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Solardrom - Projektkoordinatorin Dr. Kerstin Ullrich stellt Mitgliedern selbstfahrenden Mini-Elektroshuttle vor / Nach Ende der Pandemie soll Pilotphase beginnen

Mit „Olli“ leise und sauber aufs Hambacher Schloss

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mf
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Ideal für die engen Gassen Hambachs: Der selbstfahrende Elektroshuttle „Olli“ soll im Regelbetrieb ohne Fahrer auskommen, derzeit ist noch einer an Bord. © Solardrom

Seit im Mai 1832 zum ersten Mal die schwarz-rot-goldene Fahne auf dem Kastanienberg bei Neustadt wehte, gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie. Wenn es nach dem Willen des Projektteams „Hambach-Shuttle“ geht, dann soll das Schloss auch zur Wiege einer nachhaltigen und autonom fahrenden Technologie werden. Vorgestellt wurde das Projekt jetzt dem Hockenheimer Verein Solardrom in einer Onlinesitzung.

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Die Idee: Über einen selbstfahrenden Mini-Elektroshuttle, liebevoll „Olli“ genannt, sollen Besucherinnen und Besucher zukünftig die Möglichkeit haben, umweltfreundlich zum berühmten Hambacher Schloss hin- und zurückzufahren. „Knapp 15 Minuten dauert die einfache Fahrt, ein- und aussteigen kann man an fünf Haltestellen“, erläuterte die Projektkoordinatorin Dr. Kerstin Ullrich den interessierten Zuhörern.

Neben einer Verkehrsentlastung erhoffe sich Hambach auch eine Stärkung des innerstädtischen Handels. Denn zu viele Schlossbesucher fahren einfach durch Hambach durch, ohne dass der Winzerort davon profitiert. Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der Technischen Universität Kaiserslautern durchgeführt und vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Das Shuttle wird – je nach Streckenabschnitt – mit sieben bis 18 Stundenkilometern unterwegs sein und bietet neben der nachhaltigen Mobilität weitere Vorteile: Die Suche nach einem Parkplatz entfällt für die Schlossbesucher genauso wie die Parkgebühren und man kann direkt vor dem Schloss ein- und aussteigen ohne lange Laufwege.

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Schmale Straßen fordern heraus

„Die Ringroute beträgt 5,4 Kilometer und wir müssen alle verkehrlichen und technischen Herausforderungen meistern“, sagte Ullrich. So weise die Streckenführung nicht nur breite Straßen auf, sondern auch beidseitig zugeparkte Abschnitte sowie kleine und verwinkelte Gassen in der Ortsmitte. Dazu kommen der Gegenverkehr, überholende Fahrzeuge, Fußgänger, herumstehende Mülltonnen, Radverkehr, wild parkende Lieferautos und vieles mehr. „Wir mussten ins kalte Wasser springen und Lösungen finden“, berichtete die Projektkoordinatorin.

Nicht ohne Schmunzeln stellte sie fest, dass manches Mal auch Mutter Natur der Technik Grenzen aufzeigt: Wenn Bäume, Sträucher oder eine Fassadenbegrünung sich bewegen, dann bleibt Olli stehen, da er noch nicht zwischen Menschen und Pflanzen unterscheiden kann. Insgesamt könne „Olli“ 85 bis 90 Prozent der Ringroute im autonomen Modus bewältigen. Für unvorhergesehene Ereignisse sei noch das Eingreifen eines Fahrers notwendig. Perspektivisch sollen manuelle Eingriffe aber durch eine zentrale Leitstelle vorgenommen werden.

Wäre Corona nicht dazwischengekommen, wäre die Pilotphase bereits in vollem Gange. So aber erhofft sich das Projektteam einen Neustart nach Beendigung der Pandemie. „Wir laden Sie aber gerne schon jetzt zu einer Testfahrt ein“, betonte Kerstin Ullrich zum Ende ihres aufschlussreichen Vortrags.

Zum Abschluss verwies Solardrom-Vorsitzender Michael Schöllkopf auf die Vereins-Homepage www. Solardrom.info und die Möglichkeit, sich für einen Newsletter anzumelden, um zu allen Veranstaltungen des Vereins informiert und eingeladen zu werden. mf

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