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Kurpfalzhalle

Martin „Maddin“ Schneider begeistert in Oftersheim

Von 
Marco Montalbano
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Oftersheim. Martin Schneider, der hessische Comedian, ist mit aberwitziger, eines Jim Carrey oder eines Jerry Lewis würdiger Mimik, dem Gesicht des Hollywood-Schauspielers Willem Dafoe und seinem markanten, dem hiesigen nicht unähnlichen Dialekt seit Jahren unterwegs auf deutschen Bühnen und Bildschirmen. Nun kam „Maddin“ auch nach Oftersheim und wies in grandioser Weise auf eigene Unzulänglichkeiten und somit auf die des Publikums hin.

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Komiker Martin Schneider ist mit seinem Programm „Denke macht Koppweh!“ in der Kurpfalzhalle zu Gast. © Dorothea Lenhardt

Doch die Frage, warum man selbst immer vom Schlimmsten ausgehe, wenn man zum Beispiel meint, die Haustür offen oder den Herd angelassen habe, beantwortete er nicht nur, sondern gab auch äußerst amüsante „Lebenshilfe“ dazu. Dem Publikum gefiel es und machte beim interaktiven Programm nicht nur mit, sondern schüttete sich im Laufe des Abends geradezu aus vor Lachen.

Die freien Plätze in der Kurpfalzhalle konnte man an einer Hand abzählen, als sich Martin Schneider, alias „Maddin“, auf die Bühne begab. Ein paar bunte Strahler auf dem schwarzen Vorhang, ein Barhocker mit einem Glas Wasser, mehr braucht es nicht für Herrn Schneider, um sein Publikum zu unterhalten, denn der „Act“ ist er selbst.

Allzu menschliche Situationen

Schon seit Jahren auf deutschen Bühnen unterwegs, ist der – zumindest offiziell – bekennende Dauersingle auch an diesem Abend wieder in Bestform. So dauerte es nur 15 Minuten, bis das Publikum mit ihm und seiner Komik warm wurde und in Heiterkeit ausbrach. Denn was Schneider schilderte, war nur allzu menschlich. „Denke macht Koppweh!“ lautet sein aktuelles Programm daher und handelt von kleinen Unzulänglichkeiten, vor denen niemand gefeit ist.

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So gehe man doch alle immer vom „Wörscht Käs“ aus, wenn man sich unterwegs fragen, ob man auch den Herd ausgeschaltet oder die Tür abgeschlossen haben. Diesen Worst Case, also den schlimmsten anzunehmenden Fall, malte er sodann in schillernden Farben aus. Aber fehlen durfte auch nicht der Hinweis, dass „Wörscht“ und „Käs“, also Wurst und Käse, sehr alte hessische Ausdrücke seien, die zusammen den sehr unglücklichen Umstand beschrieben, dass, wenn man beide zusammen auf einem Brötchen genießen wolle, der Käse zu sehr nach Wurst schmecke.

Immer mehr schien sich das Publikum in den aberwitzigen Gedanken des Comedian wieder zu erkennen, der deftig und dialektal nichts ausließ – angefangen beim Älterwerden und der Erkenntnis, dass „Schlupflider die hängenden Brüste“ der Männer seien, bis hin dazu, dass es nicht ratsam sei, 1000 Frauen bei der Dating-App Tinder zu „liken“, weil man Hemmungen habe, diese mit einem Wisch nach links einfach ab zu servieren. „Bin nur isch so bekloppt“, fragte sich „Maddin“ immer wieder. Den Urlaub auf Kreta habe er abgebrochen, weil er nicht sicher gewesen sei, ob der Herd angelassen habe. Doch der findige Hesse wusste auch hier Rat: Den Herd einfach verkaufen.

Und das heiße Bügeleisen? Einfach im Garten unter den Erdbeeren vergraben. Schwierig würde es allerdings, wenn man im Wintergarten beim sonntäglichen Frühstück eventuell vergessen habe, ein Fenster zu schließen – dann könne schließlich auch mal ein schwerer Vogel, wie ein schwangerer Bussard, hinein gelangen und sich auf dem Hebel des Toasters niederlassen, wodurch letztendlich das Stockwerk über ihm abgefackelt werden könne. „Da wohnt schließlich eine fünfstöckige Familie“, so der Comedian.

Lieber Teig als eine Frau – oder?

Auch das Thema „Frauenfindung“ wurde behandelt. Und selbst hier wusste er Rat: „Eine Frau hat 80 000 Lustpunkte. Ein Hefeteig eine Million.“ Warum also nicht zur Zwetschgen-Saison einfach mal sechs Wochen am Stück Kuchen backen – natürlich nur mit Hefeteig. „Meine Nachbarn dachten, ich triebe es mit 30 Brasilianerinnen gleichzeitig.“ Ein Statement, das, genau wie seine anderen, für größte Heiterkeit beim Publikum sorgte. Und was tun gegen Aggressionen beim Warten in der Kassenschlange im Supermarkt? „Kommt eine Brüllaggression, sagen Sie einfach ‚Gänseblümscheblüdeblädder‘. Wer das sagt, kann niemanden mehr umbringen.“

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Zuschauerin Steffi Nieter war extra aus Grünstadt in Rheinland-Pfalz angereist, um „Maddin“ zu sehen, und meinte: „Wunderbar. Die Fahrt hat sich gelohnt. Ich erkenne mich wieder, wie beim Toaster.“ Jan Graemer aus Hockenheim war ebenfalls begeistert: „Man kennt ihn aus dem Fernsehen. Es ist aber ganz anderes, ihn live zu sehen. Einfach super.“ Erst nach einer Zugabe entließen die Zuschauer „Maddin“ schließlich von der Bühne der Kurpfalzhalle.

Freier Autor Freier Journalist. Davor Pressereferent. Studium der Politikwissenschaft.

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