Immer Grund zum Aufregen

Von 
Benjamin Jungbluth
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Zu viel schönes Wetter ist ja auch nichts. Ganz egal, dass wir noch vor Kurzem über schmuddeliges Regengrau oder eisiges Schneeweiß gestöhnt haben, jetzt ist der Frühling da –und das führt schon zu den ersten Problemen. Da wäre das bereits vielbeklagte Sich-Näherkommen, das in normalen Jahren unter der Überschrift „Frühlingsgefühle“ positiv aufgenommen würde. Doch in diesem Jahr ist eben nichts normal, weswegen sich in den vergangenen Tagen viele Kommentatoren über die neue soziale Distanzlosigkeit von Spaziergängern und Sonnenhungrigen ausgelassen haben.

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Doch damit nicht genug. Auch der feine Saharastaub, der bereits vor rund zwei Wochen niedergegangen ist, hat sich mit dem warmen Wetter erneut über unsere Autos gelegt. Wer also sein geliebtes Gefährt bereits vom Streusalz befreit hatte, konnte sich seit Beginn der Woche über einen weiteren gelblich-rötlichen Schleier auf seinem Lack freuen.

Und dann ist da ja noch die Sache mit den Blüten. Die Wetter-Apps schlagen bereits Alarm, Gefahrenstufe drei von drei: Die Erle blüht, die Belastung ist derzeit „sehr hoch“. Und tatsächlich schniefen und weinen die ersten bemitleidenswerten Zeitgenossen wieder derart, dass sie die lauen Temperaturen so gar nicht genießen können. Es bleibt also dabei: Das Wetter ist immer ein Grund zum Aufregen, was es auch macht. Aber bald kommt be-stimmt wieder der Regen zurück.

Freier Autor Freier Journalist für die Region Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar. Zuvor Redakteur bei der Schwetzinger Zeitung, davor Volontariat beim Mannheimer Morgen. Neben dem Studium freie Mitarbeit und Praktika u.a. beim Mannheimer Morgen, der Süddeutschen Zeitung, dem SWR und der Heidelberger Studentenzeitung ruprecht.