Tierrettung

Minischwein "Freddy" in Oftersheimer Hardtwald gerettet

Ein nur fünf Kilogramm leichtes Minischwein ist im Oftersheimer Hardtwald gerettet worden.

Von 
Svea Thüning
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Ein Mitarbeiter der Berufstierrettung Rhein-Neckar schafft es nach einiger Zeit, den Ausreißer mit dem Kescher zu fangen. © Eckert

Oftersheim. Es ist wohl doch eher ungewöhnlich, ein Hausschwein im Hardtwald zu entdecken. Doch genau das war in der Woche zum 28. Oktober zu sehen. Was sich später als „Minischwein“ herausstellte, wurde mehrere Tage lang von Hundebesitzern beim Gassi gehen gesichtet. Das sprach sich natürlich herum, bis am Freitag, 28. Oktober, eine Hundebesitzerin bei dem Bauunternehmen Eckert am Gewerbegebiet Hardtwald klingelte.

Die Familie Eckert ist unter Hundebesitzern bekannt und kennt sich in dem Waldstück gut aus, was wohl der Grund als Anlaufstelle für das Schweineproblem war. Beim Gassi gehen bemerkte die Frau das kleine Schweinchen und teilte es Eckerts mit.

Daraufhin machten sich Uwe und Ulrike Eckert auf den Weg, in der Hoffnung das Tier an der gemeldeten Stelle noch aufzufinden. Mit Äpfeln und Karotten im Rucksack und einer Wärmebildkamera startete die abendliche Rettungsaktion im Hardtwald. Zum Glück war das Schwein an derselben Stelle noch aufzufinden und Uwe Eckert lockte es mit Äpfeln an. „Es ist wahrscheinlich an Menschen gewöhnt“, erzählt Ulrike Eckert, denn das Schwein näherte sich schnell an - Äpfeln und Karotten kann man doch nicht widerstehen. Jedoch flitzte es bei weitern Annäherungsversuchen wieder zurück, was das Einfangen erschwerte. Als das kleine Borstentier sich unter einer Schicht Blätterlaub zu verstecken anfing, wird Eckerts klar, dass es nach professioneller Hilfe bedarf.

„Freddy“ nach der Rettungsaktion im Wald. Ein neues Zuhause erwartet ihn. © Eckert

45 Minuten auf der Flucht

Die Berufstierrettung Rhein-Neckar und die Polizei wurden verständigt, welche kurz darauf an der Fundstelle eintrafen. Bei mehreren Versuchen, das Tier einzukreisen, konnte es nach 45 Minuten mit einem Kescher eingefangen werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Initiative der Polizei so hoch für ein Schwein ist“, lobt Ulrike Eckert die beteiligten Beamten. Zwar protestierte das kleine Schwein unter lautem Quieken während der Einfangversuche, doch sobald es auf dem Arm seines Retters gelangte, war es still - es merkte wohl, dass man ihm Gutes tun wollte. „Die Karotten und Äpfel hat es auch regelrecht verschlungen“, lacht Uwe Eckert. Das Fünf-Kilogramm- Schwein wurde von Eckerts „Freddy“ oder „Frederick“ getauft, eine putzige Anlehnung an das Kinderbuch „Piggeldy und Frederick“.

Freddy in Quarantäne auf dem Bauernhof. © Eckert

Ob „Freddy“ nun ausgesetzt oder entlaufen ist, weiß man bis heute nicht. In Oftersheim habe selbst auf Nachfrage niemand ein Minischwein vermisst. Zum Glück kam „Freddy“ noch in derselben Nacht in einem Bauernhof unter, der schon viele Kleintiere beherbergt. Momentan muss das Abenteuerschwein noch in Quarantäne im Stall verharren, bevor es zu den anderen Tieren darf. Ulrike und Uwe Eckert haben vor, „Freddy“ noch zu besuchen, und seien froh, dass er im Wald gefunden wurde. Eine weitere Nacht hätte er wohl nicht mehr überlebt.

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