Gemeindeentwicklungskonzept - Günther Klefenz und Ralph Oswald engagieren sich als „Kümmerer“ für die Rheinhalle / Machbarkeitsstudie im Haushaltsplan beschlossen „Ein Schritt in die richtige Richtung“

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Caroline Scholl
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Sanierung und Modernisierung der Rheinhalle – für Ralph Oswald (v.l.) und Günther Klefenz ist das die beste Option. © Scholl

Ketsch. „Ein Schritt in die richtige Richtung“ – so beschreibt Günther Klefenz nach der Gemeinderatssitzung am 9. Dezember die einstimmige Entscheidung des Gemeinderates, die notwendigen 20 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur zukünftigen Nutzung der Rheinhalle im Haushalt 2020 zu verankern. Klefenz hat sich gemeinsam mit Ralph Oswald sofort dafür eingesetzt, dieses umfangreiche Projekt in den Fokus zu nehmen, als sich durch die Stadtentwicklungs GmbH (STEG) die Gelegenheit bot, als „Kümmerer“ ein Projekt zum Gemeindeentwicklungskonzept zu begleiten.

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Mit Günther Klefenz, einer Führungspersönlichkeit im Tiefbaugewerbe und Ralph Oswald, einem Selbstständigen mit Planungsbüro für haustechnische Anlagen, kommen mehrere Dinge zusammen: Fachliche Kompetenz und Beurteilungsvermögen, Engagement für die Gesellschaft und das Interesse, mit Herzblut etwas Positives für Ketsch und die Einwohner zu erwirken.

„Die Rheinhalle in Ketsch wurde vor 60 Jahren eingeweiht und ist über die Ortsgrenze hinaus ein Begriff. Ferdinand Schmid, der damalige Bürgermeister, bewies damals Mut und Durchsetzungskraft, ein solches Projekt umzusetzen. Die Rheinhalle war in der Region die erste Halle ihrer Art und bot Raum für große Veranstaltungen aus dem Bereich Sport und Kultur“, erklärt Klefenz. Doch natürlich sei die optimal gelegene Halle mit dem umfangreichen Parkplatzangebot in die Jahre gekommen, was sich in Auslastung widerspiegele. Längst werden Hallenhandballspiele in der später gebauten Neurotthalle durchgeführt, aber der Bedarf an Fläche für Vereine steige, gerade auch im Hinblick auf die Demografie in Ketsch.

Zudem werde die Neurotthalle im Zuge der entstandenen Gemeinschaftsschule im Ganztagesbetrieb viel stärker ausgelastet, Vereine mussten dort schon weichen. „Wir haben in Ketsch jetzt schon viel zu wenig Raum für die Aktivitäten der zahlreichen Vereine. Aktuell gibt es wieder sehr starke Jahrgänge und diese Kinder möchten in Zukunft auch in Vereinen aktiv sein, doch die Flächen fehlen“, weiß Oswald.

Sanierung des Bodens wichtig

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Aber was wäre in der Rheinhalle zu tun? Oswald und Klefenz erklären, dass aus ihrer Sicht die Rheinhalle als Mehrzweckhalle genutzt werden müsse. Dabei wären Anbauten und die Sanierung des Bodens wichtig. Auch solle die Halle teilbar werden, um damit die zeitgleiche Nutzung unterschiedlicher Interessenten zu ermöglichen.

Außerdem sei die Empore aktuell aufgrund bautechnischer Bestimmungen nicht mehr nutzbar, insgesamt seien natürlich auch veränderte Bestimmungen bei der Sicherheit und im Brandschutz zu berücksichtigen. Eine Integration eines Caterers, der im besten Fall Schwimmbad und Halle versorgen könne, wäre eine weitere Idee. Der Ketscher Jugendtreff sollte ebenfalls mit entsprechendem Raumangebot berücksichtigt werden. Auch die Stromversorgung und die Beheizung der Halle müssten nach ökologischen Gesichtspunkten neu betrachtet werden. „Parallel wurde ein Vereinsstammtisch gegründet. Dort sind alle Verantwortlichen der Vereine eingeladen, um über Sorgen, Nöte und gegenseitige Unterstützung zu sprechen“, führt Klefenz, selbst Vorstand der Tanzfreunde, weiter aus.

Abriss ist die schlechteste Option

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„Den Abriss der Halle und einen Neuaufbau sehen wir aktuell als die schlechteste Option, denn die Grundsubstanz ist gut und es würde dadurch ein Stück ,Ketscher Kulturgut’ verloren gehen. Außerdem wären durch eine Sanierung parallel, wenn auch eingeschränkt, die Weiternutzung und dadurch Einnahmen möglich“, ergänzt Oswald. Das Projekt, welches nun auf dem Machbarkeitsprüfstand steht, würde sich nach Einschätzung der „Kümmerer“ über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren ziehen und eine Millioneninvestition sein, für die es im Idealfall allerdings auch Fördermittel gäbe; hier käme dann die STEG beratend ins Spiel.

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„Ob wir beide, wenn die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen, weiter beratend tätig sein dürfen, wissen wir aktuell nicht. Aber wenn sich dafür die Gelegenheit ergibt, sind wir beide gerne in einem Team dabei“, bestätigen die beiden engagierten Ketscher motiviert.