Stellungnahme - Florian Reck und die Linke Schwetzingen Plus unterstützen Oftersheimer Eltern in Bezug auf die Buslinie 717 / „Bei Linienneuvergabe müssen zukunftsweisende Lösungen auf den Tisch“ „Wollen keine abenteuerlichen Schulwege, sondern sichere“

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Oftersheim/Region. In der Schwetzinger Zeitung war am Samstag, 29. Februar, der Artikel „Schulweg wird für Kinder zum Abenteuer“ zu lesen, in dem besorgte Oftersheimer Eltern zu Wort kamen, deren Kinder täglich mit der Buslinie 717 nach Heidelberg zur Schule fahren. Die Eltern prangerten dabei auch an, dass die Busse regelmäßig zu bestimmten Zeiten (insbesondere gegen 7 Uhr morgens) so voll seien, dass dies einerseits zu Sicherheitsmängeln und andererseits zum Stehenlassen von Fahrgästen – auch von Schulkindern – am Oftersheimer Ortsausgang führe.

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Dazu formuliert der Oftersheimer Linken-Politiker Florian Reck in einer Stellungnahme: „Ich fahre täglich mit dieser Linie und muss die Wahrnehmung der Schulkinder und ihrer Eltern bestätigen. Die Linie ist morgens regelmäßig so überfüllt, dass keiner der zwei Busse, die gegen 7.20 Uhr in Heidelberg ankommen, am Ortsausgang von Oftersheim, an der Haltestelle Hardtwaldring überhaupt noch Fahrgäste einsteigen lassen kann. Schon am Oftersheimer Bahnhof, der ersten Haltestelle in Oftersheim, muss man Glück haben, einen Sitzplatz zu bekommen. Schon öfter habe ich außerdem bei unerwarteten Bremsmanövern auf der Bundesstraße gefährliche Situationen erlebt. Die Situation ist oft katastrophal. Und wer erwartet, dass ein Busfahrer, der an einen engen Fahrplan gebunden ist, auf der Bundesstraße 60 fährt, wenn Fahrgäste im Bus zum Stehen gezwungen sind, täuscht sich gewaltig!

Der Takt könnte dann nicht annähernd eingehalten werden und die Linie hat ohnehin aufgrund der langen Strecke, die sie zurücklegt, häufig Verspätungen. Dass die Fahrer der BRN dadurch angehalten sind, die 60 Stundenkilometer-Regel auf der B 535 zu brechen, kann niemanden verwundern. Dabei muss doch klar sein: Wir wollen keinen abenteuerlichen Schulweg für unsere Kinder, sondern wir wollen die Gewissheit haben, dass sie immer sicher in der Schule ankommen, oder?“

Verkehrswendedebatte ist Utopie

Weiter heißt es in der Stellungnahme seitens der Linken Schwetzingen Plus, das diese überzeugt ist, dass ein attraktiver, kostengünstiger – eventuell mittelfristig sogar ticketfreier – und sicherer öffentlicher Nahverkehr zwingend notwendig ist, um den Herausforderungen des Klimawandels, aber auch der zunehmenden Bodenversiegelung, entgegen treten zu können. Pünktlichkeit und Sicherheit seien dabei allerdings die Grundlage aller weiteren Überlegungen. „Wenn bei uns schon diese ,Basics‘ regelmäßig nicht funktionieren, scheint es umso utopischer, über eine ökologische und soziale Verkehrswende zu debattieren, die jetzt notwendig wäre.“

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Der SZ-Bericht von Samstag zeige, so die Linken, einmal mehr, was für ein weiter Weg es zu einem fortschrittlichen Nahverkehr noch ist, der auch außerhalb der großen Städte eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr darstellt. Denn wer möchte einem jungen Menschen verdenken, den ÖPNV nicht mehr zu nutzen, sobald er den Führerschein hat, nachdem er in der Schulzeit solche Erfahrungen machen musste? Warum sollten Berufstätige vom Auto auf einen unbequemen, überfüllten, unpünktlichen und unsicheren ÖPNV umsteigen, nachdem sie solche Artikel gelesen haben?

Für die Linke Schwetzingen Plus ist klar: Auf der Linie 717, aber auch auf vielen anderen Linien muss etwas passieren. Die Linien müssen entlastet werden, es müssen mehr oder größere Busse auf den überlasteten Linien eingesetzt werden und die Fahrpläne müssen so eingetaktet werden, dass Sicherheitsbestimmungen grundsätzlich eingehalten werden können – dieser Punkt kann nicht diskutabel sein, wenn uns die Sicherheit der Fahrgäste – insbesondere der Schüler – wichtig ist. Das wird zunächst teuer, noch teurer wird es aber für die betroffenen Kommunen, wenn die notwendigen Entwicklungen nicht jetzt eingeleitet werden. Zeigen doch jüngste Untersuchungen, dass der motorisierte Individualverkehr die Kommunen rund dreimal soviel kostet wie der ÖPNV.

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Oftersheims Bürgermeister Jens Geiß ist aber zuzustimmen, wenn er fordert, dass die Kommunen damit nicht allein gelassen werden dürfen: Wenn Bund und Länder die Verkehrswende ernst nehmen, muss den Kommunen dazu mehr Unterstützung zukommen – das sollte besonders für ein grün regiertes Bundesland wie Baden-Württemberg gelten.

Sitzung in Hockenheim

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„Ich werde diese Situation am kommenden Dienstag auch bei der öffentlichen Sitzung unserer Kreistagsfraktion nochmals zum Thema machen, und wir werden gemeinsam eruieren, wie wir Linke die Initiative der Oftersheimer Eltern in den Gemeinden und im Kreistag unterstützen können“, schlägt Florian Reck vor. „Spätestens bei der anstehenden Neuvergabe der Linienbündel müssen konkrete und zukunftsweisende Lösungen auf den Tisch kommen!“

Die Sitzung der Kreistagsfraktion der Linken findet am Dienstag, 3. März, um 19.30 Uhr im Eiscafé „Italia“, Karlsruher Straße 23 in Hockenheim, statt, alle Interessierten – insbesondere die besorgten Eltern aus Oftersheim – sind eingeladen. fr/zg

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