Neurottschule - Schulleiter Joachim Rumold betont verlässliche Zeiträume fürs Organisieren in Familien / Notbetreuung mit 25 Kindern Planungssicherheit vonnöten

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Caroline Scholl
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Wenn nicht gerade Pandemie ist, kommen im Vollbetrieb bis zu 500 Menschen in der Neurottschule zusammen und gehen die Eingangstreppen hinauf. © Scholl

Ketsch. Der Lockdown geht in die nächste Verlängerung – und natürlich bedeutet das auch für die Schulen die nächste Runde. Nach der Sitzung der Bundeskanzlerin und der Länderminister am vergangenen Dienstag wurde dies in der Pressekonferenz mitgeteilt: Laut Bund bleiben die Schultüren bis zum 14. Februar geschlossen, die Präsenzpflicht weiter ausgesetzt. Landesminister Winfried Kretschmann räumte allerdings kurz nach dieser Bekanntgabe einen möglichen Sonderweg für Baden-Württemberg ein und stellt in Aussicht, dass wenn es die Fallzahlen zulassen, die Grundschüler möglicherweise ab dem 1. Februar zumindest schrittweise wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren sollen.

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Eine finale Entscheidung hierüber solle in der kommenden Woche fallen. „Etwas erstaunt es schon, dass der Bund klare Wege vorgibt und das Land andere Wege in Aussicht stellt. Seitens der Schule werden wir natürlich selbstverständlich alles so umsetzen, wie es dann seitens der Landesregierung beschlossen wird. Für die Familien sehe ich es an erster Stelle als besonders wichtig an, dass eine gewisse Planungssicherheit herrscht, denn in den Familien ist viel zu organisieren, damit gerade im Grundschulalter die nötige Unterstützung für die Schüler im Fernunterricht gewährleistet ist. Hier sind verlässliche Zeiträume für die Vorplanung wichtig“, betont Joachim Rumold, Schulleiter an der Neurott-Gemeinschaftsschule.

Wechselmodelle denkbar

Auch die Schule, die in dieser herausfordernden Zeit den Fernunterricht mittels Wochenplänen, Aufgabenstellungen und Videokonferenzen gestaltet, brauche einen gewissen Vorlauf, ebenso die Organisation von Präsenzunterricht, in welcher Form auch immer.

„Aktuell kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass ab 1. Februar alle 180 Grundschüler wieder gleichzeitig starten. Denkbar wären vielleicht verschiedene Arten von Wechselmodellen, die jede für sich Vorteile aber auch Herausforderungen birgt. Über allem steht jedoch, dass sich die Pandemielage zunächst stabil und dauerhaft in eine positive Richtung entwickelt. In der Schule setzen wir alle geforderten Hygieneverordnungen um, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass dennoch im Vollbetrieb rund 500 Personen hier an der Neurottschule zusammenkommen“, ergänzt der erfahrene Pädagoge.

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Corona sei eben ein langfristiges Problem, deshalb sei eine Rhythmisierung der weiteren Entscheidungen etwa im Abstand von drei Wochen aus Sicht des Schulleiters zielführender als kurzfristige Perspektiven. „Das Thema der geschlossenen Schulen ist insgesamt sehr sensibel, denn es belastet die Familien stark. Es muss Zeit und Energie für die Betreuung aufgewendet, parallel noch die eigene Arbeit erledigt werden, was wiederum wirtschaftliche Auswirkungen haben kann. Dann fehlt den Schülern das gemeinsame Lernen und auch das Treffen von Freunden. Die Schule ist ein Ort des sozialen Lebens, welcher sowohl von Schülern und Lehrern aktuell sehr vermisst wird. Dass daher Land und Kultusministerium dieses Thema genau im Blick haben, ist nachvollziehbar und richtig“, führt Rumold weiter aus.

Schulempfehlung im Video

Derzeit werden in der Notbetreuung der Neurott-Gemeinschaftsschule rund 25 Kinder in drei Gruppen betreut, um Familien zu entlasten, bei denen eine Betreuung zuhause nicht umsetzbar ist. „Wir nähern uns nun dem Ende des ersten Schulhalbjahres und ich kann versichern, dass wir an der Neurottschule zur Beurteilung der Leistungen der Schüler alle Voraussetzungen haben. Die Entwicklungsgespräche und auch die Elterngespräche zu den Grundschulempfehlungen in den vierten Klassen finden selbstverständlich statt, allerdings in diesem Jahr als Videokonferenz“, bestätigt Schulleiter Joachim Rumold.