Geschäftsleben - Beim Ketscher Mario Müller kann man sich Federvieh ausleihen / „Familyhuhn“ begeistert Kunden / Die frischen Eier sind heiß begehrt Hennenteams sind auf Miete eingespielt

Von 
Caroline Scholl
Lesedauer: 
Mario Müller ist beim Kleintierzuchtverein Mitglied und hat mit „Familyhuhn“ ein Mietmodell für Hühner an den Start gebracht. © Scholl

Ketsch. Ob es nun das Huhn oder das Ei war, das zuerst da war, dies ist dem Tierfreund Mario Müller ziemlich egal. Was allerdings bei ihm zuerst da war, das war die Idee von „Familyhuhn“. „Ich hatte davon gehört, dass in der Pfalz jemand Kindergärten Hühner zum Mieten anbietet, dann habe ich mich informiert und schnell war unser eigenes Miet-Huhn-Konzept entwickelt“, erinnert sich der 51-jährige Ketscher.

AdUnit urban-intext1

Im Sommer 2019 startete er im Nebenerwerb das Start-up „Familyhuhn“. „Ich bin praktisch mit Tieren großgeworden, wir hatten immer Hunde, Katzen, Vögel oder Fische. Später kamen Kaninchen dazu und seit 2014 bin ich Mitglied im Kleintierzuchtverein Ketsch. Dort begann ich dann auch mit der Hühnerzucht. Nicht zuletzt, um ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzten und selbst für eine gesündere Ernährung zu sorgen. Mit ,Familyhuhn‘ möchte ich den Menschen die Vorzüge einer Hühnerhaltung im privaten Bereich näherbringen. Ganz ohne dauerhafte Verpflichtung, einfach um es mal auszuprobieren“, bekräftigt Müller.

Für einen Zeitraum ab einer Woche könne bei „Familyhuhn“ ein sogenanntes All-inclusive-Paket (ab 97 Euro) gebucht werden. Dieses beinhalte vier zutrauliche Hennen, einen passenden Hühnerstall, 25 Meter Steckzaun, Aufbau des Ganzen, Sandbad, Einstreu, Futterautomat, Wassertränke, Einweisung und Beratung sowie alle gelegten Eier im Mietzeitraum und die Endreinigung des Stalles.

Neu mit Brutapparat

Wer über eine Grün- oder Sandfläche von mindestens 20 Quadratmetern verfüge, könne den gesunden und geimpften Hühnern bald ein vorübergehendes Zuhause schenken. „Neu im Angebot haben wir außerdem die Möglichkeit, bei einer Mietdauer von vier Wochen einen Brutapparat mit zehn Eiern dazuzubuchen. Hier kann dann der sehenswerte Schlupf von Küken beobachtet werden, die auf Wunsch natürlich nach der Zeit von uns wieder mitgenommen werden“, ergänzt Müller.

Für Projektwoche geeignet

AdUnit urban-intext2

Auch für Kindergärten, Kinderhorte oder Schulen sei das „Familyhuhn“-Paket geeignet, beispielsweise für Projektwochen oder die Idee, Kindern das Landleben näherzubringen. „Ebenfalls kann ich es mir vorstellen, dass in Alten- und Pflegeheimen oder Seniorenstiften mit „Familyhuhn“ eine tolle Abwechslung und Beschäftigung geschaffen werden kann, die sicher für Gesprächsstoff sorgt und die Aktivität fördert. Viele ältere Menschen kennen die Hühnerhaltung ja noch aus der Jugend“, führt Mario Müller weiter aus.

Aktuell sind in der „Vermietung“ sechs „eingespielte Hühnerteams“ mit jeweils vier robusten Hennen, die sich auch mal streicheln lassen. „Zunächst sind wir mit einer Gruppe gestartet, doch die Nachfrage ist groß. Mittlerweile haben wir sechs Gruppen zutraulicher Hühner mit allem Equipment und perspektivisch werden es mehr“, erklärt der in der Flugzeugindustrie beschäftigte Hobbyzüchter, der tatkräftig von seiner Frau bei „Familyhuhn“ unterstützt wird.

AdUnit urban-intext3

Hühner seien sehr anspruchslose Tiere und da Müller selbst jedes Miet-Paket anliefere, habe er stets einen Blick darauf, dass es den Hühnern in der Leihphase gut gehen werde. „Bisher gab es noch keine Probleme, im Gegenteil. Die Hühner bekommen bei den Privathaushalten immer Namen, werden gerne zusätzlich mit Leckereien wie Obst, Gemüse, Kartoffeln oder auch Nudeln und Reis gefüttert.“ Der Abschied nach der Mietdauer falle den „Teilzeithühnerhaltern“ oft schwer und selbst Tränen seien beim Abholen schon geflossen. „Viele haben sich danach entschlossen, selbst dauerhaft Hühner zu halten, oder unsere Hühner noch mal zu mieten. Die schmackhaften Eier sind natürlich außerdem sehr beliebt. Bei vier Legehennen können schon rund 50 frische Eier in zwei Wochen zusammenkommen, so dass oft die ganze Nachbarschaft von den Leihhennen profitiert“, weiß Müller. Auch mit weiteren Haustieren sei die Hühnerhaltung kein Problem, wenn man die Tiere behutsam aneinander gewöhne.

AdUnit urban-intext4

Mietzeitraum ist von April bis Oktober, meistens würden zwei Wochen gebucht, manchmal sogar als außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk. „Wir bekommen durchweg nur sehr gutes Feedback. Wer außerdem aktuell einen Acker oder ein Feld in und um Ketsch verpachtet, darf sich gerne bei mir melden, denn ein mobiler Hühnerstall wäre die nächste Idee und ein großer Wunsch von mir“, ergänzt der begeisterte Tierfreund. „Familyhuhn“ beinhalte viele Aspekte, neben der Gelegenheit, Erfahrung mit Hühnern zu sammeln, Verantwortung zu übernehmen oder Frühstückseier zu genießen vor allem eines: Freude an der Tierhaltung, die noch bis vor wenigen Jahrzehnten gelebte Praxis in vielen Haushalten war.

Info: Mehr Infos unter www.familyhuhn.de oder bei Mario Müller unter Telefon 0152/27 67 31 30.