Grundschulen - Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen beginnt wieder / Kurzfristig Corona-Schnelltests für Lehrer und Betreuer an beiden Schulen / Kooperation mit örtlichen Apotheken Schulstart in Oftersheim einmal mehr ohne Planungssicherheit

Von 
Marco Montalbano
Lesedauer: 
Die Friedrich-Ebert-Schule im Ortskern wird sich am Montag wieder mit Leben füllen. © Marco Montalbano

Oftersheim. Sicher werden viele Eltern erleichtert aufatmen, wenn auch vermutlich mit gemischten Gefühlen. Denn in der Pandemie geht es wieder einmal Schlag auf Schlag: Auf Basis des Bund-Länder-Beschlusses vom 10. Februar hatte die Landesregierung nur einen Tag danach die Schulen auf direktem Wege über die geplante Rückkehr zum „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ zum Montag, 22. Februar, informiert.

AdUnit urban-intext1

Am Donnerstag veröffentlichte das Kultusministerium zusätzlich eine Pressemitteilung, aus der hervorging, dass das Land das freiwillige Testangebot für das Personal von Schulen, Kitas und Kindertagespflege auf zwei anlasslose Tests pro Woche und Person erweitert, es müssten also keine Symptome einer Erkrankung vorliegen. Diese Regelung gilt allerdings vorerst nur für den Zeitraum bis zum 28. Februar. So gab es auch in der Hardtwaldgemeinde in kürzester Zeit viel zu organisieren. Unsere Zeitung sprach mit den Rektorinnen der Friedrich-Ebert- (FES) und der Theodor-Heuss-Grundschule (THS) sowie mit der Sachgebietsleiterin für den Bereich Schule, Jugend und Familie, Isabel Heider, über die aktuelle Situation.

„Gemäß den Vorgaben wird es einen Wechselbetrieb geben. Am Montag wird bei uns mit den Klassenstufen eins und drei losgelegt, während die anderen zu Hause lernen. Die Woche darauf kommen die Klassenstufen zwei und vier, und so geht es entsprechend im Wechsel weiter“, sagt Rektorin Alexa Schäfer von der THS und betont: „Jede Gruppe hat einen eigenen Raum. Parallel gibt es eine Notbetreuung für die Kinder, die nicht im Präsenzunterricht sind. Unser Hygienekonzept steht ja schon lange und hat sich bewährt.“ Für die Betreuung seien nicht viele Kinder angemeldet worden (wir berichteten). „Nach dem Unterricht können die Kinder noch in die Kernzeitbetreuung gehen, danach in den Hort, wenn sie für beides angemeldet sind. Es ist nur eine Notbetreuung, was bei den Eltern auch so angekommen ist. Sie lassen ihre Kinder, wenn es irgendwie geht, im Sinne der Gemeinschaft daheim, was ich toll finde – auch, weil uns das mehr Handlungsspielraum gibt.“

Stuttgart lehnt Konzept ab

Etwas anders stellt sich die Situation für die Kinder an der FES dar. Rektorin Alexandra Brake sagt: „Bei uns sind die Viertklässler außen vor, da sie sich in einem separaten Gebäude befinden. Alle Schüler nehmen, wie an der THS, an 15 Stunden wöchentlichem Präsenzunterricht teil. Bei den Viertklässlern kommen wir sogar auf 18. Der Wechsel von den Gruppen im Präsenzunterricht für die jeweils zwei anwesenden Klassenstufen findet hier täglich statt, während an der THS ja ein wöchentlichen Rhythmus Anwendung findet.“

AdUnit urban-intext2

Damit würden die Mindestvorgaben durch das Kultusministerium von zehn Stunden pro Woche in Oftersheim weit überschritten. Für das Lernen daheim würden die Schüler wieder Tages- oder Wochenpläne bekommen, was im jeweiligen Ermessen der Lehrkraft liege. „Da sind wir jetzt schon geübt“, ergänzt Alexa Schäfer. Auch an den Hygieneplänen hätte man nicht viel ändern müssen.

„Ein bisschen schade“ sei, dass ein eigenes Konzept für die Schulöffnung, das die beiden Rektorinnen noch vor den Fasnachtsferien gemeinsam erarbeitet und dem Kultusministerium zur Genehmigung vorgelegt hätten, abgelehnt worden sei. „Mit diesem hätte es 18 Unterrichtsstunden pro Woche für alle Kinder gegeben. Es wurde aber abgelehnt, weil dann mehr als zwei Klassenstufen anwesend gewesen wären, auch wenn es sich in der Summe um die gleiche Anzahl an Kindern gehandelt hätte.“ Ein entrüsteter Vater hätte dann ans Ministerium geschrieben, mit dem Ergebnis, dass am Ende eine Zwischenlösung mit täglichem Wechsel doch möglich wurde.

AdUnit urban-intext3

Isabel Heider von der Gemeinde Oftersheim stellt fest: „Es ist gut, dass zwei Antigen-Schnelltests vom Land pro Lehrkraft und Woche zur Verfügung gestellt werden, aber wir haben die Problematik gesehen, dass sie auch fachgerecht durchgeführt werden müssen.“ Da sei es toll gewesen, dass sich Dr. Tobias Ober von der Mozart-Apotheke von sich aus gemeldet habe, mit dem Vorschlag, Tests in der THS durchzuführen. Sonja Merdes von der Kurpfalz-Apotheke bot das gleiche für die FES an. „Die Hardtwaldapotheke hätte auch gern mitgemacht, hat aber leider keine Kapazitäten mehr dafür frei. An jeder Schule sind es rund 30 Personen, also auch die Betreuungskräfte, die sich testen lassen können. Nach etwa 20 Minuten ist dann das Ergebnis da. Das schafft Sicherheit“, so die Sachgebietsleiterin.

AdUnit urban-intext4

Beide Schulleiterinnen hätten begeistert reagiert und würden sich sehr über die Kooperation freuen. Isabel Heider teilt zudem mit: „Der Caterer Kidsmeal hat sich bei uns gemeldet. Natürlich wird niemandem ein Essen in der ersten Woche abgezogen, wir warten da mal die zweite Woche ab. Die Eltern wollen sich sicher erst einmal in die Situation hineinfühlen und schauen, wie es läuft. Wann wieder Essen in der Schule angeboten wird, steht deshalb auch noch nicht genau fest, eventuell in der zweiten Schulwoche.“

Wichtig ist Isabel Heider zu betonen: „Hier gibt es ein tolles Miteinander. Bei den ganzen Änderungen ist das nicht selbstverständlich, dass jeder so gut und flexibel mitmacht. Ich möchte mich deshalb bei allen Beteiligten bedanken, den Rektorinnen, mit denen ich selbst in den Ferien im Austausch stand, den Lehrern, den Betreuungskräften und den Eltern.“

Schulleiterin Alexa Schäfer ergänzt: „Das Ganze gilt jetzt erst einmal für zwei Wochen, wurde uns vom Ministerium signalisiert. In dieser Krise habe ich gelernt, wochenweise zu denken.“ Und ihre Kollegin Alexandra Brake fügt etwas frustriert hinzu: „Es ist alles schon recht zermürbend, auch dass man kein vorausschauendes Konzept erarbeiten kann. Auch die Eltern sind am Limit. Für das, was wir bisher gemacht haben, haben wir aber sehr positive Rückmeldungen bekommen, auch in der Fernlernphase.“

Mehr zum Thema

Oftersheim Livestreams in der Notbetreuung in Oftersheim nicht möglich

Veröffentlicht
Von
Benjamin Jungbluth
Mehr erfahren

Bücherei Hörfiguren für Kinder sind der große Renner

Veröffentlicht
Von
Catharina Zelt
Mehr erfahren

Postkartenaktion Tempo 30 bis Impfung: Diese Themen sind den Oftersheimern wichtig

Veröffentlicht
Von
Volker Widdrat
Mehr erfahren

FDP Schrittweise Öffnung von Kitas, Schulen, Geschäften

Veröffentlicht
Von
zg/Bild: Höfs
Mehr erfahren

In Coronazeiten: Ausbildungszeit mit Licht und Schatten

Veröffentlicht
Von
Stefan Kern
Mehr erfahren

Freie Autorenschaft Freier Journalist für die Region Rhein-Neckar. Davor Pressereferent bis zum Wechsel auf die „andere Seite“. Studium der Politikwissenschaft. In Vergangenheit lange als Texter für die Wirtschaft tätig. Mitglied der Autorengruppe Literatur Offensive Heidelberg.