Evangelische Kirchengemeinde - Gemeinde feiert gemeinsam einen Gottesdienst im Internet / Viele Zuschauer zelebrieren erstmals virtuell das Abendmahl Einzigartiges und berührendes Glaubensbekenntnis

Von 
Renate Hettwer
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Abendmahlszutaten mit Osterkerze. © Hettwer

Neulußheim. In Zeiten der Corona-Pandemie, in der nicht nur Firmen, Schulen und viele Geschäfte ihre Türen seit Wochen geschlossen haben, fällt es der evangelischen Kirchengemeinde ebenso schwer, ihr Gotteshaus geschlossen zu halten.

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Türen, die besonders in Notzeiten wie in den Weltkriegen und bei Katastrophen zum Beten stets geöffnet hatten. Hier holten sich die Gemeindemitglieder im Glauben, versehen mit dem Segen und dem gemeinsamen Abendmahl, Kraft und Zuversicht. Der Verzicht auf die Öffnung der Kirche aus Achtsamkeit und den Anordnungen der Regierung folgend ist einzigartig in der Geschichte der evangelischen Kirche.

Zahlreiche dankbare Zuschauer

Einzigartig ist auch der Gottesdienst mit Abendmahl am Sonntag, 26. April, am PC, Notebook, Laptop oder Handy. Die bisherigen Gottesdienste mit Pfarrerin Katharina Garben, Gemeindediakon Jascha Richter, Organist Gerhard Müller, Charlotte Johansen mit Gesang und Janis Bauer an der Videokamera im Gemeindehaus hatten in den letzten Wochen viele dankbare Zuschauer gefunden. Zuschauer, die erstmals auch den Weg zur Kirchengemeinde über dieses Medium fanden.

Dank Pfarrerin Katharina Garben, den Kirchengemeinderäten und ihrem Helferteam hat der Abendmahlgottesdienst erstmals virtuell stattgefunden. Gerade in dieser unwirklichen Zeit, in der niemand weiß, stehen wir noch am Anfang der Krise oder steht uns noch ein weiter Weg bevor, gelingt es, ein normales Leben danach zu führen, hat der Abendmahlgottesdienst in die eigenen vier Wände ein kleines Stück Normalität im gemeinsamen Glauben getragen.

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„Im Gottes Namen wollen wir finden, was verloren ist“, so Gemeindediakon Jascha Richter. Die Predigt stand unter Psalm 23, dem guten Hirten. Ein Psalm, der vielen Menschen das Tor zum Gebet geöffnet hat. Jesus, der Orientierung, Kraft und Zuversicht in Krisen, wohin sie auch führten, gebe. Auch in dieser unwirklichen Zeit sei er der Hirte, der leitet, im Hoffen und Beten gebe er zu allen Zeiten Trost.

Orientierung, Fragen des Lebens und Entscheidungen, die in dieser Zeit zu treffen sind, waren Inhalt der Predigt von Pfarrerin Katharina Garben. Wissenschaftler, Virologen, Intensivmediziner und Politiker würden Orientierung geben, auch wenn verschiedene Meinungen herrschten. Das Wichtigste seien aber die Familie und Freunde, die den Menschen durch diese Zeit tragen. „Auch wenn uns die heutigen Probleme überfordern“, so Garben, bitte sie Gott „suche und finde uns, rufe uns und gib deine tröstliche Nähe“.

Vom guten Hirten

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Digital verbunden mit dem Abendmahl, das durch die Gemeinschaft durch Christi Leib und Blut einerseits mit Jesus Christus selbst und andererseits unter den Gläubigen gefeiert wird, konnten die Gläubigen am Bildschirm und ihrem vorbereiteten Brot und Saft der Liturgie von Pfarrerin Garben folgen und im Gesang und Glaubensgebet einander annehmen und die Gemeinschaft feiern. „Christi Leib für euch gegeben, Christi Leib für dich vergossen“. Ein außergewöhnlicher Weg des Abendmahls, der die digitalen Teilnehmer im Glauben an die christliche Kirche vereinte und stärkte.

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Mit den Worten „Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen“ sowie dem Segen für die Gemeinde an den Bildschirmen und mit der Hoffnung auf Frieden in der ganzen Welt, endete dieser denkwürdige und einzigartig berührende Gottesdienst.

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