150. Geburtstag - Schule trägt seinen Namen – was Friedrich Ebert für hiesige SPD-Politiker bedeutet Das bedeutet Friedrich Ebert für Oftersheimer SPD-Politiker

Von 
Volker Widdrat
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Oftersheimer SPD-Politiker erzählen, was Friedrich Ebert für sie bedeutet. © Jutrczenka/DPA

Oftersheim. Ob Friedrich Ebert jemals Oftersheim gesehen hat, ist nicht bekannt. Wenn das der Fall war, passierte es vermutlich während seiner Wanderjahre zwischen 1888 bis 1891, die den Heidelberger Sattler-Lehrling durch das südliche und westliche Deutschland, führten. Doch das spielte keine Rolle für die Gemeinderäte, die am 26. März 1968 tagten. Damals nämlich beschlossen sie, den drei Schulhäusern zwischen Rathaus und evangelischer Kirche den gemeinsamen Namen Friedrich-Ebert-Schule zu geben, benannt nach dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, der an diesem Donnerstag 150 Jahre geworden wäre. Der SPD-Politiker starb 1925 in Berlin an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs, er wurde nur 54 Jahre. Sein Grab kann noch heute auf dem Heidelberger Bergfriedhof besucht werden.

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Für ganze Generationen wurde er zum Vorbild als Vertreter der „kleinen Leute“, der sich aus einfachen Verhältnissen zum Chef der größten Partei in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts emporgearbeitet hatte. Kritik aber erntete er – auch oder gerade aus den eigenen Reihen – für seinen Entschluss, Militär gegen revolutionäre Arbeiter und „Räterepubliken“ einzusetzen. In den Wirren der letzten Tage des Ersten Weltkriegs und unmittelbar danach. In rechten Kreisen dagegen wurde er als Landesverräter gescholten – unter anderem für die Weimarer Verfassung, für deren Zustandekommen Ebert stand.

Doch wie auch immer man seine politische Lebensleistung einordnet: Er gehört zu den großen deutschen Staatsmännern, die das Land geprägt haben. Wir haben die Oftersheimer SPD-Kommunalpolitiker aus dem Gemeinderat und den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten aus Anlass des 150. Geburtstags gefragt, was Friedrich Ebert für sie – möglichst in einem Satz – bedeutet.

Daniel Born (Landtagsabgeordneter): Friedrich Ebert bedeutet für mich, dass Demokratie und Freiheit Menschen brauchen, die für sie wie einst uns erster Präsident Verantwortung übernehmen.

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Jens Rüttinger (Fraktionschef und Ortsvereinsvorsitzender): Friedrich Ebert bedeutet für mich unter anderem Bildungsgerechtigkeit. Er selbst kam aus einfachen Verhältnissen und hat sich dafür eingesetzt, dass auch Kinder aus der Arbeiterklasse mit guter und kostenloser Bildung befähigt werden, ihren Lebensunterhalt auskömmlich und eigenständig bestreiten zu können.

Die oftmals mittellose und sozial ausgegrenzte Arbeiterklasse konnte so mehr Teilhabe an Gesundheit, Bildung und Gerechtigkeit erringen. Noch heute profitieren wir vom Wirken Friedrich Eberts, der sich politisch weder von „links“, noch „rechts“ auf seinem Weg beirren ließ.

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Gudrun Wipfinger-Fierdel (Gemeinderätin): Friedrich Ebert bedeutet für mich der Beginn der Weimarer Republik und mit seiner Wahl zum Reichspräsidenten der Durchbruch der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

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Werner Kerschgens (Gemeinderat): Friedrich Ebert bedeutet für mich, dass ein aufrechter Sozialdemokrat als einfacher Bürger – seiner demokratischen Haltung entsprechend – Verantwortung übernommen hat und seine persönlichen Belange nicht in den Vordergrund rückte. Zu seiner Ehre hat die Oftersheim – zurecht – einer Schule, seinen Namen verliehen. Dort wurden meine Schwiegermutter, meine Frau, unsere Kinder sowie zur Zeit unsere Enkelin unterrichtet.

Rüdiger Laser (Gemeinderat): Friedrich Ebert bedeutet für mich Demokratie und für das Volk da zu sein.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.