Neulußheim - Landesstraße 560 - Zwei Unfallschwerpunkte sollen mit einer Ampelanlage entschärft werden / Linksabbiegen führt immer wieder zu Kollisionen Bestehende Rampe bleibt ungenutzt

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Andreas Wühler
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An der Kreuzung der L 560 mit der L 546 werden derzeit die Vorbereitungen zur Installation einer Lichtsignalanlage geschaffen. © Lenhardt

Neulußheim. Wer dieser Tage von Neulußheim Süd über die Landesstraße 560, die frühere B 36, in Richtung Hockenheim fährt, dem sind sie mit Sicherheit schon aufgefallen, die Arbeiten an der Kreuzung mit der Landesstraße in Richtung Reilingen und Ortsmitte, Höhe Friedhof, und an der Einmündung der Waghäuseler Straße in die L 560.

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In der Ratssitzung Anfang März hatte sich Alexander Mansel (Grüne) schon nach dem Grund der Arbeiten erkundigt, die sich damals auf die Einmündung der Waghäuseler Straße beschränkten und danach für eine Zeit lang ruhten, bevor sie an der Kreuzung bei der Ortsmitte wieder aufgenommen wurden. Eventuell eine Ampelanlage, erwiderte Bürgermeister Gunter Hoffmann mit zwiespältigen Gefühlen in der Sitzung. Zum einen war ihm bange um den Verkehrsfluss auf der stark befahrenen Trasse, zum anderen war er froh für die Gemeinde – „für uns wäre es gut, dann kommen wir wenigstens heraus“.

Stelle nicht leicht einzusehen

Womit der Bürgermeister zugleich die Besonderheit der Anbindung von Waghäuseler Straße und St. Leoner Straße an die Landesstraße erwähnt hatte – das Linksabbiegen. Ein Vorgang, bei dem jeweils die gesamte Straße überquert werden muss, was bei einer stark frequentierten Verkehrsverbindung wie der L 560 stets ein hohes Gefahrenpotenzial ins sich birgt.

Wer von der Waghäuseler Straße kommt und nach rechts, in Richtung Karlsruhe, auf die Landesstraße einbiegen will, für den stellt sich die Situation noch einigermaßen erträglich da, auch wenn der Verkehr aus Richtung Norden an dieser Stelle aus der Unterquerung der Bahnstrecke kommt und nicht immer leicht einzusehen ist. Zumal dann, wenn sich die Verkehrsteilnehmer auf der Landesstraße nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

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Will man an der gleichen Stelle in Richtung Hockenheim auf die Landesstraße abbiegen, dann wird das ganze Unterfangen mitunter zum Glücksspiel. Zumal auch immer mehr Lkw die Route nutzen, von den mautpflichtigen Autobahnen ausweichen und das Verkehrsaufkommen dadurch sehr groß ist. Gleiches gilt natürlich für Kraftfahrzeuge, die an dieser Stelle die Landesstraße von Karlsruhe kommend in Richtung Waghäuseler Straße verlassen wollen. Sie müssen beim Linksabbiegen den Gegenverkehr queren, was immer mit Gefahren verbunden ist.

Keine Frage, dass die Einmündung von der zuständigen Verkehrskommission – bestehend aus Polizei, Stadt Hockenheim als Verkehrsbehörde und Straßenbauamt – als Unfallschwerpunkt eingeschätzt wurde und von der Verkehrsbehörde Hockenheim die Errichtung einer Ampelanlage angeordnet wurde, wie uns das Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises auf Anfrage mitteilt.

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Ein Blick in die Unfallstatistik gibt der Kommission mit Sicherheit recht und auch die Kreuzung der L 560 mit der L 546, die von der Ortsmitte kommend in Richtung Reilingen führt, dürfte sich dabei auffällig zeigen. Wobei es sich um das gleiche Problem handelt – das gefährliche Linksabbiegen samt der damit verbundenen Querung der gesamten Fahrbahnen.

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Doch an dieser Stelle stellt sich die Frage der Notwendigkeit. Wer aus Richtung Reilingen kommt, der wird in Höhe Neulußheim Friedhof auf die Landesstraße gelenkt, sofern er nicht nach Neulußheim weiterfahren möchte. Auch wer aus der Gemeinde kommt, wird über die gleiche Rampe zur Landesstraße gelenkt. Mit anderen Worten – ob man Richtung Hockenheim oder Richtung Karlsruhe abbiegen will, man steht in der gleichen Schlange, wobei die Linksabbieger in Richtung Karlsruhe insbesondere im Berufsverkehr vor einer Geduldsprobe stehen, die nicht selten zu langen Rückstaus hoch auf die L 546 führt.

Und wer auf der L 560 aus Richtung Hockenheim kommend in Fahrtrichtung Reilingen abbiegen will, muss den Gegenverkehr queren. Gleichermaßen ein hohes Risiko und zum Teil ein ausgesprochenes Geduldsspiel.

Unterschiedliche Zuständigkeiten

Mit anderen Worten, der ganze Verkehr, der aus Osten oder Westen kommt und in Richtung Süden oder Norden will, teilt sich eine Abfahrt. Obwohl eine zweite relativ einfach zu errichten wäre. Besser gesagt, sie ist schon da. Wer aus dem Ort kommt, der kann theoretisch noch vor der Brücke über die Landesstraße nach rechts auf eine Rampe abbiegen, die ein Stück weit parallel zur Landesstraße in Richtung Süden führt. Sie an die Trasse anzubinden, dürfte kaum ein Problem sein. Und schon hätte man zwei Abfahrten in Richtung Landesstraße, das Linksabbiegen würde entfallen. Auch nördlich der Brücke würde sich auf der östlichen Seite der Bahnlinie leicht eine Rampe errichten lassen, die das Linksabbiegen überflüssig macht.

Doch, erwiderte das Straßenbauamt, für den Neubau und die Unterhaltung von Landesstraßen sei das Regierungspräsidium Karlsruhe zuständig. Darüber hat die Verkehrskommission nicht zu entscheiden, ihre Aufgabe ist es, einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen, was nun auch an dieser Stelle mit einer Ampel, oder wie der Fachmann sagt mit einer Lichtsignalanlage, geschehen soll.

Bürgermeister Gunther Hoffmann wurde mit seinem Hinweis auf die bestehende Rampe vom Landratsamt gleichfalls an das Regierungspräsidium verwiesen. Die Idee, die Rampe auf der östlichen Seite der Bahnlinie zu nutzen – wobei Hoffmann nur die bestehende im Sinn hat, keine weiteren Baumaßnahmen – hatte er schon mit Bürgermeister Hartmut Beck verfolgt. Damals wurde ihr Anliegen vom Regierungspräsidium abgelehnt, ein Unfallschwerpunkt hatte sich noch nicht herauskristallisiert.

Hoffmann ist immer noch von seiner Idee der Rampen-Nutzung überzeugt. Doch als Bürgermeister begrüßte er die aktuelle Baumaßnahme: „Für Neulußheim sind die beiden Ampelanlagen die beste Lösung“. Immerhin gebe es dann an beiden Ortsausfahrten zur L 560 hin einen sicheren Anschluss.

Wie es auch die Verkehrsplaner sehen: „Bei der Errichtung der neuen Anlagen geht es vor allem um den Schutz der Linksabbieger. Diese finden kaum Verkehrslücken, um von der L 560 auf die L 546 oder in die Waghäuseler Straße abzubiegen, beziehungsweise umgekehrt“, argumentiert das Straßenbauamt. Aussagen, die man durchaus nachvollziehen kann.

Allerdings bleibt die Frage, wie sich die zwei Ampeln auf den Verkehrsfluss der Landesstraße auswirken, auf der in der Rushhour oftmals ab Hockenheim, wo die Trasse einspurig wird, bis weit in Richtung Waghäusel und Karlsruhe Stau herrscht. „Die Sicherheit geht vor“, urteilt das Straßenbauamt und fügt hinzu, dass im Vorfeld Verkehrszählungen von seinem Haus und einem Ingenieurbüro durchgeführt wurden, bei der eine Lösung für alle Abbiegebeziehungen erarbeitet worden sei.

Mit neuester Technik

Zudem würde die Anlage komplett verkehrsabhängig errichtet. Mittels Induktionsschleifen und Kameras können die Verkehrsströme ermittelt und die Grünzeiten beeinflusst werden – was insbesondere in den Spitzenstunden einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss ermöglichen soll.

Bis dahin ist es noch etwas Zeit, wie Bürgermeister Hoffmann anmerkt. Vorab wurden nur die erforderlichen Kabel für die Lichtanlagen verlegt, die Ampeln selbst würden erst im Herbst in Betrieb gehen.

Redaktion Zuständig für die Verwaltungsgemeinschaf