Tierschutz - Die meisten Rassen benötigen beim Gassigehen keine Kleidung zusätzlich zum Fell / Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen / Streusalz kann Übelkeit auslösen Wie man Hund und Katze vor der Kälte schützt

Von 
Caroline Scholl
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Ketsch. Eisige Temperaturen, Schnee und überfrierende Nässe, der Februar zeigt sich diesmal von seiner frostigen Seite. Manche Tierbesitzer sollten Maßnahmen überlegen, damit ihre Lieblinge gut und gesund durch die kalten Wintertage kommen: „Die meisten Hunderassen benötigen beim Gassigang keine zusätzliche Kleidung, aber es gibt doch einige Rassen, beispielsweise ohne Unterfell, sehr kurzem Fell oder auch ältere Hunde mit weniger Fell oder weniger Bewegungsdrang, bei denen ein zusätzliche Kleidung angebracht ist“, erklärt Dr. Annette Rathmann-Starke von der Kleintierpraxis in der Enderlegemeinde.

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Schuhe oder Socken sollten vom Tier jedoch nur getragen werden, wenn es ein Tierarzt aus gesundheitlichen Gründen anordne, da diese die Bewegungsfreiheit einschränkten. Grundsätzlich sollten Halter nach dem Gassigehen die Hunde-pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, um Streusalz zu entfernen, welches die Pfoten reize und zu Entzündungen führen könne.

Hausmittel nützen wenig

Kater „Rico“ zieht es regelmäßig nach draußen, wo sich das Haustier natürlich auch im Schnee aufhält. Die Freigängerkatze hat aber ihren warmen Rückzugsort. © Scholl

„Dies ist besonders wichtig, denn falls der Hund Salz von den Pfoten leckt oder Schnee frisst, der Streusalz enthält, kann dies zu Übelkeit und Durchfall führen. Dies macht sich relativ zeitnah nach dem Gassigang bemerkbar. Im Verdachtsfall sollte ein Tierarzt kontaktiert werden, Hausmittel nützen hier wenig“, ergänzt Rathmann-Starke.

Der Tierschutzbund warnt außerdem davor, dass manches Streusalz Ethylenglycol enthalte, welches zu Vergiftungen und – je nach Dosis – sogar zum Tod führen könne. „Auch das Eincremen der Pfoten kann ich vor dem Gassigang nicht empfehlen, da dies die Hornhaut aufweicht, was diese dann noch empfindlicher für das Streusalz macht. Besser ist es, wenn überhaupt, diese Pfotenpflege nach dem Gassigang und nach dem Abwaschen anzuwenden“, so die Tierärztin. Wenn es besonders kalt sei, sollte man eher kürzer, dafür öfter spazieren gehen und – falls das Tier zu zittern anfängt – nach Hause zurückkehren.

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Auch Katzen sollten im Idealfall selbst entscheiden können, wie oft und wie lange sie sich im Kalten aufhalten. Bei Freigängerkatzen sei darauf zu achten, dass diese jederzeit wieder zurück ins Haus kommen können. Wer keine Katzenklappe hat, sollte der Katze draußen ein geschütztes Plätzchen, etwa eine Thermohütte, verfügbar machen, wie es beispielsweise Familie Scalia aus Ketsch für ihren Liebling „Rico“ anbietet.

Kleintiere, wie Kaninchen und Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, benötigen in der kalten Jahreszeit einen frostfreien Unterschlupf, möglichst gedämmt und gut isoliert mit viel Stroh und Heu, was natürlich regelmäßig auszutauschen sei, um Feuchtigkeit zu vermeiden.

Trinkwasser darf nicht gefrieren

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Auch ein Wärmekissen hilft in sehr kalten Nächten. „Wichtig ist außerdem, dass immer geprüft wird, dass das Trinkwasser für die Tiere nicht zu Eis erstarrt. Auch das Grünzeug sollte nicht einfrieren. Tiere, die ganzjährig draußen gehalten werden, können selbstverständlich auch im Winter draußen bleiben, denn das Fell wächst entsprechend. Es gilt allerdings zu beachten, dass Kleintiere, die im Haus gehalten wurden, nicht ohne eine „Übergangszeit“ nach draußen können“, führt die seit 2005 in Ketsch mit ihrem Mann Dr. Manfred Starke praktizierende Tierärztin weiter aus.

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Laut Information des Tierschutzbundes gilt es auch, ältere und untergewichtige Tiere zu beobachten. Mäuse, Ratten und Hamster sollten grundsätzlich drinnen gehalten werden. csc