Gemeindeentwicklung - Ortsbaumeister Hans Keilbach stellt Projekte fürs neue Jahr vor Schulen und Kitas als größte Baustellen

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Benjamin Jungbluth
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Für die Erweiterung der Alten Schule wird im September die große Tabakscheune in der Ortsmitte (r.) weichen müssen. Das zugehörige Wohnhaus in der Hockenheimer Straße wurde bereits teilweise abgerissen. © Jungbluth

Ketsch. Die Zeit der großen Baustellen im öffentlichen Raum ist in Ketsch erst einmal vorbei – wohl durchaus zur Freude von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern. Mit Blick auf die Projekte der Gemeinde im neuen Jahr kann Bauamtsleiter Hans Keilbach (kleines Bild) entsprechend Entwarnung geben: „Mit der Umgestaltung des Marktplatzes und der Schwetzinger Straße wurde die Ortsmitte in weiten Teilen erneuert, so dass vergleichbar große Baustellen in absehbarer Zeit nicht mehr anstehen. Im Moment planen wir dort nur die Pflegekonzepte für die neuen Grünanlagen, die zukünftig zusammen mit weiteren Flächen von externen Dienstleistern übernommen werden sollen. Für die Bürger wird das aber keine größeren Auswirkungen oder gar Einschränkungen haben“, versichert der Ortsbaumeister im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Dennoch kehrt im Bauamt auch 2021 keine Ruhe ein: Vor allem fünf große Projekte sind im Werden oder zumindest in der konkreten Planung, allesamt im Bereich der Kinderbetreuung. Die Erweiterung der Alten Schule hat dabei bereits begonnen, wenn auch bislang nur im Randbereich. Mit dem Teilabriss des alten Wohnhauses in der Hockenheimer Straße 23 haben sich die Arbeiter in Richtung der großen Tabakscheune vorgearbeitet, die im September fallen soll.

Artenschutz macht Vorgaben

„Wir sind an diesen einen Monat gebunden, weil wir wegen des Artenschutzes das Gebäude ausschließlich dann abreißen dürfen – da muss wirklich ein Zahnrad ins andere greifen, damit das zeitlich exakt abläuft“, sagt Bauamtsleiter Hans Keilbach. Wie berichtet, sind nistende Fledermäuse und Rauchschwalben für die Verzögerung verantwortlich. Aus Sicht des Bauamtsleiters ist das Projekt trotzdem gut angelaufen. „Derzeit wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt, weil wir durch die Erweiterung der Schule um acht Klassenzimmer eine neue Art von Bebauung haben werden. Bis die Scheune weicht, können wir die Zeit also noch gut nutzen. Danach wird die obligatorische Baugrunduntersuchung folgen, damit beispielsweise Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ausgeschlossen werden können“, deutet Bauamtsleiter Hans Keilbach den großen Bombenalarm auf einer Baustelle im Ortskern im vergangenen Jahr an. „Wenn alles glatt läuft, können wir zum Jahresende mit dem eigentlichen Anbau starten“, so Keilbach.

Auch in der zweiten Ketscher Bildungseinrichtung wird in den kommenden Monaten schwer gewerkelt: An der Neurottschule geht die grundlegende Brandschutzsanierung weiter. Nach der Fertigstellung des separaten Mensa- und Hortgebäudes sowie eines Großteils der großzügigen Außenanlagen werden die Arbeiten vor allem im Inneren des weitläufigen Schulkomplexes stattfinden.

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„Derzeit sind wir beim Innenausbau des ersten Abschnitts, bei dem auch ein weiteres Lernbüro eingerichtet wird. Die Arbeiten während der frostreichen Wochen waren etwas erschwert, weil wir den Schultrakt extra heizen mussten: Andernfalls würden Kleber und Beschichtungen nicht trocknen. Mitte März sollte der Abschnitt aber fertig sein, so dass die in den Containern untergebrachten Klassen wie geplant wechseln können – sofern das wegen des aktuellen Lockdowns überhaupt Relevanz hat“, erklärt Hans Keilbach. Der zweite Bauabschnitt wird sich dann einem der separaten Schulhaustrakte in Richtung Gartenstraße widmen, so dass auch die große Wiese davor zur Baustelle werden wird.

Gleich nebenan geht es beim Neubau der Kita in der Gartenstraße in großen Schritten voran. Fenster, Türen und Dach sind seit einigen Wochen montiert, jetzt ist der Innenausbau dran. Gerade wird der Fußboden verlegt, auch letzte Installationen sind an der Reihe. „Der Estrich muss noch einige Zeit trocknen, auch da müssen wir wegen der Temperaturen zuheizen. Außerdem haben wir gerade die Außenanlagen ausgeschrieben, so dass der Gemeinderat vermutlich in seiner Sitzung im Februar darüber entscheiden kann“, freut sich Ortsbaumeister Hans Keilbach. Wenn alles gut laufe, könne die Einrichtung Ende des Jahres bezogen werden.

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Bereits an die Betreiber übergeben worden ist vergangene Woche der Anbau der Kita Villa Sonnenschein. Nach der Grundreinigung können die Mitarbeiter aus Sicht des Bauamtsleiters bereits ihre Sitzungen in dem neuen, großen Saal abhalten. „Wegen der aktuellen Lage sind Feste und andere Veranstaltungen natürlich erst einmal nicht wie gewohnt möglich, aber das zusätzliche Raumangebot hilft auch beim Abstandhalten. In den kommenden Wochen wird noch die Außenanlage zur Goethestraße hergerichtet, mit Bäumen und Sträuchern und auch einem neuen Zaun“, erklärt Hans Keilbach.

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Noch etwas länger ist hingegen der Weg beim fünften Großprojekt, welches das Ketscher Bauamt 2021 beschäftigen wird: der Neubau einer Kita auf dem BMX-Parcours an der Mannheimer Straße. Vier Gruppen sollen später einziehen, der Bikerpark im Gegenzug zum Spielplatzgelände an der Gartenstraße verlegt werden. „Hier müssen wir zunächst den Bebauungsplan Neurott ändern, womit wir bereits beschäftigt sind“, sagt Bauamtsleiter Hans Keilbach.

Ruhestand für Sommer geplant

Für die Zukunft sieht der oberste Bauplaner der Gemeinde noch viele weitere Möglichkeiten für kommunale Bauprojekte - beispielsweise die immer wieder kritisierte Kreuzung Mannheimer und Brühler Straße. Doch das hänge auch von der Finanzlage der Gemeinde ab, die wegen Corona unsicherer geworden sei.

Die Umsetzung dieser Planspiele wird ihn persönlich allerdings kaum noch betreffen: Für Mitte des Jahres plant Bauamtsleiter Hans Keilbach nach vielen Jahren im Dienst der Gemeinde seinen Ruhestand (wir berichteten). Nur, wenn bis dahin kein passender Nachfolger gefunden werden sollte, würde er noch etwas verlängern, um einen möglichst nahtlosen Übergang an der Spitze des Bauamtes der Enderlegemeinde sicherzustellen. „Im Moment bin ich aber zuversichtlich, dass wir da rechtzeitig jemanden haben werden“, sagt Hans Keilbach mit leiser Vorfreude auf seine verdiente Pension.

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Freie Autorenschaft Freier Journalist für die Region Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar. Zuvor Redakteur bei der Schwetzinger Zeitung, davor Volontariat beim Mannheimer Morgen. Neben dem Studium freie Mitarbeit und Praktika u.a. beim Mannheimer Morgen, der Süddeutschen Zeitung, dem SWR und der Heidelberger Studentenzeitung ruprecht.