Grüne - Landtagskandidat gegen Einsatz hochgiftigen Pestizids Baumann: Neonicotinoide gehören nicht auf den Acker

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zg
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Ketsch. Zu einer Online-Sitzung der Grünen in der Enderlegemeinde wurde Landtagskandidat Dr. Andre Baumann zugeschaltet, heißt es in einer Pressemitteilung. Günther Martin, Gemeinderat und Imker, hatte darum gebeten, dass Baumann erläutert, warum das Land Baden-Württemberg eine Notfallzulassung für eine Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden im Zuckerrübenanbau zugelassen habe.

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Günther Martin erklärte, dass Neonicotinoide im höchsten Maße bienengefährlich seien. Hintergrund ist, dass die Südzucker AG vom 1. Januar bis 30. April 2021 auf 12 000 Hektar Fläche mit Thiamethoxam gebeiztes Zuckerrübensaatgut ausbringen darf.

Notfallzulassung ärgert

„Das Land verfolgt das Ziel, dass der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden bis zum Jahr 2030 um 40 bis 50 Prozent reduziert wird. Dieses Ziel ist gesetzlicher Auftrag und wichtig, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Umso ärgerlicher ist es, dass das Landwirtschaftsministerium in alleiniger Zuständigkeit in einer Notfallzulassung Neonicotinoide zulassen wird“, sagte Baumann.

„Neonicotinoide gehören zu den giftigsten Pestiziden, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Manche sind tausendfach toxischer als DDT (das Insektizid Dichlordiphenyltrichlorethan, Anm. d. Red.). Neonics gehören in den Giftschrank und schon gar nicht auf den Acker. Deshalb lehne ich die Notfallzulassung durch den Landwirtschaftsminister ab“, sagte der Landtagskandidat der Grünen. Neonicothinoide seien systemisch wirkende Gifte, die nach der Beizung des Saatguts in jeder Zelle der Zuckerrübenpflanze vorhanden sind.

Insektensterben mitverursacht

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„Neonics haben das massive Insektensterben der letzten zwei Dekaden mitverursacht.“ Aus gutem Grund habe die Europäische Union die Mittel 2018 verboten, auch das Beizen von Saatgut mit Thiamethoxam, etwa im Zuckerrübenanbau. „Jetzt wird von Minister Hauk das Hintertürchen des Verbots genutzt: die Notfallzulassung.“

Günther Martin teilte mit, dass er sich sehr große Sorgen mache. Bienen seien die Indikatoren für eine gesunde Natur und Umwelt. Sie suchten frei ihre Nahrung und der Imker, der die Bienen betreue, sehe jeden noch so kleinen negativen Einfluss, der von außen auf das Bienenvolk einwirke.

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„Wir hatten hier am Oberrhein 2008 ein großes Bienensterben durch diese Insektenvernichtungsmittel. Es gibt viele andere Möglichkeiten, unsere Nutzpflanzen zu schützen, wir brauchen die Neonicotinoide nicht, auch wenn sie für einige sehr einfach anzuwenden und bequem sind. Hier in Baden-Württemberg müssen sie verboten bleiben. Gerade Südzucker mit Sitz in Mannheim und mit einem großen Anbaugebiet in Hockenheim sollte Vorbild sein für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“, sagte Günther Martin. zg