Handball-Bundesliga Frauen - Ketscherinnen treffen auf Blomberg-Lippe Kurpfalz-Bären hoffen auf einen Sahnetag

Von 
Maximilian Wendl
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Lea Marmodee von Kurpfalz Bären (Nummer 20, hier gegen Göppingen) ist eine Option für den Trainer. © Michael Ruffler

Nachdem die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten Kurpfalz-Bären am Dienstag verkündet hatten, dass Saskia Fackel und Samira Brand den Verein nach der Saison verlassen werden, flammte auf den sozialen Netzwerken ein Schlagabtausch unter den Anhängern auf. Vorrangig ging es um die Formulierung der Abschiedsverkündung, die für Aufregung sorgte.

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Intern, so machte es Trainer und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch deutlich, sei es im Training ruhig geblieben. Er sagte am Donnerstag: „Wir wollten Planungssicherheit und dass Spielerinnen einen Club verlassen, ist der Gang der Dinge. Es gab keine Aufregung, wir konnten uns in Ruhe auf die anstrengenden Wochen, die vor uns liegen, vorbereiten. Wir behandeln das Thema auch weiterhin intern.“

Viel lieber wollte der Coach über das anstehende Spiel der Ketscherinnen gegen die HSG Blomberg-Lippe sprechen. Die Gäste, die am Samstag ab 18 Uhr versuchen werden, ihre herausragende Form unter Beweis zu stellen, sind für Fuladdjusch „eine extrem gute Mannschaft“. Er erläutert: „Sie haben auch im DHB-Pokal ihre Qualitäten unterstrichen, als sie sich mit einem Sieg gegen Buxtehude für das Halbfinale qualifiziert haben. Sie werden ihre Form bestätigen wollen und verfügen über ein starkes Positions- und Tempospiel.“

Strafwürfe vermeiden

Um die HSG, die das Hinspiel mit 32:21 gewann, zu stoppen, brauchen die Bären einen Sahnetag. Immerhin: Die Bären sollten ausgeruhter sein, denn im Gegensatz zum Team aus Nordrhein-Westfalen hatte Ketsch ein trainings- und spielfreies Wochenende. Fuladdjusch meint: „Das war wichtig, denn wir haben anstrengende Wochen und Monate vor uns, in denen wir häufig auch mittwochs spielen müssen.“

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Sein Plan für das anstehende Duell steht: „Wir müssen die Zweikämpfe möglichst weit vor dem eigenen Tor führen, um Strafwürfe zu vermeiden.“ In der Liga steht Blomberg-Lippe aktuell auf dem vierten Rang. „Sie kämpfen um die internationalen Plätze, das sagt schon viel aus“, meint Fuladdjusch.

In personeller Hinsicht gibt es indes keine Veränderungen. Elena Fabritz ist zwar wieder häufiger in der Halle, kann aber ebenso noch nicht mit der Mannschaft trainieren wie auch Katja Hinzmann und Sina Michels. Während bei Fabritz und Michels weiter Geduld gefordert ist und kein genauer Zeitplan für ein Comeback existiert, plant Fuladdjusch mit Spielmacherin Hinzmann schon wieder Mitte oder Ende März.

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Bis dahin liegt der Fokus auf Brand und Lea Marmodee, die ihren auslaufenden Vertrag verlängert hat. Es darf mit Spannung erwartet werden, wie Fuladdjusch künftig die Einsatzminuten verteilen wird. Er kündigte bereits an, dass er die jungen Spielerinnen frühestmöglich heranführen wolle. Dies hätte zur Folge, dass Fackel und Brand, die bislang zu den Aktivposten gehörten, womöglich häufiger auf der Bank Platz nehmen müssen.

Ohne Nationalspielerin

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Bei Blomberg-Lippe wird unter anderem Jennifer Murer fehlen. Die Nationalspielerin aus der Schweiz wurde erst kürzlich erfolgreich operiert. Aber auch ohne sie steht Trainer Steffen Birkner ein mit weiteren Auswahlspielerinnen gespickter Kader zur Verfügung. Besonders aufpassen sollten die Bären auf Nele Franz, die im Hinspiel elfmal erfolgreich war und mit 103 Toren die beste Torschützin des Clubs ist. Damit liegt sie auf dem dritten Platz im Ligavergleich.

Zum Vergleich: Die beste Bären-Werferin ist Cara Reuthal mit 58 Treffern auf dem 31. Platz.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.