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Benefizaktion - Die „Iron Ladies“ spenden für das Mannheimer Prostituierten-Hilfsprojekt Amalie

Die Frauen fallen durch das Raster

Von 
zg
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Sind aktiv und wie jetzt im Fall des Prostituierten-Hilfsprojekts Amalie spendabel: Die „Iron Ladies“, hier nach dem eigenen Handtaschenturnier. © Bischl/Iron Ladies

Oftersheim. Wenn sich die Golferinnen, die sich forsch „Iron Ladies“ nennen, dienstags zum Golfen treffen, dann steht das Spiel im Vordergrund. Aber nicht allein. Die 24 Damen legen regelmäßig etwas zurück, um für soziale Zwecke zu spenden. Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement wollen sie Frauenprojekte in der Region unterstützen. Diese Woche durfte Astrid Fehrenbach, die neue Leiterin des Mannheimer Prostituierten-Hilfsprojektes Amalie einen Scheck über 1500 Euro mit nach Hause nehmen und freute sich: „Ohne Frauenprojekte sähe die Welt anders aus.“ Sie erinnerte an die Namensgeberin ihrer Beratungsstelle, Amalie Struve, eine in Mannheim geborene Frauenrechtlerin und deren Forderung „Frauenrechte sind Menschenrechte“.

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Die „Iron Ladies“, die tapfer „bei jedem Wetter“ spielen, wie sie sagen, gründeten sich beim Abzug des amerikanischen Golfclubs vom Golfplatz im Oftersheimer Hardtwald. Und sahen von Anfang an den Auftrag, sozial tätig zu werden, wie „Iron Ladies“-Chefin Johanna Willam erklärte. Immer wieder spenden sie für Frauenprojekte in der Region. Schon vor gut zwei Jahren stand fest, dass Amalie Mannheim mit einer Spende für deren Arbeit bedacht werden soll. Pandemiebedingt mussten die Übergaben mehrfach abgesagt werden. Nun kam Astrid Fehrenbach nach Oftersheim, um auf der Terrasse des Clubhauses einen Scheck entgegenzunehmen.

Beratungsstelle nah beim Rotlicht

Die neue Leiterin der Beratungsstelle kommt aus der Frauenarbeit, ist Theologin und Sozialarbeiterin und war zuletzt bei der Diakonie Mannheim tätig. Ihre Beratungsstelle ist ein paar Minuten vom Mannheimer Rotlicht entfernt, der Bedarf an Beratung sei sehr groß. „Die Frauen sind in der Armuts-Prostitution.“ Dass sie durch Prostitution reich werden, sei eher unwahrscheinlich. Ein ganz geringer Prozentsatz verdiene Geld. Offiziell spricht man über 200 Prostituierte in Mannheim, inoffiziell über ein Vielfaches. Vor allem Flüchtlinge seien derzeit besonders gefährdet. Man habe es häufig mit Frauen aus Bulgarien und Rumänien zu tun, die oft mit häuslicher Gewalt und Grenzwerterfahrungen in der Kindheit konfrontiert waren.

Es sei indes nicht so, dass Amalie ein Angebot zum Ausstieg mache – und alle kommen. „Das funktioniert nicht.“ Die Mitarbeiterinnen gehen als Streetworkerinnen auf die Straße und bieten ihre Hilfe an. Dazu gehört auch eine gynäkologische Sprechstunde. Mit Spendengeldern konnte ein Untersuchungszimmer eingerichtet werden. Auch weitere ärztliche Versorgung bis hin zu Trauma-therapien können erst durch Spendengelder finanziert werden.

Die Frauen haben fast durchweg keine Versicherung, aber oft gesundheitliche Probleme. Ein Problem beim Versuch auszusteigen, seien bürokratische Hürden. Wer eine Wohnung sucht, muss eine Verdienstbescheinigung vorlegen. Und die kann keine Prostituierte nachweisen. Wohnungslosigkeit ist deshalb ein gravierendes Problem. Die Frauen fallen durch das Raster. Da helfe Amalie, die eine Wohnung für den Übergang angemietet hat. „Es muss anders werden“, sagt Astrid Fehrenbach und nennt französische und schwedische Modelle. zg

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