Urlaub und Corona - Buchen oder Warten? Schiffsreise oder lieber in heimischen Gefilden? / Kunden sind eher zurückhaltend / Kurzfristige Stornos im Programm Wie groß ist das Reisefieber der Ketscher?

Von 
Caroline Scholl
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Ketsch. Sommer, Sonne, Berge und Strand. Nach den langen Wintertagen und der vielen Zeit zu Hause im Lockdown wünschen sich viele eines: einen Tapetenwechsel und eine Abwechslung. Doch wie sehen die Ketscher das Thema Urlaub in diesem Jahr? Die Urlaubsplanung 2021 beschäftigt aktuell nicht nur diejenigen, die ihrem Arbeitgeber eine Urlaubsplanung für das Jahr vorlegen sollen, die Sehnsucht nach unbeschwerten Urlaubstagen ist bei vielen groß. In Zeiten ohne Corona hätten zu diesem Zeitpunkt im Jahr sicher schon viele ihre Reisepläne geschmiedet und Buchungen getätigt, doch ist dies aktuell genauso? Wir haben nachgefragt.

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„Bei mir im Reisebüro liegen viel weniger Anfragen vor als sonst, aber das ist auch bei meinen Kollegen so. Gefragt sind, wenn überhaupt, eher Reisen innerhalb von Deutschland und dies auch erst ab Juni. Anfragen für Fernreisen habe ich keine und vielen sind die Rücktrittsmöglichkeiten verständlicherweise sehr wichtig in dieser Zeit. Schiffsreisen wiederum werden angefragt“, berichtet Jürgen Stang vom Institut für Marketing und Reisen.

Urlaub in Deutschland (hier der Strand von Wangerooge) ist für viele in diesem Jahr eine Urlaubsoption – wenn es die Corona-Pandemie überhaupt zulässt. © Scholl

Von einer schönen Schiffsreise träumt Monika Lopp aus Ketsch ebenso, doch in diesem Jahr sieht sie dies eher als unrealistisch: „Wenn wir eine solche Reise machen, dann möchten wir auf keinen Fall Einschränkungen haben und alles, was so ein Schiff bietet, komplett erleben können. So werden wir in diesem Jahr zu Hause bleiben und viele tolle und spannende Ecken hier in der Region erkunden, denn uns ist im Lockdown aufgefallen, was wir praktisch vor der Haustür alles noch gar nicht erkundet haben.“

Ein wenig Fernweh hat mittlerweile Sabine Köhler aus Ketsch, die sich an schöne Urlaubstage im letzten Sommer in Holland erinnert. „Ursprünglich sollte es im vergangenen Jahr nach Florida gehen, am Ende wurde es Holland, doch wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Für dieses Jahr haben wir noch nichts gebucht, aber wir denken über ein Ferienhaus in Holland nach, denn dort haben unsere Kinder Spaß am Meer, der Hund ist auch willkommen und wenn alles Stränge reißen, wäre man schnell wieder in Deutschland. Natürlich wäre es toll, wenn bis dahin wieder Restaurants offen hätten, aber in einem Ferienhaus wären wir ja Selbstversorger“, erklärt die Mutter zweier Söhne.

An der Ostsee

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Ähnliche Pläne hegt Familie Wurm aus Ketsch, hier wurde sogar schon etwas gebucht. „Vor ein paar Tagen haben wir ein Ferienhaus in Heiligenhafen an der Ostsee über Pfingsten gebucht. Natürlich mit allen Rücktrittsmöglichkeiten, wenn sich die Lage um Corona wieder zuspitzt. Da ich seit meiner Kindheit schon dorthin fahre und nun seit vielen Jahren mit meiner Familie dort Urlaub mache, kennen wir die Vermieter und haben ein gutes Gefühl. Außerdem finde ich es besser, in diesem Jahr in Deutschland zu bleiben, damit man notfalls schnell und unkompliziert nach Hause kann. Weite Reisen mit dem Flugzeug sehe ich aktuell eher kritisch und unrealistisch“, bekräftigt der Familienvater Matthias Wurm.

Dass die Ketscher und die Kunden aus dem Umkreis eher zu Urlaub in Deutschland oder im europäischen Umland tendieren, bestätigt Diana Seifert vom Tui Reisecenter. „Natürlich herrscht eine große Verunsicherung über die Entwicklung rund um die Pandemie. Wo normalerweise schon zahlreiche Buchungen gemacht wurden, sind die Kunden eher zurückhaltend und warten noch ab. Erste Anfragen bekommen wir eher für Pfingsten oder für den Sommer, wobei die meisten Veranstalter sehr umfassenden und flexible Tarife mit kurzfristigen Stornierungsangebote im Programm haben, damit bei der Buchung kein Risiko entsteht. Hier können wir vor Ort ausführlich beraten und helfen, was einen großen Unterschied zur Buchung auf einer Onlineplattform macht. Auch im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass ein Ansprechpartner in einem Reisebüro sehr wertvoll ist, wenn es um Fragen der Abwicklungen geht. Das Thema Fernreisen sehe ich aktuell auch noch sehr kritisch, da sich aktuell immer wieder Änderungen bei den Einreisebestimmungen der Länder ergeben, hier braucht es einfach noch Geduld und einen wachen Blick auf die Entwicklungen um die Pandemie. Schiffsreisen werden aktuell zwar durchgeführt, aber manchmal als sogenannte ,blaue Reisen’, was bedeutet, dass die Gäste das Schiff nicht zu Landausflügen verlassen dürfen. An Bord haben die Reedereien sehr gute und funktionierende Hygienekonzepte. Für manche ist dies in Ordnung, andere wiederum mögen gerade die Möglichkeit, mit einem Schiff in kurzer Zeit viele Ziele zu erreichen und diese dann auch zu entdecken“, ergänzt die Reiseexpertin.

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Nicole Sponer und ihre Familie sind richtige Italienfans und waren schon über 30-mal in Riccione an der Adria. „Natürlich haben wir Reisefieber und würden sehr gerne nach Italien, doch aktuell steht dies noch in den Sternen, denn die Lage kann sich so schnell verändern. In unserem Stammhotel in Riccione sind wir schon vorgemerkt, falls wir nicht reisen können, wäre eine Stornierung unkompliziert möglich“, sagt Nicole Sponer.

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Freie Autorenschaft Freie Journalistin für die Region Rhein-Neckar