Katze einfach „entsorgt“?

Katja Bauroth ist wütend über das, was sie vom Tierschutzverein erfährt

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Katja Bauroth
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Das, was Barbara Schwalbe vom Tierschutzverein (TSV) Schwetzingen und Umgebung unserer Redaktion erzählt, ist einfach unglaublich – aber vermutlich bittere Realität und das nicht nur in diesem Fall: Katze „Calea“ aus Ketsch, die beim TSV als Fundtier abgegeben wurde (wir berichteten am 12. November), soll gar kein Fundtier sein. Barbara Schwalbe erzählt von Anrufen bei den Tierschützern. „Es meldeten sich mehrere Leute, die mir alle das Gleiche erzählten: Die Besitzer der Kätzin seien weggezogen und haben das Tier zurückgelassen.“ Die Personen, die die Katze in ihre Obhut brachten, hätten laut Schwalbe angegeben, das Tier sei vor rund drei bis vier Wochen bei ihnen aufgetaucht und niemand würde es kennen. „Unsere Recherchen legen nun die Vermutung nah, dass diese Personen allerdings die Besitzer des Tieres gewesen sind“, erklärt Schwalbe unserer Zeitung. Demnach sei ihnen das Tier scheinbar nicht zugelaufen, „sondern sie wollten es einfach nur loswerden“.

Wenn ich so etwas höre, werde ich einfach nur wütend. Ein Lebewesen wird zum Gegenstand, den man wegwirft. Wobei man in dem Fall fast noch dankbar sein muss, dass das arme Tier nicht einfach in Wald und Flur ausgesetzt wurde, sondern in menschliche Obhut gelangte. Der Mensch soll sich einfach mal vorstellen, wie es wäre, wenn uns Tiere aussetzen, einsperren oder quälen würden. Aber da kommt der Eigennutz des Menschen wieder hoch – das egoistische Ich. Nicht nur der Tierschutzverein hofft nun, dass „Calea“ ein neues Zuhauses findet. Eines, in dem sie ein Teil der Familie wird und nie wieder solche Kaltherzigkeit erfahren muss.

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zg
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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.