Öffentliche Grünflächen - Antrag von WfN mehrheitlich angenommen / Bäume ersetzen

Bedeutung fürs Klima steigt in Neulußheim

Von 
Volker Widdrat
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So grün sollte es in jeder Straße aussehen, fordert WfN und macht sich für mehr Bäumen im Ort stark. © Lenhardt

Neulußheim. „Bäume und Grünflächen im öffentlichen Raum leisten einen wichtigen Beitrag für das innerörtliche Klima“, hieß es im Antrag der Fraktion „Wir für Neulußheim“ (WfN), der in der jüngsten Gemeinderatsitzung behandelt wurde. Ingeborg Bamberg erläuterte die Forderungen, dass grundsätzlich bei allen Maßnahmen ein entfernter Baum ersetzt werden müsste, wegfallende Grünflächen und die Anzahl der Bäume bei der Planung angegeben sowie Vorschläge zum Ausgleich gemacht werden sollten. Außerdem sollten Bauwillige über die rechtlichen Vorgaben zur Vorgartengestaltung informiert werden.

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Bamberg hatte sich beim Tagesordnungspunkt „Carl-Benz-Straße“ direkt an die Bürger gewandt und gesagt, dass Bäume grundsätzlich zum Ortsbild gehörten und die Straßen aufwerteten. Für den Antrag gab sie eine ausführliche Stellungnahme ab, aus der wir schon in unserem Artikel vom Dienstag zitiert hatten. „Handeln in der Klimakrise“, verwies Bamberg auf den Untertitel des Buches von Bestsellerautor Frank Schätzing. In Neulußheim gewännen die innerörtlichen Grünflächen sowohl in Bezug auf die Klimaerwärmung als auch im Hinblick auf die Artenvielfalt eine immer größere Bedeutung, so die WfN-Gemeinderätin. „Und weil Bäume und Grünanlagen im Sommer für Kühle sorgen und gleichzeitig wichtige Lebensräume bieten“, habe ihre Fraktion diesen Antrag gestellt: „Es geht uns darum, dass Bäume und öffentliches Grün nicht als untergeordnetes Beiwerk angesehen werden. Vielmehr sind sie wichtiger Bestandteil im Ortsbild und somit bei künftigen Planungen ausreichend zu berücksichtigen.“

Über Vorgaben informieren

Es wäre zielführender, wenn Baufamilien vonseiten der Gemeinde rechtzeitig über die Vorgaben informiert würden. Aber auch die Gemeinde selbst könne noch viel tun. „Nicht nur, indem wir Bäume erhalten oder ersetzen. Sondern auch, wenn wir unsere Grünflächen effizienter anlegen. Und zwar so, dass sie nicht nur pflegeleicht sind, sondern auch ökologisch und optisch überzeugen“, warb sie um Unterstützung.

Monika Schroth (Grüne) konnte dem „sehr sinnvollen Antrag“ zur Erhaltung von Bäumen und Grünflächen „vorbehaltlos zustimmen“. Einen Wermutstropfen werde es wohl geben: „Obwohl die Vorschriften gerade des Bauplanungsrechts immer komplexer werden und glücklicherweise die naturschutzrechtlichen und umwelterhaltenden Vorschriften immer wichtiger werden, fällt auf, dass gerade Neubaugebiete immer grauer statt grüner werden. Die besten und ambitioniertesten Vorschriften nützen nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden.“

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Für Thomas Birkenmaier (CDU) machte der Antrag keinen Sinn. Der Gemeinderat entscheide von Fall zu Fall und könne jedes Mal abwägen. Er empfahl seiner Fraktion die Enthaltung. Es sei an der Zeit, dass so ein Antrag in das Gremium zur Abstimmung komme, meinte dagegen Hanspeter Rausch (SPD). Die SPD mache seit über 30 Jahren auf dieses Thema aufmerksam. Die Gemeinde habe eine Vorbildfunktion. Das Baugebiet „Alter Pfarrgarten“ sei ein Beispiel, „wie es nicht sein sollte“.

Sven Nitsche (FWV) erklärte, man habe das Thema bis jetzt nicht vernachlässigt und dürfe die Bürger nicht nur mit Vorschriften gängeln: „Wir sind nicht gegen Bäume und Grünzüge, sollten den Bürgern aber das größtmögliche Maß an Freiheiten lassen.“

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Der WfN-Antrag ging bei acht Enthaltungen durch.

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Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.