„Aktiv im Alter“

Kättl Feierdaach erfreut Senioren in Neulußheim: „Isch weeß es jo aach net“

Die Mischung zwischen gemeinsamen Kaffeetrinken und einem interessanten und kurzweiligen Programm machen die „Aktiv im Alter“-Veranstaltungen, die einmal im Monat von Kirche und politischer Gemeinde angeboten werden, immer zu etwas Besonderem.

Von 
Renate Hettwer
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Thea Fiedler und Renate Langham mit Kättl Feierdaach © Hettwer

Neulußheim. Die Mischung zwischen gemeinsamen Kaffeetrinken und einem interessanten und kurzweiligen Programm machen die „Aktiv im Alter“-Veranstaltungen, die einmal im Monat von Kirche und politischer Gemeinde angeboten werden, immer zu etwas Besonderem.

An diesem Dienstag hatten die Freien Wähler Neulußheims freundlicherweise angeboten, für ein unterhaltsames Programm zu sorgen. Neben Kuchen und kleinen Aufmerksamkeiten auf den Tischen hatten sie weder Kosten noch Mühen gescheut, Kättl Feierdaach über den Rhein nach Neulußheim zu holen. Mit richtigem Name Jutta Hinderberger lässt sie als Kunstfigur Kättl Feierdaach die Gäste humorvoll an ihrem unterhaltsamen, manchmal chaotischen Leben, teilhaben.

„Oh, die kenne ich doch irgendwo her“, so eine Besucherin. Aber woher bloß? Nach der Begrüßung von Heinz Kuppinger von den Freien Wählern, der mit Dr. Karl-Ludwig Ballreich gekommen war, war das schnell geklärt. Als exzellente Komödiantin, auch in Funk und Fernsehen bekannt, hat sie die Gabe, mit ihrer liebenswürdigen und humorvollen Art Situationen zu beschreiben, die man selbst schon erlebt hat.

Geschichten über den Moiner

Als sie den Saal im evangelischen Gemeindehaus ziemlich altbacken in einen grauen Mantel und einem 50er-Jahre Hut gekleidet betritt, möchte man sie zu gern in die Awo-Kleiderstube gegenüber schicken. Aber ihr Aussehen ist sofort vergessen, wenn sie ausführlich und frech mit ihren Geschichten im Pfälzer Dialekt die Gäste gefangen nimmt.

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Mitten im Publikum erzählt sie mit viel Wortwitz von ihrem Ehemann, liebevoll „Moiner“ genannt, also nicht ihrer oder eurer, sondern moiner, wie sie betont. Das damalige Kennenlernen auch so eine Sache. Schuld war wohl der fehlende Kanaldeckel in den sie stolperte oder doch vielleicht ihr besonderer Charme? Eher wohl ihr großes Sprachzentrum, das immer wieder im Publikum für Lacher sorgte.

„Moiner ist jetzt zu Hause, immer, ja immer.“ Und was das im Alltag bedeutet, da hatte Kättl einige nickende Frauen im Blick. Was ist übrig von der Liebe, wenn man ihm eine gute Nacht wünscht und er nur sagt: „Mach mir nicht immer Vorschriften.“

Mit Vergnügen begleitete man Kättl Feierdaach zu einem Restaurantbesuch, wo sie mit Orientierungsproblemen zu kämpfen hatte. Der Besuch beim Arzt hatte wegen ihrer Blasenprobleme auch so seine Tücken und mit Moiner fährt sie sicher nicht mehr so schnell wegen ihrer blank liegenden Nerven in ein Parkhaus.

Tücken des Lattenbruchs

Dass ihr Eheleben nicht langweilig ist, dafür sorgte Moiners Lattenbruch. Es wurde auch Zeit für ein neues Bett, das als Erbstück geschont, gleichmäßig mit einem ausgeklügelten Plan der drei Matratzenteile mit A- und B-Seiten benutzt wurde. Ein Absperrband sorgte wegen der gebrochenen Latten für etwas Sicherheit. Aber ob das angebotene Wasserbett das Richtige ist, wenn Moiner da so reinplotzt – Kättl war sich da nicht sicher.

Von einem weiteren Theaterbesuch mit ihrem Moiner sieht sie in Zukunft auch ab. Lieber animierte sie das „Aktiv im Alter“-Publikum, mit ihr, der Callas aus Speyer, zum Abschluss des vergnüglichen Nachmittags zu singen. „Isch weeß es jo aach net“, aber fast so gut wie Maria Callas, ehrlich!

Auch wenn die Männer heute nicht so gut wegkamen, so Heinz Kuppinger, bedankte er sich mit einer Flasche Champagner herzlich bei Jutta Hinderberger, die als Kättl Feierdaach sich wieder auf den Weg über den Rhein, nach Speyer zu ihrem Moiner aufmachte.

Freie Autorin