Irischer Abend - Paddy Schmidt überzeugt als keltische Musiklegende / Publikum zeigt sich textsicher Festzelt verwandelt sich in riesigen Pub

Von 
Volker Widdrat
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Eine musikalische Reise über die grüne Insel Irland: „Paddy goes to Holyhead“ mit Paddy Schmidt (Mitte), Almut Ritter mit der Geige und Uwe „Uhu“ Bender am Bass. © Widdrat

Ketsch. Bei der Premiere war der Sound noch ziemlich schwach gewesen. Sechs Jahre später kommt „Paddy Goes To Holyhead“ längst mit viel Power rüber. Zum siebten Male gastierte die Irish Folk Formation mit Paddy Schmidt (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Almut Ritter (Geige) und Uwe „Uhu“ Bender (Bass) am Backfischfest-Montag und zelebrierte für die Fans keltischer Klänge und irischer Weisen weit über 40 Lieder.

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Eigenkompositionen und Klassiker machten die musikalische Reise auf die grüne Insel zu einem echten Genuss. Bei Guinness vom Fass, Whiskey und Fish’n’Chips wurde das Festzelt schnell zum großen Irish Pub. Das Stück „Leaving of Liverpool“ machte den Auftakt, gefolgt von „Dirty Old Town“, mit dem dieses Mal nicht die Enderlegemeinde, sondern Ludwigshafen gemeint sei, rief Paddy Schmidt.

Qual der Wahl im Nosing-Glas

Die Fans lauschten den Klängen von „Rare old Times“ und „From Clare to here“, zwischendrin durfte auch mal geträumt werden. Das Trio brachte Lieder zu Gehör, die von Menschen handeln, die an der Westküste von Irland leben und Fische fangen. Oder von 15 000 irischen Arbeitern, die in der riesigen Werft in Belfast die „Titanic“ und ihr Schwesterschiff „Olympic“ bauten. Der Song „Whiskey when I’m dry“ von „Paddy goes to Holyhead“ selbst beschäftigt sich mit der Liebe zum „Wasser des Lebens“.

Die Single Malt-Freunde hatten an diesem Abend die Qual der Wahl. Zur Verkostung im Nosing-Glas standen ein irischer Jameson-Whiskey sowie ein Royal Lochnagar, ein acht Jahre alter Glendronach, ein Glenmorangie Quinta Ruban und ein zehnjähriger Laphroaig aus Schottland auf der Karte. Die Auswahl hatte wieder Whisky-Experte Rudi Müller von der Firma Spirituosen Futterer aus Schwetzingen zusammengestellt.

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„I’ll tell me Ma“ von Fiddler’s Green und der schottische Folk-Song „Jock Stewart“ bekamen viel Applaus. Die Bühne leuchtete irisch Grün, ab und an wurde auch getanzt. Das begeisterte Publikum sang kräftig mit. Nicht nur bei „Star of the County Down“ zeigten sich die Fans textsicher. „Molly Malone“, das bekannte irische Volkslied über die schöne Fischhändlerin aus Dublin, berührte die Fans. „Die keltische Musiklegende Paddy Schmidt“, so „Uhu“ Bender, überzeugte wieder voll und ganz. „Johnny went to the War“ war dann eher ein nachdenkliches Stück, bevor beim bekannten Shanty „Drunken Sailor“ wieder mitgegrölt werden durfte.

Mit Ralph McTells Klassiker „Streets of London“ neigte sich der irisch-schottische Folk-Abend dem Ende zu. Bei „Whiskey in the Jar“ drehte das Trio noch mal auf, mit „The Fields of Athenry“ war der Auftritt leider schon wieder vorbei.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.