AdUnit Billboard

Ein Quantum Prost und Trost

Joachim Klaehn spürt, dass sich bei Oktoberfesten was zusammenbraut

Von 
Joachim Klaehn
Lesedauer: 

Es ist ja seit vielen, vielen Monaten so, dass Feierlichkeiten maßgeblich mit zum Alltagsgeschehen gehören. Der Sommer hatte Happening-Charakter, um es spitz zu formulieren. Ganz egal wo. Und dass gerade die Pfalz und auch die hiesige Kurpfalz als Eldorado von Feten, Feiern, Konzerten, Straßenumzügen, Gourmet- sowie Gourmand-Ereignissen gilt, ist nichts wirklich Neues. Das Besondere daran ist lediglich die vorherige, auferlegte Abstinenz dank der Corona-Auszeit, die eine Renaissance der kleinen und großen Sausen forcierte.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Für viele Studentenscharen ist der Schneckenhof direkt am Mannheimer Schloss ein Muss. Die Fachschaften der Universität organisieren abwechselnd, die Preise sind moderater als in den Clubs, man genießt die Liebe und das Leben. Donnerstag ist Party-Feiertag, wenn man so will. In Heidelberg gibt es nach wie vor das Barviertel in der Unteren Straße, doch Klientel, Ausgehzeiten und somit auch das Ambiente haben sich verändert. Früher war’s besser – ehrlich! Sagt natürlich jede Feiergeneration über ihre heißen Phasen ...

Und was kommt im Herbst? Abfeiern, abrocken, auf die Pauke hauen, Fässer aufmachen. Oktoberfeste im September sind längst in Mode gekommen. Kein Wunder: Das Vorbild Münchner Oktoberfest macht es ja vor. Heuer „krachledert’s“ vom 17. September bis zum 3. Oktober auf der Wiesn. „Auf zum Wasen“ lautet das Motto vom 23. September bis 9. Oktober in Cannstatt.

Mehr zum Thema

Grüne

Vom richtigen Umgang mit Wasser

Veröffentlicht
Von
zg/ed
Mehr erfahren

Leserbrief Stimmen zur Corona-Politik

Veröffentlicht
Mehr erfahren

In manchen Haushalten sind die Dirndl und die Lederhosen aus dem Schrank geholt worden. Alles ist bereit für den Einstieg – zum Ausschank. Ein Quantum Prost braucht jeder mal, so scheint es vielerorts zu sein. „O’zapft is!“ – in Mannheim (ab 14. Oktober), Heidelberg (ab 12. Oktober auf der Heidelwiesn), Wiesloch, Hockenheim, Altlußheim und und und wird es so heißen. „Blaue Husaren“ treten grüppchenweise auf, ob als Musik- oder Blaskapelle oder als flotte Gruppe, die am oder auf dem Biertisch ausgelassen singt, tanzt und lacht.

Anzapfen als Erlebniswelt – da braut sich in den nächsten Wochen was zusammen. Leute, bleibt friedlich, bleibt gesellig, bleibt heiter, bleibt vorsichtig – wenngleich es einem vor diesem verflixten Virus nicht mehr ganz so graust. Noch ist die drückende pandemische Großwetterlage nicht rum. Leider.

Ein Prosit auf die Gemütlichkeit ist okay. Aufs Wohlsein. Auf die Gesundheit. Aufs Leben. „Mia san mia, mia san Bier“ – das Ausland denkt ohnehin, dass wir weit über Bayern hinaus bierselig sind. Und nach dem Kollektivrausch ein Quantum Trost brauchen.

Redaktion Seit Ewigkeiten im Mediengeschäft, seit Mai 2022 neuer Redakteur der Schwetzinger Zeitung. Reporter aus Passion - mit Allroundkompetenz. Bevorzugt menschliche Nähe sowie journalistische Distanz zur Sache.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1