Fragenkatalog (Teil 5)

Zukunft des Motodroms Hockenheim: Das sagen die Landtagsabgeordneten

Eine Rennstrecke zwischen Beschwerden über Lärm und der Faszination von Großereignissen aller Art. Die Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (CDU), Daniel Born (SPD) und Andre Baumann (Grüne) beurteilen die Zukunft des Motodroms.

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Das Hockenheimer Motodrom aus der Luft. © lenhardt

Region / Hockenheim. Große Open-Air-Konzerte, lauter Motorsport, aber auch der Alltag mit Testfahrten und Schritten in die Elektromobilität – das ist der Hockenheimring heute. Wir haben die Abgeordneten gefragt: „Hockenheimring – hat so eine Rennstrecke noch eine Zukunft und wo liegt sie?“

Andreas Sturm (CDU): Der Hockenheimring ist ein Aushängeschild für die Stadt und die ganze Region. Es gibt dabei zahlreiche unterschiedliche Ereignisse: Motorsportrennen, Konzerte, private Fahrten, Fahrsicherheitstrainings oder Breitensportereignisse. Der Motorsport spielt bei der Entwicklung von E-Mobilität, synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff eine zentrale Rolle. Schon immer wurden Innovationen auf der Rennstrecke getestet und dadurch weiterentwickelt und bezahlbar gemacht. Bei den synthetischen Kraftstoffen ist die historische Formel Vau Vorreiter und durch die immer größere Effizienzsteigerung kommen die Entwicklungen auch im Personen- und Lkw-Verkehr an.

CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Sturm. © Hauk

Der Hockenheimring ist daher ein Standortvorteil für die neue Mobilität. Ich denke dabei beispielsweise an die Nähe zum Wasserstoffzentrum in Eppelheim, denn der Rhein-Neckar-Kreis ist auch Wasserstoffmodellregion. Mit der Traditionsrennstrecke gibt es Möglichkeiten, die neuen Technologien vor Ort zu entwickeln und zu testen. Ich gehe davon aus, dass dadurch der Schadstoffausstoß und die Lärmbelästigung geringer wird. Als Wirtschaftsfaktor ist der Hockenheimring für die Stadt und Region unverzichtbar.

Daniel Born (SPD): Hockenheim ist die schnellste und rockigste Stadt Deutschlands. Ein Aushängeschild für unsere Region und unser Land. Der Ring ist Legende und Mythos – und ich bin überzeugt: Der Ring hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aber das kann nicht eine große Kreisstadt alleine schultern. Das Land muss sich hier vielmehr in die Verantwortung nehmen lassen. Warum? Am Hockenheimring werden die Transformationsprozesse und die Technologieleistungen von Baden-Württemberg unmittelbar erlebbar. Und das ist wichtig.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born. © Daniel Kaier

Denn wenn man sich auf den Fortschritt einlassen will – und der Fortschritt passt zu uns Kurpfälzern – dann sollte man jede Chance nutzen, schon einmal ein wenig die Zukunft zu erleben. Mit dem Ausbau der Elektrosparte am Ring wird genau dieser Weg beschritten. Da wir in Baden-Württemberg Autoland sind und wie ich meine auch bleiben sollten, ist genau dieser Weg unsere Zukunft.

Ob Batterie, Wasserstoff oder E-Fuels – Hockenheim kann Schaufenster der Zukunft sein. Ich sehe aber auch aus einem anderen Grund das Land stärker in der Pflicht. Baden-Württemberg ist Sport- und Kulturland. Wie kann man es sich da entgehen lassen, mit dem Ring einmal im Jahr die Möglichkeit eines Formel-1-Rennens und regelmäßig Spitzenkonzerte zu haben? Wenn Hockenheim hierbei Unterstützung braucht, sollten in den Ministerien in Stuttgart die Türen weit offen sein.

Andre Baumann (Grüne): Die Zeit der großen Formel 1-Rennen in Hockenheim ist Vergangenheit. Wo die Zukunft des Hockenheimrings liegt, entscheiden in erster Linie die Stadt Hockenheim und die Hockenheimring GmbH. Ich würde mir wünschen, dass der Hockenheimring ein Ort der neuen klimafreundlichen Mobilität wird.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Dr. Andre Baumann. © Lena Lux Fotografie & Bildjou

Für die Menschen in und um Hockenheim wünsche ich mir auch, dass die Lärmbelastung durch den Hockenheimring abnimmt. Die häufigsten Beschwerden, die bei mir als Abgeordneten eingehen, drehen sich um den Lärm. Es ist zu oft zu laut. Es sollte also eine Transformation der Rennstrecke stattfinden. Weg von der klassischen Motorsportstrecke, hin zu einem Ort der Entwicklung für moderne und nachhaltige Mobilität der Zukunft, bei der alle Antriebstechnologien der Zukunft Raum für Entwicklung und Erprobung finden.

Erste Schritte dazu wurden bereits getan: Im Porsche Experience Center kann der vollelektrische Taycan auf der Rennstrecke ausprobiert werden. Seit Jahren findet das E4-Testival statt, an dem fast alle Automobilhersteller ihre E-Autos präsentieren. Die Elektromobilität ist klimapolitisch notwendig. Aber klimafreundliche Mobilität hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern sie macht meiner Meinung nach sogar mehr Spaß! Wo könnte man dieses Fahrgefühl besser vermitteln, als auf dem Hockenheimring, der in Deutschland wie kein anderer Ort für Automobilität steht?

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