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Theater

„Aasgeier iwwer Ofdasche“ – Probenbesucht im Oftersheimer Josefshaus

Nur noch wenige Wochen, dann werden die „Aasgeier iwwer Ofdasche“ endlich in der Hardtwaldgemeinde landen können.

Von 
Marco Montalbano
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Die „Aasgeier iwwer Ofdasche“ landen demnächst: Pfarrer Braun alias Steffen Becker (v.r.) fühlt Geschäftsmann A.A.S. Geier (Martin Bredereck) und seiner Assistentin „Veronique La Belle“ (Melanie Hillengass) auf den Zahn. © Montalbano

Oftersheim. Nur noch wenige Wochen, dann werden die „Aasgeier iwwer Ofdasche“ endlich in der Hardtwaldgemeinde landen können. Nach über zwei Jahren, in denen das Stück aus den bekannten Corona-Gründen zweimal kurzfristig abgesagt werden musste, in dem ein skrupelloser Geschäftemacher ein im Ort entdecktes, wertvolles Mineral ausbeuten und die Einwohner dabei komplett über den Tisch ziehen möchte, wird es am 14. Oktober endlich Premiere feiern (wir berichteten). Unsere Zeitung besuchte das Ensemble bei der Probe der frei nach Bernd Kietzke gespielten Komödie.

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„Montage sind bei uns allen rot im Kalender angestrichen. Da treffen wir uns hier im Josefshaus und proben“, so Heidi Vogt, die „gute Seele“ der Theatergruppe aus Leidenschaft, die auch Regie führt. Bei der Kleinen Bühne, die ihren Stammsitz schon immer dort habe, inzwischen seit fast 40 Jahren, sei sie auch schon fast drei Jahrzehnte.

Volle Konzentration bei der Probe auch im Zuschauerraum. Jeder Darsteller der Kleinen Bühne liest für sich im Josefshaus die Rollen mit. © Marco Montalbano

Es ist halb acht, als die letzten Mitglieder eintreffen. Man spürt sofort, dass hier die Chemie stimmt. Jemand hält zwei Flaschen Sekt in die Höhe. „Michael hatte gestern Geburtstag“, ruft er. Gemeint ist Michael „Mikel“ Wagner, der schon ganz in seine Rolle geschlüpft ist. Mit einem großen Besen fegt er die Bühne als Gemeindediener und stets durstiger Totengräber Walter Essig.

Wedeln mit der Federboa

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Melanie Hillengass stürmt durch die Tür. Auch schon ganz in ihrer Rolle als Veronique La Belle, spricht sie strikt mit französischem Akzent und wedelt dabei scherzhaft mit ihrer rosafarbenen Federboa. Noch einmal Anstoßen, dann beginnt die Probe.

Wer gerade nicht auf den Brettern, die auch hier die Welt bedeuten, steht, sitzt unten im Saal und liest still die Rollen mit. Ein paar Mitglieder fehlen heute – aber alles kein Problem für die muntere Truppe. Blitzschnell übernimmt jemand. Simone Fackel, die die junge Forscherin Katharina Stein spielt, die das seltene Mineral entdeckt hat, übernimmt so kurzerhand auch die Rolle von Gertrud, der Frau des schlagfertigen Gemeindedieners. Fantastisch auch Steffen Becker als Pfarrer Aloysius Braun, der mit seiner beeindruckenden Bassstimme trotz aller Bühnenpräsenz luftig leicht mit vielen Pointen punktet und so für so manchen Lachflash sorgen dürfte.

Kein Wunder, prangert dieser schon mal die Erhöhung des Schorlepreises im Ort von der Kanzel aus an, woran Mitarbeiter Walter nicht ganz unschuldig ist, peppt er die Reden des Geistlichen doch durch zahlreiche Randbemerkungen auf. Köstlich auch Martin Bredereck als windiger Geschäftsmann A.A.S. Geier, der nach erfolgreichen Projekten, wie einer Eiswürfelfabrik am Nordpol, nun auch hier das große Geschäft wittert – jedoch nur für sich. Doch die Oftersheimer lassen sich kein X für ein U vormachen und wissen sich, trotz zweiwöchiger Abwesenheit des gesamten Gemeinderates, gehörig zu wehren. Es wird herrlich mit Klischees und Befindlichkeiten gespielt, dass es eine Freude ist. Auch die Nachbargemeinden werden liebevoll bedacht. „Wir sind hier sehr tolerant. Bei uns dürfen auch Plankstädter durchfahren“, meint Essig und ergänzt augenzwinkernd: „Aber anhalten dürfen sie nicht.“

Garaus für Geschäftemacher

Ob und wie es den Oftersheimern gelingt, dem Geschäftemacher den Garaus zu machen – man darf gespannt sein. In weiteren Rollen spielen Daniele Aiello als Frauenschwarm Florian Sommer, Erika Barthelmeß als Maklerin Selma von Weitem, Heidi Vogt als wehrhafte Dorflehrerin Anna Grün, Ulrike Vay als Gertrud Essig und Andreas Vogt als gewitzter Winzer Berti Balz mit ausgeprägter Schwäche für das weibliche Geschlecht. „Manchmal müssen die Aufrechten den krummen Weg gehen“, heißt es im Stück. Die dadurch entstehenden Irrungen und Wirrungen garantieren jede Menge Spaß für die ganze Familie.

Wie das ganze Ensemble freut sich Heidi Vogt sehr auf die Aufführung ab dem 14. Oktober, ist aber auch etwas traurig: „Wir suchen immer noch eine neue Spielstätte. Es bricht uns das Herz, dass wir voraussichtlich ab nächstem Jahr das Josefshaus nicht mehr nutzen können“, und ergänzt: „Die Bedingungen sind hier ideal, auch da schon eine Bühne vorhanden ist. Wir hoffen, schnell eine neue Heimat zu finden und sind für Vorschläge offen.“

Freier Autor Freier Journalist. Davor Pressereferent. Studium der Politikwissenschaft.

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