Central Kino - Bei „Sun Day Movies“ wird der lehrreiche Kinderfilm „Peter Hase“ gezeigt / Patin Martina Wüst motiviert und unterstützt Flüchtlinge Ein wenig Zeit spenden und bei Integration helfen

Von 
Olivia Coppius
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Bei „Sun Day Movies“ ein Team: Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Anne Ashour-Leidinger (v. l.), Moderatorin Janine Marielle Ruch, Silke Kraßnitzer vom Central Kino, Patin Martina Wüst und Heike Schütz vom Central Kino. © Coppius

Ketsch. Integration kann auf viele Weisen erfolgen. Doch kein Weg führt an der Sprache vorbei. Die deutsche Sprache zu lernen und anzuwenden, ist nicht leicht für die Menschen, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland sind. Am schnellsten und effektivsten ist der kommunikative Austausch zwischen Geflüchteten und Deutschen: Immer am ersten Sonntag im Monat finden seit 2016 dazu die „Sun Day Movies“ statt. Dabei handelt es sich um Filme unterschiedlicher Genres, die alle mehr oder weniger die deutsche Kultur thematisieren oder sich um Themen drehen, die von allen Kulturen verstanden werden – Liebe oder Angst, Eifersucht oder Einsamkeit, Glück oder Trauer.

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Der Real- und Animationsfilm „Peter Hase“, den die Veranstalter zuletzt zeigten, ist durch die leicht verständliche Sprache und dem hohen Aktionsgehalt für die Flüchtlinge besonders gut greifbar.

Sachspenden im Rathaus abgeben

Moderatorin Janine Marielle Ruch eröffnete die Begegnung mit einer Gesprächsrunde mit der Ketscher Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten Anne Ashour-Leidinger und der engagierten Flüchtlings-„Patin“ Martina Wüst. „Wie kann man helfen?“, ist die Frage, die Anne Ashour-Leidinger oft gestellt wird. „Einmal gibt es Sachspenden wie Bettwäsche, Töpfe oder ein Bügeleisen. Alles rund um den Haushalt am besten“, erklärt Ashour-Leidinger. Diese Sachspenden können im Rathaus abgegeben werden. Für Kleidung gibt es aber beispielsweise in der Schwetzinger Kleiderstube auch die Möglichkeit zu spenden.

Darüber hinaus gebe es die Zeitspenden, die fast noch wichtiger sind. Denn dabei geht es darum, als Ansprechpartner zu dienen, den Geflüchteten die Gemeinde zu zeigen und die wichtigsten Anlaufstellen.

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Als Pate solle man weniger die behördlichen Dinge mit den Flüchtlingen erledigen, sondern für sie viel mehr eine Orientierung im Alltag darstellen. Patin Martina Wüst engagiert sich seit vier Jahren, also noch vor Beginn der großen Flüchtlingswelle.

Deutsche Sprache trainieren

„Ausschlaggebend war mein eigenes Interesse, die für mich so fremd aussehenden Menschen und ihre Kultur kennenzulernen“, sagt Matina Wüst. Für sie geht es um die Zeit, die sie mit den Menschen verbringt, sie trainiert mit ihnen die deutsche Sprache, motiviert sie und hilft ihnen bei der Berufsfindung. Wichtig sei jedoch eines: Eine Patenschaft ist keine Verpflichtung. Man investiert so viel Zeit, wie man möchte.

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Im Film „Peter Hase“ geht es um den von Christoph Maria Herbst gesprochenen jungen Peter Hase – ein Schlitzohr, das sich nur allzu gern mit dem griesgrämigen und verhassten Nachbarn McGregor anlegt. Als sich dessen Neffe jedoch in die beste Freundin der Hasen, Bea, verliebt, gerät der Gartenkrieg zwischen Mensch und Tier auf eine neue Ebene. Am Ende wird Peter Hase klar, dass sich Beas Zuneigung für ihn nicht verringert, nur weil sie nun für McGregor Junior ebenfalls Zuneigung empfindet, und alle versöhnen sich und leben in Einigkeit.

Voneinander profitieren

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So verhält es sich auch in der Realität: Nur weil andere Kulturen in unserem Land leben, wird unsere Kultur dadurch nicht benachteiligt, sondern vielmehr bereichert. Dass beide Seiten voneinander profitieren, fällt nicht zuletzt bei den an den Film anschließenden Gesprächen zwischen Flüchtlingen und ihren Paten auf.

Bei Kaffee und leckerem selbst gebackenen Kuchen der Kino-Crew wird gemeinsam geredet und gelacht. Janine Marielle Ruch freut sich: „Unsere Reihe Sun Day Movies wird mittlerweile von beiden Seiten sehr gut aufgenommen“, sagt sie. „Damit wollen wir zum Nachdenken und Miteinander sprechen anregen.“

Die nächste Gelegenheit dazu ist am 4. November im Central Kino, wenn „Hotel Transilvannia“ gezeigt wird. „Das ist der Sonntag nach Halloween, also gerne verkleidet kommen!“, freut sich Ruch.