Ilona I. heiratet ihren Ralf im Fasnachtskleid / Bei Dagmar I. steht Narrhalla Spalier / Birgit II. hört Stimme aus Männerballet Ketscher Narrhalla: Zuerst Prinzessin, dann Braut

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Caroline Scholl
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Ilona Fischer-Volk nahm direkt nach ihrer Trauung mit Ehemann Ralf am „03.03.03“ im Prinzessinenkleid am Rosenmontagszug teil. © Narrhalla

Ketsch. Zum Verlieben – so sehen alle Prinzessinen der Narrhalla aus, wenn sie in ihren großartigen und aufwendigen Roben Ihre jeweiligen Kampagnen verzaubern. Für so manche Prinzessin kam mit der Kampagne dann auch gleich der Mann ihres Lebens ins Spiel, und manche Prinzessin hat so viel närrisches Blut in den Adern, dass selbst die eigene Hochzeit im Stile der Fasnacht gefeiert wurde.

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Amors närrischer Pfeil traf Ilona I. aus dem Hause Volk 1981, als sie mit 20 Jahren das Prinzessinenzepter bei der Narrhalla übernahm. „Meine Mutter Inge Volk hatte selbst den großen Traum, einmal Prinzessin bei der Narrhalla zu werden, doch dann kam ich ihr sozusagen dazwischen. Denn in den frühen Jahren der Narrhalla durfte eine Prinzessin nicht verheiratet oder bereits Mutter sein, was sich später geändert hat. Als ich dann die Gelegenheit hatte, dieses Amt zu übernehmen, war sie natürlich Feuer und Flamme“, erinnert sich Ilona Fischer-Volk.

Auto springt nicht an

Damals war sie die erste Prinzessin, die einen eigenen Orden hatte, und die Tradition, dass eine Prinzessin einen roten Samtmantel trägt, lebte durch sie wieder auf. „Schon als kleines Mädchen stand ich als Till Eulenspiegel bei der Hausfrauenfasnacht in Ketsch in der Bütt und war als Gardetänzerin die Bühne gewohnt, von daher erinnere ich mich nicht daran, sehr nervös gewesen zu sein“, erklärt die Ketscherin.

Besonders blieben ihr die schönen Umzüge in Erinnerung, denn sie war die erste Prinzessin mit eigenem Auto in Ketsch – welches prompt nicht ansprang. „Außerdem vergesse ich nie, dass es damals beim Schwetzinger Umzug anfing zu schneien und ich mit erst weißen und dann nassen Haaren unterwegs war“, lacht die begeisterte Fasnachterin.

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Als Jahre später am 03.03.03 der Altlußheimer Umzug startete, war Ilona, dann erstmals als Ilona Fischer-Volk, wieder mit von der Partie: „In meinem Prinzessinnenkleid habe ich an diesem Rosenmontag meinen Mann Ralf, der später auch im Männerballet aktiv war, geheiratet und unsere Freunde haben uns damit überrascht, dass wir gleich nach der Trauung beim Umzug mitfuhren“, weiß sie zu berichten.

Ebenfalls ganz närrisch ging es bei der Hochzeit im Stile einer echten Prunksitzung zu, bei der Jennifer I., über die wir bereits in unserer Serie über die Prinzenpaare berichteten, mit ihrem Mann als echtes Brautpaar agierte. Ihr Prinzessinenkleid kam 18 Jahre nach ihrer Kampagne in geänderter Form nochmals zum Einsatz.

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Bewusst für ein ganz anderes Brautkleid, nämlich nicht im Prinzessinenstil, entschied sich Rebecca Noller, die 2001 als Rebecca I. aus dem Hause Reiche inthronisiert wurde: „Ich bin sozusagen in das Prinzessinenthema reingerutscht, denn meine Eltern sind aktive Fasnachter. Bei meiner Prunksitzung damals lernte ich meinen heutigen Mann Benjamin kennen, der als Aushilfe an der Garderobe arbeitete. Beim Rosenmontagsball in Altlußheim lernten wir uns besser kennen und wurden im August nach meiner Kampagne ein Paar. Unsere spätere Hochzeit war dann allerdings ganz klassisch und ich hatte ein Kleid im Meerjungfrauenstil, denn die großen Roben, die hatte ich ja schon als Prinzessin“, berichtet die brünette Ketscherin, die sich als Prinzessin schon gern mal unter das närrische Volk mischte und dadurch oft gesucht wurde, wenn sie auf die Bühne sollte.

Ketscher Hagel zerstört Kleider

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Ihr Herz an die Narrhalla und bei der Narrhalla hat auch Dagmar I. aus dem Hause Herm verloren, die mit 25 Jahren in der Kampagne 1987/88 regierte. „Ich war damals in der Clique von Jürgen Stang, dem damaligen Präsidenten, und wurde gefragt, ob ich nicht Prinzessin sein wollte. Ich sagte ‚Ja‘, was ich nie bereute. Später sagte ich dann ‚Ja‘ zu meinem Mann Peter, den ich bei der Narrhalle kennenlernte und der im Männerballet tanzte“, freut sich Dagmar Kern.

Natürlich stand an ihrem Hochzeitstag die Narrhalla an der Kirche Spalier. „Meine Prinzessinenkleider von damals habe ich aufgehoben bis zum Ketscher Hagel. Diesem Unwetter fielen die schönen Roben dann leider zum Opfer“, erzählt sie weiter. Der Narrhalla ist sie immer noch sehr verbunden.

Eine besondere Verbindung zwischen so mancher Prinzessin und den aktiven Tänzern bei der Narrhalla könnte man fast vermuten. So war auch der spätere Mann von Birgit Krieger im Männerballet tänzerisch aktiv. Als sie 1990 als Birgit II. aus dem Hause Montag das närrische Zepter übernahm, ahnte noch niemand, dass der Golfkrieg die Fasnacht 1991 vereiteln sollte. „Ich wurde deshalb gleich für eine weitere Kampagne als Prinzessin behalten, denn so konnte ich dann, über zwei Jahre verteilt, jede Veranstaltung erleben, worüber ich mich sehr freute“, weiß Birgit zu berichten.

Als sie dann schließlich abdankte, erhob sich aus dem Männerballet eine Stimme: „Wir wollen unsere Birgit haben“, skandierte Rolf Krieger damals. Eigentlich wollte er endlich ‚seine Birgit‘ haben, denn im Laufe des Jahres wurde aus den beiden ein Paar. „Manchmal sagt er noch heute gerne, dass er eine Prinzessin geheiratet hat. Immerhin sind es mittlerweile 27 Ehejahre, die uns verbinden“, lacht die Fasnachterin, die sich besonders gerne an den Kindermaskenball in der Enderlegemeinde zurückerinnert.

„Es war damals einfach schön, mit den kleinen Fasnachtern zu feiern und auch die Umzüge haben unglaublich viel Spaß gemacht. Es war eine Zeit, die ich nicht missen möchte in meinem Leben“, betont Birgit Krieger.

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