Sommerserenade - Solisten und evangelischer Kirchenchor bieten im Gotteshaus heitere und besinnliche Musik zur Entspannung von Körper und Geist Beim Hochzeitsmarsch wird Händchen gehalten

Von
Sabine Zeuner
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Leben brachten (hinten von links) Miriam Eisenmann, Klaus Eisenmann, Gerhard Müller und Thomas Drieß sowie der evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Walburga Schäfer in die weltlichen und geistlichen Lieder der Sommerserenade.

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NEULUSSHEIM. Temperaturen von knapp über 30 Grad trieben den Schweiß aus den Poren - vor den Türen der evangelischen Kirche. Drinnen lockte kühle und heiter-beschwingt-besinnliche Musik zu einer Stunde Entspannung für Körper und Geist. "Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben . . ." so lautete ein Vers des finalen gemeinsamen Liedes, den Pfarrerin Katharina Garben zur Begrüßung schon zitiert und damit den Weg bereitet für den Hörgenuss.

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Zu Gottes Gaben gehört auch die Musik, derer sich Miriam Eisenmann an Geige und Flöte, Gerhard Müller und Klaus Eisenmann wechselnd an der Orgel, Thomas Drieß an der Trompete und nicht zuletzt der evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Walburga Schäfer mit seinem Gesang bediente, den Sommerabend zur Verinnerlichung der Schönheit der Töne und Worte werden zu lassen. Mit einer Mischung aus geistlichen Inhalten und modernen Liedern, die erstaunlich authentisch aus den Orgelpfeifen tönten, war für jeden Geschmack, jede Erwartung etwas im Programm.

Trompete und Orgel riefen mit dem Einzugsmarsch von Franz Kanefzky zur Konzentration auf das Kommende. Leicht wippende Köpfe und Füße bei den zahlreichen Gästen, zeigte deren Begeisterung. Beim kraftvollen "Singet, rühmet" nach Johann A. Rosenschmidt sangen einige leise mit. Hier zeigte der 30-köpfige Chor seine Stimmkraft.

Eine Erinnerung an den als "schönsten Tag im Leben" gefeierten Hochzeitstag weckte wohl der Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartoldy. In einigen Mienen der Zuhörenden waren diese Gefühle gut zu erkennen, das ein oder andere Paar nahm sich an den Händen. Gleichsam passt der Marsch in die Jahreszeit, die bevorzugt von Liebenden genutzt wird, den Bund der Ehe einzugehen.

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Lebendig und frohgemut stimmte das Rondeau aus der Feder von Jean-Joseph Mouret. Die bekannte Sonate F-Dur von Georg Friedrich Händel, mit Klaus Eisenmann an der Orgel, reichte Johann Sebastian Bachs "Wohl mir, dass ich Jesum habe" mit Chor, Geigen- und Orgelspiel musikalisch die Hand. "Lobe den Herrn, meine Seele" mit den Noten von Bach, dem Chorsatz von Hans Nyberg leitete feierlich zum modernen Teil über.

Carlos Santana begeistert mit "Samba pa ti" (1970) noch heute Millionen Fans - an der Orgel von Gerhard Müller mit Schwung, sowie erstaunlichem Wiedererkennungswert interpretiert, zuckten einige Hände zum Applaus, der eigentlich für den großen Konzertschluss vorgehalten werden sollte. Desgleichen spielte sich direkt nach dem von Miriam Eisenmann an der Flöte akzentuierten "Summertime" von George Gershwin aus "Porgy and Bess" ab.

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Lächeln überzog die Mienen als "Lambada", das Lied zum gleichnamigen Tanz des Jahres 1989 erklang. Man fühlte sich versucht, mitzusingen und mit den Hüften zu wiegen. Zurück zur geistlichen Musik riss das "Jubilate" nach Johannes M. Michel mit und mündete in ein kraftvolles "You raise me up", das Rolf Lovland 2001 zu Papier brachte. Viel zu schnell war damit das Finale erreicht.