Musikverein - In der evangelischen Kirche mit Schwung, Intensität und Spielfreude überzeugt / Hochkarätiges Konzert hätte mehr Zuhörer verdient gehabt "Harmonie" bietet große Klangvielfalt

Von
Marion Brandenburger
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In Hochform präsentierte sich der Neulußheimer Musikverein unter der Leitung von Thomas Sturm beim Konzert in der evangelischen Kirche.

© Brandenburger

Neulussheim. Wie könnte man den ersten Advent schöner einleiten als mit einem stimmungsvollen Konzert? Der Musikverein "Harmonie" unter dem Dirigat von Thomas Sturm hatte ein ausgezeichnetes Programm zusammengestellt und genau so ausgezeichnet dargeboten. Perfekt dazu war die Kulisse der evangelischen Kirche mit einer guten Akustik. Schade, dass nicht allzu viele Neulußheimer sich eingeladen fühlten und die Musiker auf einige leere Kirchenbänke blicken mussten.

Programm mit vielen Facetten

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Den Auftakt gestaltete ein Blechbläserquintett. Ronald Blomberg, Dieter Häusler, Katharina Meynerts, Thomas Sturm und Jörg Zöller spielten von der Empore ein "Rondeau", das einen ersten Vorgeschmack auf die Programmfolge gab. Andreas Sturm führte durch das Programm. Mit knappen Worten erläuterte er die Musikstücke, gerade so viel, dass das Konzert nicht "zerredet" wurde.

Mit "Böhmische Weihnachten" waren eher traditionelle Klänge zu hören, schwungvoll dagegen waren die folgenden Spirituals "Just a closer Walk" und "He's got the whole World in his Hands". Pfarrerin Katharina Garben bereicherte das Programm mit zwei inhaltlich passenden Lesungen.

Für Gänsehaut sorgte Thomas Sturm mit der Trompete unter Begleitung von Gerhard Müller an der Orgel mit dem Welthit "The Rose", das der Dirigent des Orchesters mit unglaublicher Intensität spielte. Die folgenden Variationen von "Gott ist die Liebe" hat Organist Gerhard Müller arrangiert und mit dem Leitthema "Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen" nahm er das Publikum einmal rund um den Globus mit. Die Klangfolgen erinnerten an Japan und den fernen Osten, Walzertakt oder Anklänge an "Peer Gynt" waren herauszuhören. Für den einen oder anderen Zuhörer vielleicht ein wenig ungewöhnlich, in der Gesamtheit aber großartig. Reinhard Fendrichs Hit "Bergwerk" intonierte die Kapelle, die durch Ausgewogenheit und Spielfreude überzeugte. Das Medley "Happy Winter Holiday" hatte durchaus Big-Band-Charakter mit Stücken wie "Jingle Bell Rock", "Winterwonderland" und "Feliz Navidad". "Jesus berühre mich" von Albert Frey forderte einen Sologesang, wobei Markus Seidel aus dem Orchester gesanglich sehr überzeugen konnte.

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Wer bis dahin die traditionellen Weihnachtslieder vermisst hatte, durfte sich über "Weihnachten in den Bergen" freuen. Das Orchester spielte sehr gefühlvoll "Es werd scho glei dumpa", "Leise rieselt der Schnee" und "Still, still, still". Dazwischen war das Quartett mit Bernd Heinrich, Thomas Sturm, Ingbert Thorn und Jörg Zöller zu hören - zwei Trompeten, Horn und Tuba - mit einer alpenländischen Liedfolge, die an das verschneite Salzburger Land erinnerten.

Zum Abschluss des Programms lief das Orchester nochmals zu Hochform auf mit dem bekannten "Highland Cathedral", das in der Kirche seine ganze Klangvielfalt darbieten konnte. Das Publikum war begeistert, es gab viel Applaus und natürlich noch eine Zugabe. Erfüllt von Musik und vorweihnachtlicher Stimmung entließ der Musikverein Harmonie seine Gäste in die kalte Winternacht. Es war ein stimmiges, klangvolles Konzert, das leider viele verpasst haben. Das Orchester hätte auf jeden Fall mehr Publikum verdient gehabt.