Ferdinand-Schmid-Haus - Kabarettistin Simone Fleck über weibliche Taktiken / Ungeliebte Trends und nerviges Glücksthema verarbeitet In Stückchen essen auch Männer Obst

Von 
Marco Brückl
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Ketsch. Kabarettistin Simone Fleck gastiert am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr im Ferdinand-Schmid-Haus. Ihr Programm „Männerobst“ liefere weibliche Taktiken und originelle Wege im Umgang mit Familie und Nachbarschaft – es sei diätfrei, genussvoll und voller Kalorienbomben, wie es im Begleittext heißt. Die Dortmunderin verriet im Gespräch mit unserer Zeitung denn auch, dass sie Obst tatsächlich nicht nur auf dem Kopf trägt.

Für die Dortmunderin Simone Fleck ist wahrlich nicht alles Banane, sondern ihr Kabarettprogramm „Männerobst“ liefert viel Komik des Alltags. © Ostermann
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Frau Fleck, das muss gefragt werden: Mögen Sie denn Obst überhaupt?

Simone Fleck: Ja, sehr gerne sogar. Mit Vorliebe Männerobst. Die Idee dahinter entstand mit meiner Freundin. Wir waren gemeinsam im Urlaub, also zwei Paare. Und da haben wir Obst in so kleine Stücke geschnitten und unseren Männern präsentiert. Denn dann klappt das auch, dann essen auch Männer Obst – Männerobst eben. Und das passt generell zu Frauen, weil Frauen ihre Interessen meist scheibchenweise servieren. Frauen gehen ja meist viel taktischer vor als Männer. Und deshalb passt der Name wunderbar zum Programm.

Wo bekommen Sie die Einfälle zu Ihren Programmen her – außer im Urlaub?

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Fleck: Die sammele ich aus meiner persönlichen Umgebung, aus meinen Kontakten. Ich habe zum Beispiel eine Alte-Oma-Figur (Oma Walli, Anm. d. Red.). Die Sichtweise einer alten Dame kann ich gut einnehmen, auch weil ich selbst Verwandte im Altenheim betreut habe. Viel sammle ich im Alltag. Da gibt es so viel, das einem auffällt und bei dem man sagt „,das ist auch ein schönes Thema“. Das sind Sachen, die mich nerven, oder Dinge, die mich stören. Das können aber auch Macken sein, die ich bei mir selber entdecke. Ganz neu habe ich diese Trends ins Programm aufgenommen, bei denen man meint, man müsse sie unbedingt mitmachen. Dann wird eben auch die fettfreie Fritteuse gekauft. Ich selbst habe mir mal eine Brotbackmaschine zugelegt. Dann musste ich Brot backen. Wie oft fällt man auf Trends rein und schwimmt auf einer Welle mit. Das gilt auch für Diäten – bis Sie die alle mitgemacht haben.

Wenn Sie in Ketsch auftreten, haben Sie dann auch Zeit, etwas von der Gemeinde oder der Region zu sehen oder sind Sie immer nur auf der Durchreise?

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Fleck: Wir waren schon im Seehotel. Ich finde es total schön da. Und Schwetzingen finde ich total schön. Wir haben Bekannte dort. Man kann toll zu Mittag essen. Den Schlosspark finde ich auch toll. Ich mag diese grünen Papageien. Die gibt es hier bei uns nicht. Ich fahre mit meinem Mann, der das Management macht, zu den Auftritten. Wir fahren früh los und machen uns einen guten Tag daraus. Wir müssen unsere Bekannten mal anrufen, ob sie Zeit haben. Ich mag die Region sehr.

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Geben Sie mal ein paar weitere Einblicke in „Männerobst“?

Fleck: Ich beschreibe viele Alltagssituationen. Ich hatte ja schon die alte Dame erwähnt. Es geht auch um die Problematik, wie man die Rente aufbessern kann. Da macht der Opa plötzlich den Enkeltrick. Er ruft beim Enkel an: „Wir haben hier ein Problem. Kann ich bei dir übernachten oder kannst du mir ein bisschen Geld geben?“ Die geben immer Geld. Die Enkel kennen ihre Opas doch gar nicht mehr und schauen nur aufs Handy. Dann geht es mit dem Handy weiter. Oder ich stelle skurrile Ideen vor, was die richtige Ernährung betrifft. Zum Thema Glück habe ich eine Figur. Es gibt ja unzählige Bücher und Ratgeber darüber, wie man sein Glück findet. Das Thema nervt. Es wird ein schöner Querschnitt.