Evangelische Kirchengemeinde - Mediales Angebot „MediaKi“ ab sofort im Gotteshaus aktiv Ketscher Kirche in Szene gesetzt

Von 
Marco Brückl
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Ketsch. Warum der evangelische Pfarrer Christian Noeske Taizé-Gesang eine „wunderbare Sache“ nennt, kann man beim Besuch in der Johanneskirche nachvollziehen: Denn dort gibt es jetzt ein interaktives System, bei dem ein Touch-screen am Eingangsbereich mit einem Licht- und Audiosystem im Kirchenraum verbunden ist. Damit lassen sich eine Vielzahl verschiedener Effekte erzielen – und in der Tat sind die Taizé-Gesänge zusammen mit der favorisierten Illumination besonders eindrücklich.

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Zu Beginn probiert man aus, was einem am besten mit „MediaKi“ (mediale Kirche) gefällt – welche LED-Variante und welche erzeugte Stimmung passt im Moment am besten zur Stimmung. Es ist nicht nur die Musik aus Taizé, die gewählt werden kann. Auch Psalme und Gedichte zum Beispiel lassen sich wählen. Man nehme etwa ein Rilke-Gedicht, versehe es mit vorwiegend leuchtendem LED-Blau und schon hat man die Atmosphäre, die der aktuellen Verfassung entspricht.

Illuminierte Johanneskirche: Mit „MediaKi“ kann man seine Auszeit per Touchscreen (vorne) individualisieren – Musik, Psalme oder Beleuchtung wählen. © Brückl

Das Ganze wirkt und mündet in einen Moment der inneren Ruhe und Besinnung – je nach Intention.

Gefördertes Pilotprojekt

Inmitten des Digitalisierungsschubs der badischen Landeskirche sei die evangelische Gemeinde in Ketsch ein Profiteur, denn man habe sich für „MediaKi“ zunächst bewerben müssen, erklärt Christian Noeske. „Es bleibt nun permanent hier“, sagt der Pfarrer über das Pilotprojekt mit großzügiger Förderung.

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Ketsch ist eine von weiteren drei Kirchengemeinden, die „MediaKi“ nutzen können. Darüber hinaus wird es im evangelischen Diakoniekrankenhaus Freiburg, im Haus der Kirche in Bad Herrenalb und im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach erprobt. Mit der Installation ging eine Erneuerung der Lautsprecheranlage einher. Doch das ist längst nicht der einzige zusätzliche Nutzenvorteil von „MediaKi“. „Wir können auch eigene Inhalte aufspielen“, sagt Pfarrer Noeske. Denkbar wären also eigene Texte und Lieder aus der Gemeinde bis hin zur Predigt des vergangenen Sonntags, die man nachhören könnte.

Wer sich „MediaKi“ einmal eingehender widmen möchte, sollte freilich die Corona-Gepflogenheiten beachten. Rund um den gemütlichen Sessel im Eingangsbereich vor dem Touchscreen sollten sich nicht mehr als drei Personen aufhalten. Aber wer eine emotional-individualisierte Alltagsunterbrechung sucht, wartet sicher gerne ein wenig.

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