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Interviews

Fridays for Future befragt die Ketscher Bürgermeisterkandidaten

Bei den Fragen, denen sich vier der sechs Kandidaten gestellt haben, stand der Klimaschutz in der Gemeinde im Vordergrund.

Von 
An Ngo
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Das Hochwasser an der Rheininsel im vergangenen Jahr ist ein Zeichen für die Auswirkungen des Klimawandels im Umfeld der Gemeinde. © Wolfgang Schwindtner

Ketsch. Fridays for Future steht für den Glauben an eine lebenswerte Zukunft ein, die durch eine effektive Klimapolitik gegen den Klimawandel garantiert werden muss.

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Die Folgen des Klimawandels sind längst im Rhein-Neckar-Kreis merklich spürbar.

Hitzewellen, Extremwetterereignisse, trockene Wälder, das Schwinden der Biodiversität sind Beispiele aus einer langen Reihe von gravierenden Klimafolgen. Am Sonntag, 8. Mai, wählt Ketsch einen neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin. Damit steht die Ketscher Bevölkerung auch vor einer Entscheidung bezüglich der in Zukunft verfolgten lokalen Klimapolitik. Aus dem Anlass hat Fridays for Future Schwetzingen mit fünf der sechs Kandidierenden Interviews zum Thema lokaler Umweltschutz geführt.

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Andreas Nather war trotz mehrmaliger Kontaktierungsversuche leider nicht erreichbar. Simon W. Schmeisser hat sich nach dem Interview entschieden, nicht Teil des Artikels zu sein.

Im Folgenden werden die Antworten von vier Kandidierenden zusammengefasst dargestellt.



Wahlhelfer zur Bürgermeisterwahl in Ketsch 2022

14 Thesen zur Wahl in Ketsch: Vergleichen Sie Ihre Positionen mit denen der Bürgermeister-Kandidatinnen und -Kandidaten

Welche Optionen sehen Sie, um den Pkw-Verkehr in Ketsch und der Umgebung zu reduzieren?

Marco Schnepf: Der ÖPNV spielt für mich eine zentrale Rolle. Ich werde nicht nur eine neue Haltestelle am Neubaugebiet, sondern auch weitere Verbesserungen anstreben. Als begeisterter Radfahrer sehe ich hier ebenfalls Potential, mehr Leute zu ermuntern, mehr Fahrrad zu fahren.

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Timo Wangler: Wenn wir Verkehr reduzieren wollen, müssen attraktive Alternativen geschaffen werden. Für den ÖPNV müssen Bund und Land Mittel zur Verfügung stellen. Die Gemeinden können Rahmenbedingungen setzen. Außerdem müssen wir versuchen, integrative Verkehrskonzepte zu entwickeln, die innerorts Fußgänger und Radfahrer stärken und schützen.

Nimonh Kaiser-Patthavong: Die Gemeinde kann im finanziell möglichen Rahmen attraktive Umrüstungen im Bereich E-Mobilität voranbringen. Hier geht es zudem ein Stück weit auch um Eigenverantwortung. Ob beispielsweise zu Fuß gegangen wird, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden, entscheidet jeder selbst.

Julian Rapp: Carsharing-Projekte erscheinen mir in diesem Zusammenhang als sinnvoll. Eine weitere Option ist die Verbesserung der Anbindung an umliegende Kommunen. Dazu sollten Gespräche mit den entsprechenden ÖPNV-Dienstleistern über realisierbare Angebote geführt werden.

Inwieweit planen Sie den Ausbau erneuerbarer Energien?

Schnepf: Dach- und sonstige geeignete Gemeindeflächen sollen nach Möglichkeit mit Photovoltaikanlagen bestückt werden. Dort wo dies aus finanziellen Gründen nicht möglich erscheint, sind gewinnbringende Fremdvergaben zu prüfen. Flächen, die man hat, sollte man auf jeden Fall nutzen.

Wangler: Da bin ich ganz stark für die Solarenergie. Auch hier müssen Bund und Land finanzielle Anreize schaffen. Die Kommune kann ihrerseits informieren, beraten und unterstützen.

Kaiser-Patthavong: Meiner Meinung nach sind PV-Anlagen nach aktuellem Stand die umweltschonendste Option. Inwieweit gemeindeeigene Objekte genutzt werden können, sollte man künftig im Auge behalten. Die Landesförderungen dürfen hierbei nicht außer Acht gelassen werden.

Rapp: Solarenergie scheint mir eine sinnvolle, zu fördernde Energiegewinnungsart zu sein, mit der man auf bereits bebauten Flächen Strom erzeugen kann, ohne direkt Landschaftsflächen opfern zu müssen, wie zum Beispiel beim Errichten von Windkraftanlagen.

Welche Vorkehrungen möchten Sie treffen, um den Erhalt der Artenvielfalt zu garantieren?

Schnepf: Unsere Naturschutzgebiete sind weiterhin zu hegen und zu pflegen. Da die Möglichkeiten des Umweltschutzes niemals erschöpft sind, ist weiteres Verbesserungspotenzial zu nutzen. Interne und externe Fachleute sind hierbei mit einzubeziehen, um effektive Maßnahmen für Ketsch zu finden.

Wangler: Wir dürfen keine neue Baugebiet erschließen, sondern müssen eine gesunde innerörtliche Verdichtung anstreben. Bei der Abwasserbeseitigung muss zeitnah die vierte Reinigungsstufe eingeführt werden. Dann könnten innerorts Grünanlagen noch naturnaher gestaltet werden. Natürlich ist es dabei wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen und zu informieren.

Kaiser-Patthavong: Erhalten, da wo es möglich ist und gestalten, da wo es geht. Gründächer wären eine Möglichkeit, eine zusätzliche Form „natürlicher“ Umgebungen zu schaffen. Im Bewusstsein Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, ist Naturschutz wichtiger denn je.

Rapp: Sinnvolle Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Pflanzen und Tieren müssen in Gesprächen mit den entsprechenden Ämtern, Naturschutzvereinigungen, Gewerbe und Industrie, den kommunalen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung gefunden werden.

Stellt Klimaschutz für Sie eine Priorität dar?

Schnepf: Klares Ja. Der Klimaschutz ist ein zentrales Thema. Wir benötigen einen gut überlegten Umweltschutz im Einklang mit Finanzierbarkeit und ansprechender Optik. Nur durch Transparenz und Akzeptanz der Bürger können solche Maßnahmen dauerhaft erfolgreich umgesetzt werden.

Wangler: Ich will meinen Kindern etwas hinterlassen – ökologisch und ökonomisch. Zunächst müssen die Pflichtaufgaben erfüllt werden – und da gehört der Klimaschutz mit dazu. Wir dürfen aber die finanziellen Ressourcen nicht aus dem Auge verlieren.

Kaiser-Patthavong: Klimaschutz geht uns alle an und sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Zwischen Wunsch und Umsetzung muss auch die Finanzierung im Blick behalten werden. Ich bin stets offen für Impulse und mit Menschen in den Austausch zu gehen.

Rapp: Natürlich. Hierzu bedarf es gemeinsamer Anstrengungen sowie entsprechende Umsetzungen. Es soll ein Dialog entstehen, um vernünftige Lösungen für ein Problem zu finden, das sich in seinem Ausmaß heute noch nicht beziffern lässt.

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