Landtagswahl - CDU-Kandidat Andreas Sturm diskutiert mit Energie-Experte Christian Mildenberger über die Zukunft / Innovative Lösungen gesucht An Wasserstoff-Technologie führt kein Weg vorbei

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zg
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Mit Christian Mildenberger stand ein Energie-Experte bei der von Andreas Sturm moderierten Diskussion zur Verfügung. © Sturm

Neulußheim/Region. „Ich möchte den Monat während der Dunkelflaute nutzen, um eine Diskussion zur Energieversorgung der Zukunft anzustoßen“, sprach CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm zu Beginn einer Online-Veranstaltung zum Thema Energieversorgung, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

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Als Dunkelflaute gilt der Zustand, in dem durch wenig Sonne und Wind wenig erneuerbare Energie produziert wird. Als Experte sprach Christian Mildenberger, Geschäftsführer des Landesverbands „Erneuerbare Energien“ NRW, über die größten Herausforderungen einer sauberen und gesicherten Energieversorgung.

Laut Mildenberger müsse man für eine gelingende Energieversorgung die Dunkelflauten abdecken und die Spitzen im Energieverbrauch abfangen. So könnte ein Elektroauto in der Nacht geladen werden, wenn es genügend Strom durch Windkraftanlagen bei geringem Verbrauch gebe. Dafür müsse man vor allem auf Fortschritte durch die Digitalisierung setzen, schon jetzt gebe es elektrische Haushaltsgeräte wie Trockner, die durch Smart-Home-Systeme gestartet werden, wenn genügend Photovoltaikstrom zur Verfügung stehe.

Die Dunkelflaute sei zwar eine große Herausforderung, Andreas Sturm gab sich aber optimistisch, dass intelligente Lösungen zum Erfolg führen. Als Beispiele aus seinem Wahlkreis führte Sturm den Hockenheimer Bürgersolarverein „Solardrom“ an, der unermüdlich für den Ausbau von PV-Anlagen wirbt. Sturm berichtete in diesem Zusammenhang von dem Besuch bei der Neulußheimer Solarfirma SO.LE, bei der er sich mit dem Solardrom-Vorsitzenden Michael Schöllkopf über die Cloud-Speichertechnologie informierte. PV-Erzeuger können nun ihren selbst erzeugten Strom in einer Cloud zwischenspeichern und im Winter abrufen.

Smarte Lösungen gefragt

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Christian Mildenberger hob die Notwendigkeit der Wasserstoff-Technologie hervor, um regenerativ erzeugten Strom umzuwandeln und zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar zu machen. Diese Technologie werde bereits bei Heizungssystemen in Privathäusern verwendet und daraufhin erzählte Andreas Sturm von einem Dissertationsprojekt am Wasserstoff-Forschungszentrum in Eppelheim, bei dem unter anderem die Nutzung von Wasserstoff in privaten Haushalten erforscht wird (wir berichteten am 13. Januar).

Die Online-Diskussion wurde direkt live auf Facebook übertragen und so stellten Zuschauer aus der Facebook-Community genauso Fragen wie die Diskussionsteilnehmer auf Zoom zu Themen wie der Kernfusion-Technologie, Brennstoffzellen, synthetischen Kraftstoffen oder einem Comeback des Atomstroms. Einem Comeback der Kernenergie wurde sowohl von Andreas Sturm als auch von Christian Mildenberger eine Absage erteilt: zu teuer, zu unflexibel, zu kontrovers.

Ergebnisoffen diskutieren

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Landtagskandidat Andreas Sturm warb dafür, dass Deutschland durch eine innovative Energieproduktion zum Zukunftsmarkt für erneuerbare Energien werden müsse, so dass regenerative Energieformen keine Arbeitsplätze zerstörten, sondern neue schaffen würden. Andreas Sturm und Christian Mildenberger sprachen zum Abschluss einhellig davon, dass Ideologien die Entwicklung hemmten, weil sie nicht ergebnisoffen seien und eine zukunftsfähige Energieversorgung Technologieoffenheit brauche. zg