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Evangelische Kirche - Das Jugendsinfonieorchester Bruchsal unter der Leitung von Professor Klaus Eisenmann beeindruckt mit einem großartigen Konzert

Nachwuchs musiziert auf hohem Niveau

Von 
Maria Herlo
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Neulußheim. Mit stehenden Ovationen wurde der Auftritt des Jugendsinfonieorchesters der Musik- und Kunstschule Bruchsal (JSO) in der voll besetzten evangelischen Kirche gefeiert. Es präsentierte sich in ausgezeichneter Verfassung. In den 15 Jahren, in denen die Leitung in den Händen von Professor Klaus Eisenmann liegt, ist hervorragende Arbeit geleistet worden. Das war am hohen Niveau auszumachen, auf dem die jungen Mitglieder des Orchesters spielten.

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Das verdient große Bewunderung, vor allem auch deshalb, weil die Proben unter ungewöhnlichen Bedingungen stattfinden mussten. Die Corona-Pandemie stellt nicht nur Veranstalter vor fast unüberwindbare Herausforderungen, sondern auch Künstler, die nicht wie gewohnt proben können.

Auf dem Programm standen das „Konzert für Oboe und Orchester C-Dur“, Hob Vllg:C1, von Joseph Haydn (1732 – 1809), das „Konzert für Fagott und Orchester F-Dur“, op. 78, von Carl Maria von Weber (1786 – 1826) und die Sinfonie Nr. 9 e-Moll, op. 95, „Aus der neuen Welt“ von Antonín Dvorák (1841 – 1904). Die Konzentration, mit der die jungen Musikerinnen und Musiker diese Werke wiedergaben, war beeindruckend.

Das Haydn zugesprochene, vermutlich aber nicht von ihm komponierte Oboenkonzert geriet unter den flinken Fingern des 15-jährigen Solisten Leonhard Ehrlich zu einem Feuerwerk aus Klängen. Nach den munteren Anfangstakten fuhr Ehrlich mit perfekter Linienführung und ausdrucksstarker Phrasierung fort, wobei er ständig Kontakt zum achtsam begleitenden Orchester hielt.

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Perfekte Linienführung

Den Mittelsatz, das Andante, bestritt er fast alleine und brachte das elegische Thema, das zu dem Schönsten gehört, war für Oboe komponiert wurde, ergreifend zum Ausdruck. Im dritten Satz, dem Rondo, spielte er die ganze Palette seiner technischen Fertigkeiten aus und ließ seiner sprühenden Spielfreude vollen Lauf.

Die schlichte, volksliedhafte Melodie, zunächst von der Oboe vorgetragen, wurde vom Orchester aufgenommen und variantenreich weiterentwickelt. Die virtuosen Läufe und tänzerische Leichtigkeit des jungen Solisten begeisterte die Zuhörer so sehr, dasser eine Zugabe spielte, und zwar den ersten Satz der Sonate für Oboe solo des zeitgenössischen Komponisten und weltweit bekannten Oboisten Heinz Holliger. Damit erfreute er die Zuhörer noch einmal mit dem unerschöpflichen Reservoir an Klangmöglichkeiten seines Instruments.

Anschließend bezauberte die junge Marén Mehnert (Bild) als Solistin im Konzert für Fagott von Carl Maria von Weber. Neben Mozarts B-Dur-Konzert KV 191 (186e) gehört es zu den meistgespielten Solokonzerten für das tiefe Holzblasinstrument.

Der jungen Virtuosin bot das Orchester Gelegenheit, ihr Fagott brillieren zu lassen. Auch sie erntete minutenlangen Beifall für die verblüffende Art, mit der sie die Wandlungsfähigkeit ihres Instruments demonstrierte. In den schnellen Läufen im ersten und dritten Satz klang es in der Höhe wie ein Saxofon, in der Tiefe wie ein warmer, dunkler Kontrabass. Im zweiten Satz, im Adagio, beeindruckte sie mit ruhig dahinfließenden, langen Tönen von unglaublich melodischer Schönheit.

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Einen hervorragenden Eindruck hinterließ das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Klaus Eisenmann mit dem populären romantischen Orchesterwerk des tschechischen Komponisten Dvorák.

Eine Herausforderung

Die 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ von 1893 ist für jedes klassische Orchester eine Herausforderung, die jungen Musiker aber zeigten sich den Ansprüchen des Werks voll gewachsen. Antonín Dvorák weilte in Amerika, als er die Sinfonie komponierte.

Schon der erste Satz war spannungsgeladen, er begann langsam, um sich dann im Allegro mit Schwung und Dynamik zum vollen Orchesterklang zu entwickeln. Das Thema des Hauptsatzes zieht sich durch alle vier Sätze. Nach den Hörnern übernahm es die Oboe, die der Sinfonie einen ländlichen Ton gab. Die Flöte verwandelt die Melodie in einen Gesang von sanfter Melancholie, die vielleicht an die Sehnsucht des Komponisten nach der Heimat denken lässt.

Klaus Eisenmann und sein Orchester entfalteten bis zum faszinierenden Finale die ganze Schönheit dieses sinfonischen Werks.

Das zufriedene Neulußheimer Publikum brachte seine Begeisterung durch lang anhaltenden Beifall und vor allem auch stehend zum Ausdruck. Bild: Schwindtner

Freie Autorin

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