Förderkreis

Oftersheim: Wildgehege bekommt unter den Augen des „Chefs“ einen neuen Zaun

Der Förderkreis erneuert den Zaun und wird dabei von „Silvester“, dem ältesten Keiler auf dem Areal, ganz genau beobachtet.

Von 
Ulrich Fellenberg
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Sascha Welter, Susanna Schmidt, Gerlinde Welter, Helmut Welter und Dieter Fackel arbeiten am Schwarzwildgehege. © Lackner

Oftersheim. Eigentlich ist „Silvester“, der älteste Keiler im Oftersheimer Wildschweingehege am Heuweg, ein ruhiger Zeitgenosse. Wenn aber an „seinem“ Zaun gearbeitet wird, ist er gleich zur Stelle und schaut mit Argusaugen zu, was die Menschen da treiben.

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Oftersheim: Neuer Zaun für das Schwarzwildgehege

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Dass der Zaun ausgebessert werden muss, war in den vergangenen beiden Jahren nun häufiger der Fall, denn der innere Teil des Maschendrahts auf der Nordseite des Geheges war so marode, dass ein Drittel der 112 Pfosten von den Verantwortlichen des Förderkreises als kaputt und der eingegrabene Teil des Zaungeflechts als sehr brüchig eingestuft wurden. Der täglichen Standfestigkeitsprüfung der Gehegebewohner hielt dieser Teil nicht mehr stand und Ausbruchsversuche mussten durch notdürftiges Flicken des Zauns unterbunden werden, teilen sie in einem Schreiben zum Arbeitseinsatz im Süden der Gemeinde nun mit.

Eine Sisyphusarbeit

Das Problem beim Erneuern des Zauns: Er musste gut 40 Zentimeter tief in den Boden eingegraben werden. „Mit Maschinen ist bei den beengten Verhältnissen im Wald wenig auszurichten“, so die Organisatoren des Arbeitseinsatzes. Es sei also Handarbeit gefragt gewesen und Stück für Stück errichteten die Helfer vor dem alten einen komplett neuen Zaun.

Nach dem Ausheben des Grabens waren „Silvester“ und seine Artgenossen jedoch meist dermaßen stark an der frisch aufgeworfenen Erde interessiert, dass ein Teil des Grabens von innen auch gleich wieder zugeschüttet wurde. Mit der Zeit hatte das Zaunbauteam jedoch den Dreh heraus, die Abschnitte so einzuteilen, dass die Arbeit wegen der tierischen Bewohner des Areals nicht doppelt anfiel. In größeren Aktionen wurde das Zaungeflecht ausgerollt und dann im Zwischenzaunbereich eingebaut. „Bei einigen Rollen mussten die Maschen auch noch zurechtgerückt werden – über Häkelnadeln wurde dabei schon gewitzelt“, teilt der Förderkreis dazu amüsiert mit. Letztlich waren es fast 14 Rollen Zaungeflecht, die für den 340 Meter langen Zaun angebracht wurden.

Auge in Auge mit "Silvester" arbeiten: Stefan Mädel (v. l.) und Christian Zimmernmann am alten Zaunstück. © Lackner

Nun wurden die letzten Meter des Innenzauns in einem Zug vollendet. Nach den vorherigen Arbeitseinsätzen bei Kälte, Regen oder auch großer Hitze wartete dieses Mal ein wunderschöner Herbsttag auf die Tierfreunde und dank eines Arbeits-trupps von neun Helfern ging die Arbeit gut voran. Lediglich der Anschluss an den letzten Pfosten erforderte noch einmal einiges an Kraft und Geschicklichkeit, musste der neue Zaunteil doch noch mit dem Ende des alten Zauns verbunden werden. „Silvester“ war natürlich dabei und inspizierte die Arbeiten – teils im Liegen – sehr aufmerksam.

Weiterer Einsatz im Frühling

„Spätestens im Frühjahr werden erneut helfende Hände gebraucht, denn der alte Zaun muss noch entfernt werden“, teilt der Förderkreis bereits jetzt mit. Trotz seines desolaten Zustandes werde es „sicherlich ein ganzes Stück Arbeit, ihn aus der Erde zu ziehen“. Zusätzliche Helfer seien daher willkommen. Der jüngste Einsatz des Förderkreises zeige aber auch, wie umfangreich die Anforderungen neben der Fütterung, die der Gehegebetreuer Dieter Fackel tagtäglich durchführe, am Heuweg seien, um die bei der Bevölkerung sehr beliebten Gehege für die nächsten Jahre instand zu halten.

„Die Wildschweinrotte schaut bestimmt auch bei den nächsten Arbeiten zu und vielleicht werden über die Wintermonate hinweg noch ein paar Frischlinge geboren“, schreibt der Kreis abschließend in seiner Mitteilung. „Diese sind sicher wieder ein Anziehungspunkt für junge und ältere Besucher, die mit Freude das Treiben der Wildschweine beobachten können.“

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