AdUnit Billboard
Sanierung - Leser fragt sich, ob die Rohre groß genug sind / „Eiprofil“ ist perfekt für Trockenheit und auch für Starkregen geeignet

Unwetter macht Kanalnetz nichts aus

Von 
Janina Hardung
Lesedauer: 
Das Kanalnetz ist stabil: Starkregen macht den Rohren nichts auch. Bauarbeiten verzögern sich, weil Untergrund so nass nicht geprüft werden kann. © Hardung

Oftersheim. In der Mannheimer Straße muss der Hauptkanal auf einer Länge von etwa 470 Metern zwischen Dietzengässel und Am Biegen saniert beziehungsweise erneuert werden. Das hatten Kanaluntersuchungen ergeben. Auch die Stadtwerke Schwetzingen werden die Versorgungsleitungen für Gas und Wasser sowie die Hausanschlüsse in diesem Bereich erneuern. Über diesen Prozess informieren wir in unserer Zeitung stetig.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Besonders wegen des Starkregens in diesen Tagen hat sich unser Leser Peter Wierer eine Frage gestellt: „Bereits mehrmals haben Sie über die Inlinersanierung und Erneuerung des Hauptkanals in der Mannheimer Straße berichtet. Könnte nicht auch über die Durchmesser beziehungsweise Dimensionierung der Haupt- und Nebenkanäle sowie über die Hebewerke berichtet werden?“, fragt er uns. Die Überschwemmungen der Straßen und das Wasser in den Kellern beunruhige nämlich nicht nur ihn, sondern sicher auch andere Leser, schreibt er uns. „Die Kenntnis über die Durchmesser der sanierten und der erneuerten Kanalrohre – gemäß den geltenden Bestimmungen – könnten die Bürger sicher beruhigen“, sagt Wierer.

Keine Notwendigkeit

Über das Sanierungsverfahren

Der Begriff der Inlinersanierung bezeichnet ein Verfahren für die Kanalsanierung, bei dem die Rohre nicht ausgegraben werden und über die gesamte Zeit im Boden verbleiben.

Das hat den Vorteil, dass die Arbeiten ohne starken Lärm, Dreck und Straßensperrungen vonstattengehen.

Bei der Methode wird das defekte Rohr komplett von innen mit einem zweiten, stabilisierenden und dichten Rohr aus glasfaserverstärktem Kunststoff ausgekleidet.

Der Schlauch wird über die gesamte Länge in das beschädigte Rohr eingezogen. Dieses Rohr-im-Rohr-System dichtet den gesamten Kanal ab und verstärkt ihn zusätzlich statisch.

Ist der Inlinerschlauch eingezogen, wird er auf beiden Seiten luftdicht verschlossen. Mittels Druckluft wird der noch nicht ausgehärtete Inliner aufgestellt und breitet sich auf den Rohrdurchmesser aus. Mit diesem Vorgang passt er sich exakt dem Altrohr an.

Anschließend wird das neue Rohr mithilfe von UV-Licht kontrolliert ausgehärtet. So ist die Rohrleitung dauerhaft und prüfbereit dicht. nina

Bauamtsmitarbeiter Alexander Kulagin kennt sich mit der Sanierung der Mannheimer Straße bestens aus. „Ingenieurbüros begutachten und berechnen das Kanalnetz alle fünf bis zehn Jahre. 2016 war die letzte Berechnung – und die hat keine Auffälligkeiten und keine Notwendigkeiten gezeigt“, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Mehr zum Thema

Unwetter

Leimbach läuft in Oftersheim über - und direkt in einen Keller

Veröffentlicht
Von
nina
Mehr erfahren
Video

Eindrücke vom Hochwasser an Rhein und Althrein

Veröffentlicht
Laufzeit
Mehr erfahren
Überflutungen

Das Hochwasser am Rhein hat die Region erreicht

Veröffentlicht
Von
Marco Brückl und Janina Hardung und Ralf Strauch und Andreas Wühler
Mehr erfahren

In der Gerhart-Hauptmann-Straße wurde sogar ausgeweitet, berichtet er. Nun gibt es dort einen Stauraumkanal. „Dieser kann das Wasser aufnehmen und zwischenlagern. Dann wird es im Kanalsystem weitergeleitet“, sagt Kulagin.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

In der Mannheimer Straße wurde in der vergangenen Woche einer der größten Inliner eingebaut. Dieser habe ein Eiprofil. Das bezeichnet den eiförmigen Querschnitt einer Abwasserleitung, die im oberen Teil einen Halbkreis, im unteren Bereich eine Parabel beschreibt. Diese enge Parabelform der Fließrinne garantiert eine ausreichende Fließgeschwindigkeit auch bei geringem Durchflussvolumen, so dass sich mitgeführte Sedimente weniger leicht absetzen können. Verstopfungen können dadurch leichter vermieden werden. Bei zunehmendem Durchflussvolumen kann der größere Querschnitt des Halbkreisprofils diese größere Wassermenge aufnehmen, wodurch die Durchflussgeschwindigkeit nicht auf ein zerstörerisches Maß ansteigt. 1000 auf 1500 Millimeter sei er groß. Die Vorteile dieses Eiprofils erklärt er auch anhand der sich ständig wechselnden und extremen Wetterlagen.

Asphalt wird aufgetragen

„Wir hatten in der Mannheimer Straße auch keine Probleme wegen des Kanalnetzes. Wir mussten wegen des Starkregens nur unterbrechen, weil die Lastplattendruckversuche so nicht möglich sind“, erklärt er.

Im ersten Bauabschnitt zwischen Dietzengässel und Friedrichstraße sollte am Montag, 19. Juli, asphaltiert werden. Wegen der ergiebigen Regenfälle müssen diese Arbeiten um zwei Tage geschoben werden. Zunächst wird die Tragfähigkeit des Untergrundes geprüft. Bei positivem Ergebnis kann der Asphalt am Mittwoch, 21. Juli, aufgetragen werden. Sollte am Mittwoch der Asphalteinbau nicht möglich sein, wird am Samstag, 24. Juli, asphaltiert. Am darauffolgenden Tag wird mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen.

Mehr zum Thema

Unwetter

Abfluss in Leimbach reguliert

Veröffentlicht
Von
nina
Mehr erfahren

Redaktion Redakteurin für Print und Online in Schwetzingen.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1