Vorsicht Falle - Leserin Ute von Szadkowski macht auf einen Betrugsversuch bei vermeintlichem Gewinnspiel aufmerksam „Man muss ja auch mitgemacht haben“

Von 
Marco Brückl
Lesedauer: 

Ketsch. Unsere Leserin Ute von Szadkowski hat fast 59 000 Euro gewonnen. In einem Bestätigungsschreiben wird sie gleichsam darüber informiert, dass Notargebühren aufgrund der Erstellung einer Gewinnurkunde fällig würden. Deshalb solle sie die Telefonnummer 0800 444 0028 anrufen. Sofort läuteten bei der 74-jährige Dame beim Betrachten des Schreibens aus dem Hause „Swiss Gewinn Spiel AG“ in Basel alle Alarmglocken – zumal: „Man muss bei einem Gewinnspiel ja auch erst einmal mitgemacht haben, um etwas gewinnen zu können.“ Und das hatte sie gar nicht.

AdUnit urban-intext1

Schwächen hat das Schreiben gleich im Adressfeld sowie in der Anrede. Beim Wohnort „Ketch“ kann man unter der richtigen Postleitzahl mal ein „s“ aus Versehen vergessen. Doch die Anrede eines geschätzten Gewinnspiel-Kunden sollte sitzen. „Sehr geehrte/r Szadkowski“ klingt nicht sonderlich höflich.

„Ketch“ und „Sehr geehrte/r Szadkowski“ – es geht schon komisch los. Und Ute von Szadkowski hat bei einem Gewinnspiel gar nicht mitgemacht. © Brückl

Ute von Szadkowski informierte unsere Zeitung. Und um die Echtheit – oder das Gegenteil – des Schreibens zu überprüfen, wollten wir zunächst die Telefonnummer anrufen. Doch von anderen dubiosen Machenschaften ist bekannt, dass solche Nummern gerne ins ferne Ausland führen und immense Telefonkosten verursachen können. Wir googelten die Telefonnummer. Angeblich werde man über das weitere Vorgehen in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, 1800 bis 2000 Euro für Anwalts- oder Notarkosten auf ein Konto in Litauen zu überweisen.

Den Kontakt zur „Swiss Gewinn Spiel AG“ versuchten wir via Internetseite. Dort ist von „Swiss Gewinn Speil“ die Rede – es musste vielleicht schnell gehen, ansonsten wäre ein solcher Schreibfehler schwer zu verzeihen. Der Kontakt über die vermeintliche Info-Mail des Unternehmens führt mit „email@yoursite.com“ ins Leere.

„Auf keinen Fall reagieren“

AdUnit urban-intext2

Ute von Szadkowski möchte verhindern, dass andere womöglich auf so einen Fake hereinfallen. Und das liegt auch Mediensprecher Willy Mesmer von der Swisslos – die Lotteriegesellschaft der Deutschschweizer Kantone, des Kantons Tessin und des Fürstentums Liechtenstein – am Herzen: „Starten Sie einen Aufruf, dass auf so ein Schreiben auf keinen Fall reagiert wird“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Fake-Schreiben ist die Adresse von Swisslos angegeben. Dort weiß man: „Diese falschen Gewinnbenachrichtigungen kursieren zu Hunderten in Deutschland.“ Und Mesmer betont: „Keine Lotterie der Welt würde irgendeine Gebühr für eine Gewinnauszahlung verlangen.“

Redaktion