Reise - Mit der Ketscherin Elke Noeske kann man einen Island-Aufenthalt der anderen Art genießen / Birgir Ásgeirsson ist ihr ganz persönlicher Tour-Guide vor Ort „Wir müssen kein Programm abarbeiten“

Von 
Marco Brückl
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Für Elke Noeske ist das Foto typisch: Birgir Ásgeirsson steht an der Felskante von Dyrhólaey „fest verankert mit der Heimat und wie mit Flügeln offen für die Welt“. © Noeske

Ketsch. Sie lernt Isländisch. „Birgir sagt, es wird von Jahr zu Jahr besser“, meint Elke Noeske und lacht. Die Sprache zu lernen, ist auch Zeichen ihrer Begeisterung für das Heimatland von Birgir Ásgeirsson, den sie in Deutschland kennengelernt hat, als der Isländer in Heidelberg dringend eine Unterkunft suchte, um Physik zu studieren.

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„Wir haben innerhalb von zwei Tagen eine Wohnung für ihn gefunden“, sagt Noeske. Ásgeirsson sei mit 24 damals im Alter ihrer Kinder gewesen, sympathisch fand man sich, sonst hätte der Student aus Island nicht regelmäßig vorbeigeschaut, zu jener Zeit noch in Weinheim. „Du hast mir so viel von deinem Land gezeigt. Jetzt zeige ich dir mein Land“, habe Ásgeirsson, der heute Physiklehrer ist, gesagt. Und Noeske reiste zum Bekannten auf Island – 2011. Dann reiste die Ketscherin 2013 mit ihrem Mann hin, es folgten Aufenthalte im Jahresrhythmus, dieses Jahr zweimal.

Denn längst hat Ásgeirsson nebenbei die Tour-Guide-Ausbildung gemacht und Elke Noeske hörte ihn sagen: „Du kannst jetzt mit einer Gruppe kommen.“ Doch wie sollte das gehen ohne Agentur? Als sie 2014 mit Island telefonierte, war auch dieses Problem gelöst: „Er hat mit seinem besten Kumpel eine Agentur gegründet. So sind die Isländer“, sagt die Frau aus dem evangelischen Pfarrhaus Ketsch.

Süden bis Jökulsárlón

Sie hat nun einen ganz persönlichen Tour-Guide auf dem Inselstaat und begleitet Island-Aufenthalte. Jener kommenden Mai ist schon voll, der im September – vom 4. bis 11. – noch nicht. Der Süden soll mit der Gletscherlagune Jökulsárlón als östlichsten Punkt des Trips bereist werden. „Am wichtigsten ist mir, dass wir kein Programm abarbeiten müssen“, sagt Noeske. Sie habe selbst schon schlechte Erfahrungen mit „der Hetze“ gemacht. „Wenn wir irgendwo Halt machen. Dann wird die Zeit, zu der der Bus weiterfährt gesagt. Aber jeder kann machen, was er will. Kaffee trinken, Landschaft genießen, Spaziergang, beim Guide bleiben oder alles zusammen.“

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Apropos Bus: Ásgeirssons Kumpel Thor Fridriksson ist der Busfahrer. „Das sind meine Jungs“, sagt Noeske. Guide und Fahrer seien Teil der Gruppe – das mache die Reise nicht zuletzt so persönlich. Und spontan. „Wir fahren zu ,Bensi’. Das ist ein Freund von mir“, habe Birgir einmal gesagt. Also ging es zur größten Fischfirma Islands, was sehr interessant gewesen sei, sagt Elke Noeske. Doch wenn sie es gewusst hätte, hätte man den Aufenthalt ja einplanen können. „Das haben wir vor fünf Minuten selbst noch nicht gewusst“, hätten Birgir und Thor gesagt, die mit ihrer Agentur selten für andere Islandreisen zur Verfügung stehen.

Viele Isländer habe sie kennengelernt. Eine Einkehr bei Privatleuten zum Essen sei fester Bestandteil. Nach einiger Mundpropaganda gebe es manche, „die schon viermal dabei gewesen sind“. „Wir versuchen, das Rundum-sorglos-Paket zu schnüren“, sagt Noeske. Auch Fotoreisende werden bedient: Fotograf Ulli Naefken aus Weinheim ist dabei, gibt Tipps zu Kameraeinstellungen.