volkenand (l.) und Tobias Fuchs wollen mit ihrer Idee des Rennstrecken-Spielteppichs durch-starten – das erste Produkt mit dem Motiv des Hockenheimrings halten sie in den Händen. © Speedy Rugs

Hockenheim. Es kennt sie wohl jeder - die Spielteppiche auf denen Kinder sitzen und mit den Autos durch die Straßen einer Stadt fahren. Um den Mädchen und Jungen ein weiteres Erlebnis möglich zu machen, haben Tobias Fuchs und Fabian Volkenand, beide 21 Jahre aus dem Taunus, eine eigene Firma gegründet: „Speedy Rugs“. Die jungen Männer haben einen Spielteppich entworfen. Ihr erstes Produkt bildet den Hockenheimring ab.

Zur Firma und dem Produkt



Die Firma „Speedy Rugs“ wurde im August 2020 von den Freunden Tobias Fuchs und Fabian Volkenand gegründet. 

Ihre Firma ist eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Es ist die passende Rechtsform für Gründer, die eine Haftungsbeschränkung möchten, aber wenig Kapital zur Verfügung haben: Sie kann bereits mit einem Euro Stammkapital gegründet werden.

„Speedy Rugs“ hat seinen Sitz in Kelkheim (Taunus) und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Königstein eingetragen.

Die Teppiche haben eine Größe von 150 mal 90 Zentimeter und werden 65 Euro (plus Versand) kosten.

Das Produkt kann über die Internetseite der Firma erworben werden. Diese ist zusammen mit dem Re-launch des Teppichs in dieser Woche online gegangen .

Das Produkt soll auch über Einzelhändler und den Shop des Hockenheimrings erworben werden können. Dies prüfen die Gründer noch.

Kontakt zu den Gründern per E-Mail an: kontakt@speedy-rugs.devas

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Im August 2020 gründeten sie die eigene Firma. Seitdem haben sie das Produkt entwickelt und designed, Lieferanten akquiriert sowie die Marke und eine Webseite gestaltet, die seit wenigen Tagen online ist. „Unsere Erfahrung hat ergeben, dass die Liebe zum Motorsport keine Altersgrenzen hat, weshalb wir auch den Allerkleinsten eine Freude mit unseren Produkten machen möchten“, sagen die beiden jungen Gründer. Im Interview mit unserer Zeitung sprechen sie über die Idee und die Gründung, warum der Motorsport ihnen so wichtig ist und wie der Kontakt zu einer der zwei bekanntesten Rennstrecken in Deutschland zustande kam.

Zu den Personen: Tobias Fuchs und Fabian Volkenand

Tobias Fuchs ist 21 Jahre alt und hat 2016 sein Abitur gemacht. Er studiert Brand-Management an der ISM (International School of Management) und macht aktuell seinen Bachelor.

Parallel zum Studium bewarb er sich bei einem Automobilkonzern in Stuttgart und fängt dort als Praktikant an.

Motorsport ist eines seiner großen Hobbys, sei es anschauen oder Simulator fahren.

Fabian Volkenand ist 21 Jahre alt und studiert derzeit Bauingenieurwesen an der TU Darmstadt. Zuvor machte er sein Fachabitur in Richtung Maschinenbau.

Er ist wie sein Geschäftspartner leidenschaftlicher Motorsportfan und schraubt hobbymäßig auch an Motorrädern.

Sie kennen sich schon seit einigen Jahren. Woher und was macht Ihre Freundschaft aus?

Tobias Fuchs: Über einen anderen Kumpel haben wir uns kennengelernt, wohnen auch beide nicht weit von Frankfurt entfernt. Wir haben schnell gemerkt, dass uns gerade der Motorsport verbindet. Als Teenager und Jugendliche haben wir viel gemeinsam gezockt - wie zum Beispiel Motorsport-Spiele. Aber auch Fußball mögen wir beide.

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Was ist „Speedy Rugs“?

Fuchs: „Speedy Rugs“ bedeutet ja übersetzt so viel wie „schneller Teppich“ - eben ein bisschen verniedlicht. Unsere Vision, unsere Vorstellung ist, dass wir dem klassischen Spielteppich, den eigentlich jeder kennt, den Kampf ansagen. Kinder mögen schnelle Autos - Erwachsene auch - aber für Kinder ist eine Rennstrecke beim Spielen cooler als eine Stadt, auf der teilweise auch mehrfach das gleiche Gebäude abgebildet ist.

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Wieso haben Sie genau diesen Namen gewählt?

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Fuchs: Wir haben mit den verschiedenen Begrifflichkeiten und Wörtern für Teppich gespielt, wie Carpet sowie Rug und auch mit deutschen Worten experimentiert. Wir fanden, dass „Speedy Rugs“, gerade auch für Kinder, ganz cool klingt.

Fabian Volkenand: Einig über den Namen waren wir uns dann sehr schnell.

Wie kam die Idee für die Gründung einer eigenen Firma zustande?

Volkenand: Der Motorsport-Gedanke in Bezug zum Teppich war uns sehr wichtig. Im Laufe der Jahre haben wir eigentlich immer feststellen müssen, dass es so ein Produkt noch nicht auf dem Markt gibt - vor allem nicht mit Lizenzen. Anfang 2020 haben wir das Gespräch gesucht und festgestellt, dass es noch immer nicht diesen einen Teppich gibt, der unseren Vorstellungen gerecht wird. Dann haben wir entschieden, dass wir das Thema angehen. Und beschlossen, die Firma zu gründen.

Fuchs: Wir haben die Arbeit dann gut aufgeteilt. Fabian hat durch sein Studium und die Affinität zum Maschinenbau technische Kompetenzen. Ich habe - auch durch mein Studium - relativ schnell versucht, einen Businessplan zu erstellen. Durch Corona hatten wir eigentlich nur Online-Vorlesungen und konnten dadurch auch viel freie Zeit in die Firma stecken.

Sie haben Corona angesprochen. Hatten Sie kein unsicheres Gefühl oder Angst, gerade in dieser Phase eine Firma zu gründen?

Volkenand: Diese Gedanken hatten wir eigentlich nie. Wir sind relativ offen und positiv an die Corona-Thematik gegangen und haben das auch eher als Chance gesehen. Natürlich gab es einige Hindernisse, vor allem im Bezug auf die Findung von Produktionsstätten. Dem haben wir uns gestellt und sind die Probleme angegangen - letztlich haben wir immer eine Lösung gefunden.

Ihr erster Teppich hat das Motiv des Hockenheimrings. Warum diese Rennstrecke?

Fuchs: Der Hockenheimring gehört in Deutschland auf jeden Fall zu den zwei bekanntesten Rennstrecken. Und auch international ist er eine Hausnummer. Gerade als ehemaliger Teil des Formel-1-Kalenders, was mit Abstand die bekannteste Rennserie ist - weltweit. Ehrlicherweise müssen wir auch sagen, dass wir verschiedene Rennstrecken angeschrieben haben. Wir merkten, dass uns die Menschen vom Hockenheimring cool finden, Interesse haben. Alles andere haben wir dann erst mal verworfen und uns somit voll auf den Hockenheimring konzentriert. Unsere Freude war groß. Gerade auch, weil die Verantwortlichen uns als junge Gründer, die mit wenig gekommen sind, Vertrauen geschenkt haben und an die Idee geglaubt haben. Wir waren selbst schon mehrere Male auf dem Hockenheimring als Zuschauer. Für uns ein Traum, der in Erfüllung geht.

Wie kam der Kontakt zum Hockenheimring zustande?

Fuchs: Ganz klassisch. Wir haben einfach mal angerufen. Relativ schnell hatten wir dann den Prokuristen, Matthias Scheffler, der auch für Merchandising und Marketing verantwortlich ist, an den Hörer bekommen. Er fand die Idee cool, hat uns eingeladen. Wir haben ihm dann das Design gezeigt und relativ schnell auch den Prototypen.

Wie darf man sich die Produktion eines solchen Produkts vorstellen?

Volkenand: Da gibt es verschiedene Verfahren. Für unseren Teppich - da es sich um ein Kinderprodukt handelt - sind Themen wie Öko-Tex, Brandklassen sowie ein hygienisches und pflegeleichtes Produkt sehr wichtig. Da greift man heutzutage auf Polyamide zurück. Unsere Teppiche entstehen aus Rohlingen, die mit speziellen Textilfarben bedruckt werden.

Fuchs: Die Produktionsstätte war auch gerade wegen Corona eine der größten Hürden. Im Sommer haben wir angefangen, nach Herstellern zu suchen. Uns war wichtig, in Europa produzieren zu lassen. Zum einen wegen der Nähe, weil wir uns die Produktionskette auch selbst anschauen wollen und zum anderen haben wir durch den Lizenzpartner Hockenheimring einen qualitativ hohen Anspruch. Wir wollen einfach keine schlechte Qualität produzieren. So haben wir jetzt einen Partner in Belgien, der sehr hohe Qualitätsstandards hat und mit vielen anderen großen und etablierten Marken arbeitet.

Ende Januar erschien ihr erster Teppich auf dem Markt? Was erwarten Sie sich davon?

Fuchs: Wir hoffen natürlich, dass wir die Charge (ein paar hundert Stück), die wir jetzt bestellt haben, recht schnell verkaufen können. Wir sind ja beide erst 21 Jahre. Wir haben die Bestellung, das Design, die Gründung alles aus eigenen Mitteln finanziert. Für den Cashflow (Geldzufluss oder -abfluss eines Unternehmens in einer bestimmten Abrechnungsperiode, Anm. d. Red.) wäre es gut, wenn wir die bestellte Stückzahl relativ schnell verkaufen können. Wir haben auch die Möglichkeit, über den Hockenheimring, der große Marketingkanäle wie Social Media hat, zurückzugreifen.

Volkenand: Wir hoffen natürlich, dass wir den Zeitgeist der jungen Motorsportfans treffen und ein positives Feedback auf unser Produkt bekommen. Damit wir auch die Marktlücke schließen können.

Welche Motive folgen als Nächstes? Bleibt es beim Motorsport?

Fuchs: Auf jeden Fall, das ist unser Ding. Das wird durch die Unternehmensidentität, den Namen und durch das Logo ausgedrückt. Davon wollen wir uns nicht entfernen. Uns ist es wichtig, über Lizenzen von Rennstrecken zu arbeiten. Der Traum wäre natürlich, dass man im Grunde den ganzen Formel-1-Kalender abbildet. Wir sind da aber realistisch und kümmern uns aktuell um den deutschen Markt - haben den Hockenheimring als starken Partner. Wir hoffen, dass wir über die Skalierung in Europa auch mit anderen Rennstrecken wie Monza, Spa und Silverstone kooperieren können.

Sie reden leidenschaftlich und gern über den Motorsport. Was fasziniert Sie daran so sehr?

Volkenand: Bei mir ist es hauptsächlich der technische Aspekt. Zum Beispiel wie Kleinserienteile im Motorsport getestet werden und dann den Weg in den handelsüblichen Automarkt finden. Mir geht es um die Technik, aber auch um den Wettkampfgedanken. Da finde ich den Motorsportgedanken interessant, dass sich eine Person 100 Prozent fokussieren und ihre Bestleistung abrufen muss.

Fuchs: Bei mir ist es etwas anders. Ich verstehe auch was von Motoren, aber ich bin nicht so technikaffin. Es ist bei mir ein emotionales Thema, das beim Sound oder Geräusch anfängt bis zur Geschwindigkeit selbst. Ich finde Fahren selbst auch total spannend. Ich bin Simulatorfahrer, was natürlich nicht das gleiche ist. Den Gedanken an die perfekte Runde, wenn alles klappt - das ist sehr faszinierend.

Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Volkenand: Wir wollen uns auf den europäischen Markt konzentrieren, aber eventuell in der Zukunft auch andere Produktlinien anbieten. Da sind wir relativ offen. Aber natürlich suchen wir auch da immer die Nähe zum Motorsport.

Fuchs: Bei Unterlagen bleibt es auf jeden Fall. Es ist ja so, dass wir beide aus dem Alter raus sind, dass wir auf dem Teppich sitzen und spielen. Deswegen liegt meiner unter meinem Simulator. Das wäre auch ein Geschäftsfeld, das wir uns vorstellen könnten.

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Autor Redakteurin für Print und Online in Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim und Reilingen

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