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Interkommunale Zusammenarbeit

Standesämter: Oftersheim, Eppelheim und Plankstadt schließen Vertretungs-Vertrag

Die drei Bürgermeister besiegelten den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages im Standesamtswesen zur Regelung der gegenseitigen Stellvertretung der Standesbeamten.

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zg/mgw
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Die unterzeichnete Urkunde, die den Einsatz von Standesbeamten aus den Vertragsgemeinden im Verhinderungsfall regelt. © Stadt Eppelheim

Oftersheim/Eppelheim/Plankstadt. Michael Eck ist seit 2012 Standesbeamter. Nun durfte er im Trauzimmer des Eppelheimer Rathauses eine „Ehe“ der besonderen Art begleiten – eine zwischen Oftersheim, Eppelheim und Plankstadt.

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Die Verbindung ist deshalb außergewöhnlich, „weil bei Ihnen drei aufgrund Ihres aktuellen Familienstands ausreichend Ehehindernisse vorliegen. Darüber hinaus wäre eine Ehe mit drei Brautleuten gar nicht zulässig“, erklärte er augenzwinkernd den drei Menschen, die vor ihm saßen. Dies waren der Oftersheimer Bürgermeister Jens Geiß sowie seine Amtskollegen Patricia Rebmann aus Eppelheim und der Plankstadter Verwaltungschef Nils Drescher. Alle drei haben im Privatleben bereits den Bund fürs Leben geschlossen.

Berufliche Partnerschaft

Die Standesämter

Oftersheim: Mannheimer Straße 49, 68723 Oftersheim, Telefon 06202/59 71 08 und -1 09, Fax 06202/5 50 51, E-Mail: standesamt@oftersheim.de.

Eppelheim: Schulstraße 2, 69214 Eppelheim, Telefon 06221/79 41 31, Fax 06221/79 41 63, E-Mail: standesamt@eppelheim.de.

Plankstadt: Am Festplatz 1, 68723 Plankstadt, Telefon 06202/20 06 40, Fax 06202/200 67 77 40, E-Mail: standesamt@plankstadt.de. mgw

Dennoch war das Trio nun zusammengekommen, um eine berufliche Partnerschaft zu unterzeichnen. Die drei Bürgermeister besiegelten den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages im Standesamtswesen zur Regelung der gegenseitigen Stellvertretung der Standesbeamten im Verhinderungsfall zwischen der Gemeinde Oftersheim sowie der Stadt Eppelheim und Plankstadt. Die Beurkundung im Eppelheimer Trauzimmer haben die Amtsleiter Jens Volpp aus Oftersheim, sein Eppelheimer Kollege Reinhard Röckle sowie die Standesbeamtin Monika Hönig bezeugt. Zuvor hatten die Gemeinderäte in den drei Kommunen diesem Vorschlag ihrer Verwaltungen zugestimmt (wir haben berichtet).

Die Pandemie habe gezeigt, führte Michael Eck zur neuen Verbindung aus, dass es gerade in den Standesämtern sehr schwierig sei, den verlässlichen Dienstbetrieb aufrecht zuerhalten. Kritisch werde es, wenn beispielsweise ein Standesbeamter in der Reha sei und seine Kollegin müsse wegen Corona in Quarantäne.

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Hand in Hand für die Bürger

„Wir sind zwar mittlerweile sogar in der Lage, wichtige Beurkundungen im Homeoffice vorzunehmen und können dadurch die eine oder andere Situation überbrücken, aber wenn tatsächlich keine Hauptstandesbeamtin oder ein Verhinderungsstellvertreter mehr greifbar ist, wird es für die betroffene Kommune schwierig, für wichtige anstehende Beurkundungen schnell und zuverlässig einen Standesbeamten zu bestellen. Die geforderte Ausbildung und die gesetzlich vorgeschriebene Teilnahme an Weiterbildungen machen eine kurzfristige Ersatzbestellung fast unmöglich“, verdeutlichte Eck die Dringlichkeit der nun gestarteten interkommunalen Kooperation.

„Deshalb ist es sehr erfreulich, dass die Stadt Eppelheim sowie die Gemeinden Oftersheim und Plankstadt nun einen öffentlich-rechtlichen Vertrag miteinander schließen, um sich im Fall der Fälle gegenseitig in standesamtlichen Aufgaben aushelfen zu können“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung der drei beteiligten Kommunen abschließend. Die Aufgaben umfassen laut Vertragsgemeinden nicht nur Eheschließungen, sondern vor allem auch das Aufrechterhalten des Dienstbetriebs. Dazu gehört unter anderem, Todesbescheinigungen abzustempeln, Sterbeurkunden und andere zwingend notwendige Urkunden zu erstellen.

Der Oftersheimer Hauptamtsleiter Jens Volpp begrüßt die interkommunale Zusammenarbeit im Standesamtswesen ebenfalls sehr: „Interkommunale Zusammenarbeit wird hier mit Leben erfüllt. Dass Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg funktioniert, ist für alle von Vorteil. Die Bürger wissen, sie finden auf jeden Fall einen Ansprechpartner und die Gemeindebediensteten, dass im Notfall die Arbeit erledigt wird. Wir wollten eine Lösung für den Fall finden, dass es personell einmal eng wird, und das ist uns geglückt. Eine Vereinbarung ist deshalb wichtig, damit die Arbeitsteilung auch ausgeglichen wird.“ zg/mgw

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