Grüne - Landtagskandidat Dr. Andre Baumann diskutiert mit der Abgeordneten Nese Erikli Ökologische Veränderung mit der Landwirtschaft meistern

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zg
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Region. „Beim Arten-, Natur- und Klimaschutz kommt das Land Baden-Württemberg mit großen Schritten voran. Aber wir haben noch viel vor.“ Das unterstrich Dr. Andre Baumann in einer digitalen Gesprächsrunde zusammen mit der Landtagsabgeordneten Nese Erikli. Erikli ist Sprecherin für Forschungspolitik sowie für Bürgerbeteiligung und Demokratie.

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„Die Klimakrise bedroht unsere natürlichen Lebensgrundlagen, erste Auswirkungen sehen wir auch bei uns in Baden-Württemberg“, betonte die Grünen-Politikerin die Brisanz des Themas, auch wenn zurzeit die Corona-Pandemie Schlagzeilen und Tagesordnungen dominiert. „Wir werden die Welt, wie wir sie kennen und lieben, bei einer weiteren Erderwärmung um mehr als zwei Grad verlieren“, warnte Baumann in einer Pressemitteilung.

Stärkung der Biodiversität

Kräftig zulegen konnte der Naturschutz im Land. So wurden unter grüner Regierungsbeteiligung die Mittel zunächst von 30 auf 60 Millionen (2011 bis 2016) und gegenüber 2016 von 60 auf 107 Millionen Euro weit mehr als verdreifacht. „Das gibt es in keinem anderen Bundesland. Hier machen die Grünen den Unterschied“, erklärte der ehemalige Staatssekretär im Umweltministerium Baumann. Das Geld ermöglicht unmittelbar Projekte zur Stärkung der Biodiversität. Ein großer Schwerpunkt sei auch die Gesetzesnovelle in Folge des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, mit der Reduktion des Pestizideinsatzes, dem Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und die verstärkte Ausweisung von Biotopflächen umgesetzt werden.

So wichtig dieser politische Erfolg ist, so wenig dürfe die Landwirtschaft am Pranger stehen, sagte Baumann. „Die Frage ist nicht Naturschutz oder Landwirtschaft, beides muss Hand in Hand gehen“, betonte Erikli. Ein Schwerpunkt für die Zeit nach der Wahl sehen die Grünen deshalb in der Aushandlung eines Gesellschaftsvertrages zwischen Landwirtschaft, Handel, Naturschutz und Verbraucher. Vor allem die Frage, wie angemessene Preise für Lebensmittel erzielt werden können, müsse auf die Agenda. Landwirte und ihre Hofnachfolger brauchen Planungssicherheit. Das sei schwierig, solange lieber Geld für einen teuren Grill ausgegeben werde als für das artgerechte produzierte Steak, so Baumann.

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Auf die Frage Uwe Heidenreichs vom BUND Hockenheimer Rheinebene zur Bedeutung des Grundwasserschutzes sagte Baumann, dass dem Wasserschutz eine sehr große Bedeutung zukomme. „Grundwasser in Wasserschutzgebieten muss gut geschützt werden, denn Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Angesichts des Klimawandels mit geringeren Niederschlägen in den Sommermonaten wird Grundwasserschutz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer wichtiger werden.“ Baumann berichtete, dass das Umweltministerium darum einen Managementplan Wasserversorgung in Auftrag gegeben habe.

„Wir Grüne wollen Klimaneutralität bis spätestens 2050 und wir wollen, dass die Artenvielfalt erhalten wird. Es geht darum zu erhalten, was uns erhält. Baden-Württemberg ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen der Welt. Gemeinsam mit der Wirtschaft und der Landwirtschaft können wir die ökologische Transformation meistern“, sagte Baumann. „Diese Transformation ist Herausforderung und Chance zugleich. Wir wollen sie beherzt und mutig angehen.“ zg