Obst- und Gartenbauverein - Vorsitzender Rudi Mergenthaler bemängelt versiegelte Kiesflächen / Vögel, Bienen und Insekten finden dort weder Nahrung noch Unterschlupf Sträucher laden Mensch und Tier zum Verweilen ein

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zg
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Blühende Gärten wie auf diesem Symbolbild, das im Südwesten Frankreich entstand, warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf Tiere, die Nahrung und einen Unterschlupf suchen. © Dpa

Hockenheim. „Sieht man die zum Teil versiegelten Kiesflächen, könnte man denken, die Pandemie habe bereits auch vom Gartenboden Besitz ergriffen“, zeigt sich Rudi Mergenthaler, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins skeptisch, welch trügerisches Bild da gezeichnet wird.

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Viele Vorgärten und teilweise auch Gärten an sich sind mit Kies- und Schotterbelägen, höchstens mal durch ein paar kleine Sträucher aufgelockert, befüllt oder modelliert. Das erscheint zunächst ansehnlich und pflegeleicht, was sich jedoch mit der Zeit meist als Fehleinschätzung entpuppt. Außerdem versickert an diesen Stellen das Regenwasser oft schlecht. Da in diesen Bereichen kaum noch Pflanzen wachsen, werden die Anwohner verstärkt durch Hitze, Lärm und Feinstaub strapaziert. Kleintiere wie Vögel, Bienen und Insekten finden weder Nahrung noch Unterschlupf.

Boden verdichtet sich

Für eine ausreichend dicke Steindecke wird reichlich Kies, Schotter oder Splitt benötigt, welcher schnell ein paar hundert Euro kosten kann. Vielerorts kommen Abwassergebühren für die Flächenversiegelung hinzu, da die Steine auf kräftigem Unkrautvlies oder Folie ausgebracht werden. Darunter verdichtet sich zunehmend der Boden und die ohnehin spärliche Bepflanzung leidet abwechselnd unter Nässe und Trockenheit, teils bis zum Absterben.

Mit zunehmender Zeit überziehen sich die Steine häufig mit Algen oder Moos. Werden Erdpartikel und Herbstlaub herangeweht, sprießen dazwischen Löwenzahn und Co. Dann müssen häufig Laubsauger, Hochdruckreiniger oder gar Unkrautvernichter eingesetzt werden – sofern die Steinbeläge nicht nach einigen Jahren komplett ersetzt werden sollen.

Grün statt tristes Grau

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Auf längere Sicht erweist sich eine geeignete Bepflanzung oft als pflegeleichter. Voraussetzung hierfür sind entsprechende Kombinationen, die wirklich zum Standort passen, also zum Beispiel sonnig oder schattig, eher trocken oder feucht. Zur Gestaltung eignen sich immergrüne Kleinsträucher, wie Mahonie, Johanniskraut, kleine Nadelgehölze und Blütenstauden. Also Bodendecker verschiedene Sedum, Polster-Phlox, Golderdbeere und andere. Außerdem pflegeleichte Blütensträucher wie Potentilla, Lavendel, Margeriten, Glockenblumen sowie Bodendeckerrosen mit langer Blütezeit. „Sie alle laden Nützlinge und Insekten zum Verweilen ein, ebenso uns Menschen“, so der Vorsitzende Rudi Mergenthaler in der Pressemitteilung abschließend. zg