Seniorennachmittag - Rund 800 Senioren feiern zusammen mit dem Musikverein 1929 / Gemeinde und Gemeinderat laden die Bürger über 70 Jahre ein Im Festzelt trifft Amor mitten in die Herzen

Von 
Vanessa Schwierz
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Viele Senioren stehen, singen, klatschen und schunkeln mit, während Bürgermeister Jürgen Kappenstein und Franz Hauns auf der Bühne das Badner Lied singen. © Schwierz

Ketsch. Schunkeln und mitsingen ist an einem solchen Nachmittag im Festzelt des Backfischfestes auf dem Festplatz Im Bruch vorprogrammiert. Laut erklingen die Instrumente beim Eröffnungsmarsch und die rund 800 Senioren vor der Bühne klatschen begeistert mit – alles ist bereit für den Seniorennachmittag.

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Bei der Begrüßung hebt Bürgermeister Jürgen Kappenstein hervor, „dass es keinen Grund gibt, zu Hause zu bleiben bei diesem Wetter“, denn es regne ja nicht und das Wetter sei optimal für den Seniorennachmittag im Festzelt.

Das Angebot der Gemeinde – auch im Namen des Gemeinderats – richtet sich an alle Ketscher, die am Jahresende 70 Jahre und älter sind. Inklusive gibt es ein Essens- und zwei Getränkegutscheine. Ein verlockendes Angebot für die Bürger. Auch um die An- und Abreise für die Backfischfestgänger wurde sich gekümmert. Das Deutsche Rote Kreuz organisierte einen Bus-Shuttle für die Gäste – so ging es sicher auf den Festplatz und wieder nach Hause.

Für Lieder zum Mitsingen und Mitschunkeln sorgte der Musikverein 1929, der die Senioren mit Musik bei Laune hält und ihnen einen abwechslungsreichen und stimmgewaltigen Nachmittag bietet. Während die Bedienungen zwischen den Tischen direkt vor der Bühne und der Abholtheke viele Kilometer machen, genießen die Senioren bei Seehecht, Schnitzel und Bier die stimmungsvolle Musik.

Zum ersten Mal gemeinsam

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Auch das Ehepaar Elisabeth (70) und Robert (81) Felix will sich die ausgelassene Stimmung nicht entgehen lassen. „Im vergangenen Jahr war ich das erste Mal da. Mein Mann war leider erkrankt“, erzählt Felix über ihren ersten Besuch auf dem Seniorennachmittag, den „ich leider nicht richtig genießen konnte“. Umso mehr strahlen die beiden um die Wette, dass sie in diesem Jahr endlich gemeinsam diesen Nachmittag erleben und genießen dürfen.

Während die Bedienungen mit den Tüten herumlaufen, in denen sich der Fisch befindet und Weinschorlen verteilen, sind die Gläser bei Ehepaar Seifert und Walley fast leer. Seit sie das passende Alter erreicht haben, ist das befreundete Ehepaar beim Seniorennachmittag dabei: „Ein fester Termin im Kalender“, sind sich die Frauen einig, lachen und prosten sich zu. Für Vera und Burghard Seifert ist das Backfischfest etwas ganz besonderes – dort haben sich die beiden kennengelernt und verliebt. „So lang ist das schon her“, sagt Burghard Seifert etwas melancholisch und schaut seine Frau lächelnd an.

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Die ersten Musiktöne erklingen. „Rosamunde, schenk mir dein Herz und sag ja“, singt Franz Hauns auf der Bühne ins Mikrofon. Paula Walley stimmt sofort mit ein – „auf die Musik freuen wir uns immer besonders. Der Seniorennachmittag entspannt und ist einfach super.“

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Wie in jedem Jahr lässt es sich Bürgermeister Kappenstein nicht nehmen, gemeinsam mit den Männern und Frauen des Musikvereins zu musizieren. Der Griff zur Trompete? Der bleibt allerdings aus. „Ich habe Probleme mit der Nasenschleimhaut“, erklärt Kappenstein das Dilemma. Aber musikalisch kommt er trotzdem nicht davon. Gemeinsam mit Hauns singt er das „Badnerlied“. Es dauert nicht lang und die Senioren stehen und singen inbrünstig mit. Auch Seiferts und Walleys hält es nicht mehr auf den Bänken – die Stimmung hat den Höhepunkt erreicht.