Evangelische Kirchengemeinde - Trotz aller Einschränkungen auch positive Erfahrungen – beim Spaziergang, beim Singen oder beim Besuch Der Segen lässt das Erdrückende ertragen

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Gastbeitrag von Pfarrerin Sibylle Rolf
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Oftersheim. Gesegnet – das war das Thema des Gottesdienstes vom vergangenen Sonntag in der evangelischen Christuskirche. Gesegnet werden, freundlich angesehen werden, mit Gottes Namen bezeichnet werden, in einen Raum eintreten, in dem einer zu mir spricht: Es ist gut, du bist gut – mit allem Schönen und Schweren, das dich ausmacht.

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All das tut gut, gerade in einer Zeit, in der wir uns in einer feindlichen Welt wiederfinden müssen: Mit der Bedrohung eines unsichtbaren Virus, mit Angst und Aggressionen, die um sich greifen und ebenso ansteckend wirken. Wenn wir in die USA schauen und sehen, wie sich die Menschen nach Gerechtigkeit sehnen und wie diese Sehnsucht immer wieder in Gewalt und Gegengewalt umschlägt, oder wenn wir von den vielen Kranken und Sterbenden in Brasilien und anderswo hören – es tut gut, freundlich angesehen, gesegnet zu werden.

Nicht das letzte Wort

Der Segen macht nicht einfach alles gut oder spaltet das Bedrückende ab. Aber er lässt uns das Bedrückende tragen und ertragen, weil er uns zuspricht: All das hat nicht das letzte Wort. Nicht in deinem Leben und nicht in der Welt. Das erste und das letzte Wort hat Gott, der dich geschaffen hat und zu dem du gehörst. Gott, der dich freundlich ansieht, so wie du bist und unter dessen freundlichem Blick du leben und dich entfalten darfst. Dieser Gedanke gibt mir Kraft.

Den Segen erlebe ich im Moment – neben Bedrückendem, das will ich nicht verschweigen – an vielen Stellen: beim Spaziergang mit einer Freundin im Oftersheimer Wald. Oder beim Blick in den Regen, der dringend erwartet war und meinem Garten guttut.

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Beim ersten Besuch seit vielen Monaten bei engen Freunden oder bei meinen Eltern. Beim Hören von wohltuender Musik. In unserer Kirche, wenn es ganz still ist und ich eine Kerze anzünde. Dass auch Sie in diesen Tagen Segenserfahrungen machen dürfen, wünsche ich Ihnen von Herzen.

Nach wie vor singe ich an fast jedem Abend, häufig gemeinsam mit meinem Sohn, „Der Mond ist aufgegangen“, draußen vor unserer Haustür. Manchmal singen Menschen mit, manchmal singen wir auch alleine. Unsere Landeskirche ermutigt uns alle dazu, an der schönen Gewohnheit des Abendgebets beim Glockengeläut festzuhalten unter https://www.ekiba.de/html/aufruf_ zum_abendgebet.html

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Den Segen spüren und den Segen teilen – ich merke: Das tut gut. Es ist schön, wieder Gottesdienste feiern zu können, und sehr herzlich lade ich dazu ein – es sind noch Plätze in unserer großen Kirche frei. Und es gibt den Gottesdienst immer auch zum Mitnehmen für zu Hause.

Behutsame Entscheidungen

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Welche Gruppen und Kreise sich nach den Ferien wieder treffen dürfen, werden wir behutsam schauen und entscheiden. Die Einhaltung eines Schutzkonzepts, das Abstands- und Hygieneregeln vorsieht, wird dabei ebenso notwendig sein wie der Schutz der Risikogruppen. Bei der Wiederaufnahme der Kirchenmusik wartet die Landeskirche im Moment auf die Rückmeldung der Behörden, damit wir auch in dieser Hinsicht wissen, was in welchem Umfang möglich sein kann – und was noch nicht.

Schließlich: Den Segen spüren und den Segen teilen – das ist in Zeiten weltweiter Not und Wirtschaftskrisen besonders für bedürftige Menschen bei uns oder in unseren Partnerkirchen wichtig und notwendig. Unter https://www.ekiba.de/html/content/spenden_fuer_corona _notfaelle.html finden Sie Möglichkeiten, wie Sie spenden und anderen helfen können.

Und so wünsche ich Ihnen für die Woche viel Kraft und Segen – bleiben Sie gesund und behütet! Herzliche Grüße aus dem Pfarramt, auch von Sophia Leppert und Tobias Habicht, schickt Ihnen Sibylle Rolf. zg