AdUnit Billboard

Stich mit Lokalkolorit

Franz Anton Bankuti über Tattoos und ihre Bedeutung für Menschen

Von 
Franz Anton Bankuti
Lesedauer: 

Haben Sie schon die junge Dame gesehen mit dem interessanten Tattoo? Ja gut, alle haben heute ein Tattoo. Nein, das stimmt auch nicht, aber viele. Fast jeder fünfte Bundesbürger soll eins haben, bei jüngeren Erwachsenen ist es fast jeder zweite. Tattoos bei einer jungen Dame nichts Ungewöhnliches? Gut, aber wer hat als Tattoo schon den Hockenheimer Wasserturm. Das ist ja schon „mehr als ein Tattoo“, könnte man als überzeugter Kurpfälzer sagen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Müßig wäre es, auf die wechselvolle Geschichte der Tattoos einzugehen. Religiöse Insider sind davon überzeugt, dass Apostel Paulus eine Tätowierung hatte, was einem Brief von Paulus an die Galater zu entnehmen sein könnte. Bereits die Kreuzzügler und im Mittelalter, vor allem die Franziskaner, schätzten Tätowierungen und bereits in der Antike soll es sie gegeben haben, ein ideales Zeichen, um die Gruppenzugehörigkeit zu verdeutlichen. Nach alten Quellen ließen sich Jerusalem-Pilger seit dem 16. Jahrhundert ihre Ankunft mit einer Tätowierung bestätigen – deutlicher als ein Pilgerbuch.

Motivation und Motive für Tattoos sind also so vielfältig wie das Leben selbst. Warum sollte da gerade der Wasserturm als heimatkundliches Regionaltattoo fehlen. Beim Tätowieren gibt es ja längst schon ganz verschiedene Stilrichtungen. Tätowieren hat Zukunft, sind viele überzeugt, „online“ geht hier schließlich nicht. In Stuttgart gibt es seit einiger Zeit auch eine „Akademie der Tätowierungskünste“, die die Berufsbildung als private Lehranstalt vermittelt.

Mehr zum Thema

Thronjubiläum

London: Die "Royal Family" und weitaus mehr

Veröffentlicht
Von
Konstantin Groß
Mehr erfahren
Interview

Neuer SV Waldhof-Mittelfeldspieler Berkan Taz: „Ich bin ein Instinktfußballer“

Veröffentlicht
Von
Alexander Müller
Mehr erfahren
Im Interview

Monika Weis spricht über ihre Arbeit in der Sozialstation Hockenheim

Veröffentlicht
Von
Maria Herlo
Mehr erfahren

„Nichts muss, vieles kann . . .“ Nirgendwo dürfte die Formulierung besser passen als im Bezug auf Tattoos. Man mag sie oder nicht. Man hat ein Tattoo oder nicht, egal, wie andere darauf reagieren. Und manchem, der meinte „Wie wird Dein Tattoo aussehen, wenn Du über 70 bist“, wurde schon geantwortet: „Na ja, wenn das dann mal mein einziges Attraktivitätsproblem ist . . .“

Wir stellen also fest, dass Tattoos in erster Linie eine Sache der Individualität sind. Früher führte man Tagebuch, heute hat man ein individuelles Tattoo. Leibhaftigkeit und Geschichtlichkeit oder die Haut als Poesiealbum. Oder eben Regionalität und Heimatliebe verdeutlicht durch den Wasserturm von Hockenheim als Tattoo. Haben Sie übrigens die oben erwähnte, freundliche junge Dame schon gesehen?

Freier Autor

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1