Durchatmen - Ginster steht auf der Rheininsel in voller Blüte / Pflanzenteile des „Augenschmauses“ sind allerdings giftig Hummeln sorgen für eine Explosion

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csc
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Auf der Rheininsel leuchtet dieser Tage der Ginster. © Scholl

Ketsch. Der als Geißenklee bekannte Besenginster mit seiner Wuchshöhe von bis zu zwei Metern fühlt sich besonders wohl in Heidelandschaften und in lichten Wäldern mit kalkarmem Boden. Kein Wunder, dass an einigen Stellen auf der Ketscher Rheininsel die Pflanze mit ihren sonnengelben, strahlenden Blüten prächtig wächst und gedeiht.

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In Mittel-, Ost- und Südeuropa ist der Besenginster bis in Höhen von 1800 Metern zu finden. Jetzt, von Mai bis Juni, bildet der Ginster zahlreiche, an einzelnen Stielen sitzende Blüten aus und ist bei Hummeln und Bienen sehr begehrt. Zwar liefern die hübschen Blüten keinen Nektar, aber sie sind ein guter Pollenlieferant.

Interessant zu beobachten ist, wie die Bestäubung der Blüten erfolgt. Zunächst müssen die schweren Hummeln ran. Setzt sich einer der dicken Brummer auf die „Flügel“ der Blüte, wird ein „Explosionsmechanismus“ ausgelöst, bei dem die Staubblätter hervorschnellen und die Hummeln mit Pollen bestäuben. Erst dann kommen die Bienen, die die „explodierten“ Blüten besuchen und sich mit gelbem Pollen bepudern. Ginster ist nicht nur für Hummeln und Bienen wichtig, sondern auch als Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.

Doch es ist Vorsicht geboten. Wie bei vielen anderen ginsterartigen Pflanzen, die als Sträucher und Halbsträucher wachsen, sind alle Pflanzenteile giftig. Das in bedeutsamer Menge im Ginster enthaltende Tyramin kann zu schweren Blutdruckkrisen führen. In der Pflanzenheilkunde ist beschrieben, dass nur die noch nicht geöffneten Blütenknospen Verwendung finden und nur nach ärztlicher Rücksprache.

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Besenginster wirkt gefäßverengend, blutdruckerhöhend und harntreibend. Manchen ist es unmöglich, den im Ginster wirksamen Bestandteil Spartein durch das dafür notwendige Enzym im Stoffwechsel zu verarbeiten. Hier führt selbst eine schwache Dosierung zur Vergiftungserscheinung. Der wunderschöne Ginster bietet sich also vor allem als „Augenschmaus“ an. csc