Bäder und Hohwiese - Bürgermeister Jürgen Kappenstein nennt keinen Zeithorizont / Bäderleiter Armin Luksch und Team ziehen Arbeiten vor und haben die Kosten im Blick Im schlimmsten Fall keine Freibadsaison

Von 
Marco Brückl
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Das Wellenbecken im Freibad ist frisch gestrichen und war komplett sauber – aber für eine Öffnung des Freibads müsste es bereits wieder gesäubert werden. © Brückl

Ketsch. Am Wochenende hätte sie losgehen können – zunächst am Badestrand an der Hohwiese: die Freibadsaison. Das bestätigt Bäderleiter Armin Luksch. Doch das Coronavirus sorgt auch hier für Gewöhnungsbedürftiges. Denn es geht gar nichts los. Bürgermeister Jürgen Kappenstein sagt, bis 3. Mai müsse ja eh alles geschlossen bleiben und für die Zeit danach werde sich die Gemeinde an die Anweisungen und Empfehlungen halten, die die Politik vorgebe. Aber wann macht das Freibad denn auf, es waren doch schon so schöne Tage? „Alles, was ich hierzu sage, könnte richtig oder falsch sein“, betont Bürgermeister Kappenstein.

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Der Gemeindechef kann keinen Zeithorizont nennen, der Hoffnung macht. Vielmehr schließt er auch nicht aus, dass es mit dem Planschen diesen Sommer gar nichts wird: „Im schlimmsten Fall fällt die Freibadsaison aus“, sagt er.

Beim Rundgang mit dem Bäderleiter und dessen Stellvertreterin Cornelia Kiesecker lässt sich Bürgermeister Jürgen Kappenstein zeigen, was in nächster Zeit in Hallen- und Freibad für Arbeiten anstehen. Armin Luksch und sein Team haben in den zurückliegenden Wochen Aufgaben erledigt, damit das Freibad öffnen kann. So wurde das Wellenbecken frisch gestrichen und umfassend von Schmutz befreit. Andererseits ziehen sie Arbeiten vor, die sonst während der Freibadsaison anstehen. Dazu gehört, dass das Hallenbadwasser ins Sportbecken im Freien geleitet wird, um das Hallenbecken zu reinigen. Aber auch, um Energie und Ressourcen zu sparen, denn wenn ein Becken nicht benutzt wird, muss sich dennoch eine gewisse Menge Wasser darin befinden, damit das Becken – Schweißnähte etwa – durch die Natureinflüsse, allen voran die Sonne, nicht kaputt gehen. Normalerweise wird das Wasser zum Gutteil in den Kanal geleitet. Armin Luksch und Conny Kiesecker haben freilich die Kostenbrille auf.

Das Arbeiten in Zeiten des Coronavirus ist für das Bäderteam ein Schaffen mit angezogener Handbremse – nichts Halbes und nichts Ganzes. Und die Bremse wird eventuell noch stärker angezogen. Denn wie Bürgermeister Jürgen Kappenstein erklärt, werde am Montag darüber verwaltungsintern beraten, ob es zur Kurzarbeit kommen kann.

Kurzarbeit droht

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Davon betroffen wären im Bäderteam insgesamt 13 Mitarbeiter einschließlich des Kassenpersonals. In der Verwaltung könne zudem in den Kindergärten auf Kurzarbeit umgestellt werden. Der Rathauschef rechnet vor, dass der Gemeinde bereits 100 000 Euro fehlten, weil die Kommune, wie anderenorts auch, auf Kita-Gebühren verzichte. Da sei die Soforthilfe des Landes, „ein Tropfen auf den heißen Stein“, bereits berücksichtigt. Den Gesamtbetrag, den die sechs Wochen Corona-Lockdown Ketsch gekostet hat, möchte der Bürgermeister gar nicht ausrechnen, aber er sei beachtlich.

Derweil berichtet Conny Kiesecker, dass die Stadt Hanau ungeachtet spezifischer Bädervorgaben der Politik bereits entschieden habe, die Freibadsaison ausfallen zu lassen. Die Stadt in Hessen orientiert sich an dem in Bund und Ländern grundsätzlichen Verbot größerer Veranstaltungen bis zum 31. August. Gemeinsam mit Armin Luksch berichtet Kiesecker von der grundsätzlichen Schwierigkeit, bei 3000 Besuchern – an warmen Tagen keine Seltenheit – die Hygiene- und Abstandsvorschriften aufrechtzuerhalten.

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„Wir haben alle Szenarien schon durchgespielt“, sagt Bäderleiter Armin Luksch. Und sollte ein „Go“ für das Bad kommen, dauerte es noch rund drei bis vier Wochen, ehe nach allen technischen, chemischen und hygienischen Arbeiten tatsächlich geöffnet werden könnte.

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