Gewerbepark Hardtwald - Lebenshilfe hat leerstehende Halle vorübergehend gemietet und 300 000 Euro investiert / Werkstatt für 80 Menschen mit geistiger Behinderung Hier wird sortiert, montiert und verpackt

Von 
Volker Widdrat
Lesedauer: 
Die Halle im Gewerbepark Hardtwald wird ab sofort für eine Werkstätte der Lebenshilfe Heidelberg genutzt. © Widdrat

Oftersheim. In der Halle im Gewerbepark, die vor drei Jahren noch als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge diente, ist wieder Leben eingekehrt. Etwa 80 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung arbeiten seit einigen Tagen dort. Die Lebenshilfe Heidelberg hat die Halle vom Eigentümer für die nächsten fünf Jahre gemietet und zur Werkstätte umgebaut.

AdUnit urban-intext1

Der Technische Ausschuss hatte im Dezember des vergangenen Jahres über die künftige Nutzung entschieden. Im Außenbereich waren zusätzliche Stellplätze genehmigt worden. Mit der Nutzungsänderung waren keine baulichen Veränderungen an der Gebäudekubatur verbunden. Im Inneren dagegen sieht jetzt alles ganz anders aus.

Brandschutz umgesetzt

Brandschutzbestimmungen wurden umgesetzt und damit die Halle zur Werkstatt werden konnte, wurden Bereiche für Montage und Verpackung eingerichtet. Es gibt eine Theke für Kaffee und Erfrischungsgetränke. Jeweils ein Büro in Modulbauweise steht in den drei Arbeitsbereichen. Die Sanitäranlagen wurden neu gemacht, ebenso der großzügige Kantinenbereich. Die Firma X-Gastro gegenüber liefert das Mittagessen. Eine Teeküche wird noch eingebaut. Für die Pausen stehen Tischkicker und Tischtennisplatte sowie eine Leseecke zur Verfügung. Für die verschiedenen Arbeitsbereiche mussten Elektrokabel für die Maschinen und das Netzwerk verlegt werden. Fluchtwege und Notausgänge wurden ebenfalls eingerichtet.

Die einzige Maßnahme außen war der Bau eines rollstuhlgerechten Fluchtwegs hinter der Halle. Insgesamt 300 000 Euro hat die Lebenshilfe Heidelberg in die neuen Werkstätten investiert, sagte der geschäftsführende Leiter Wolfgang Thon bei einem Rundgang mit unserer Zeitung. Die Werkstätten der Lebenshilfe bieten den behinderten Menschen Arbeitsplätze, die ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechen. Es gibt verschiedene Bereiche, für die jeweils zwei Gruppenleiter zuständig sind.

AdUnit urban-intext2

Die Mitarbeiter in der Einrichtung im Gewerbepark verpacken, sortieren, montieren, etikettieren und prüfen Produkte, stellen Sortimente und Werbesendungen, Präsentationen und Schulungsunterlagen aller Art zusammen und übernehmen Versandaufgaben. Sie konfektionieren verschiedene Ersatzteile und können so zur Rationalisierung von Produktionsabläufen beitragen. Weitere Leistungen liegen in der Metallverarbeitung an modernen CNC- und Bearbeitungszentren sowie in der Fertigung und Komplettierung elektronischer Bauteile.

Erfolgreiche Projektrealisierung

In den Werkstätten in Heidelberg, Sandhausen, Hockenheim und nun Oftersheim arbeiten rund 550 Menschen, die schon für viele Unternehmen erfolgreich Projekte realisiert haben. Die Lebenshilfe vermittelt auch gerne auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Unternehmen und Firmen, die Orientierungs- und Erprobungspraktika oder Außenarbeitsplätze anbieten möchten, sind immer willkommen, erläuterte Wolfgang Thon.

AdUnit urban-intext3

Die Halle im Gewerbepark ist für die Lebenshilfe Heidelberg allerdings nur eine Übergangslösung. Der Werkstattstandort in der Speyerer Straße 3 in Hockenheim wird modernisiert. Diese umfassende Sanierung benötigt ausreichend Platz. Gleichzeitig sucht die Lebenshilfe auch noch nach einem neuen Standort in der Region. Wenn der gefunden und eingerichtet ist, gehen von den 80 Mitarbeitern im Gewerbepark Hardtwald 20 Plätze an den Standort Hockenheim zurück. Die restlichen 60 Arbeitsplätze ziehen in den neuen Standort.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.